Mittwoch, 31. Juli 2013

Sehnsucht zerstört, Sehnsucht entführt. Doch wer ohne Sehnsucht lebt Hat das Leben nie gespürt.

Der Rauch hat sich verzogen. Ich kann humpeln, also halbwegs laufen. Bin heute sogar einmal durch die Stadt gekommen mit meiner Mutter. Alleine war mir dann doch zu gefährlich. Fühle mich ein wenig wie bei einer Reha. Ein Fuß nach dem anderen und bloß nicht zuviel aufeinmal. Morgen ist der letzte Tag Ruhe eigentlich, aber ich kann meine Kniescheibe bewegen, ich glaube, das ist kein gutes Zeichen.

Samstag ist dann Pool-Party bei Li. ohne Benny und all die Leute, was für mich ziemlich gut ist. Nur ist Samstag leider auch mein geliebtes DFB-Pokalspiel und das wird denke ich vorgehen, vorallem weil ich nicht weiß, wie ich bis Li. kommen soll, da kaum ein anderer kann und Fahrrad denke ich mal etwas zu anstrengend für mein Knie ist. Und ich fühle mich zu fett. (und ja, innerlich ist mir bewusst, dass das nicht stimmt).
Samstag fährt außerdem Maxi nach Borkum, was blöd ist, da irgendetwas in mir gesagt hat, dass wir auch zusammen zum Stadtfest mit Feuerwerk gehen könnten. Aber vermutlich wäre mir das eh zu kitschig. Meiner Vorliebe nach hätten wir lieber zusammen Fußball gucken können. Aber Maxi ist nunmal ab da im Urlaub. Vielleicht schickt er mir ja eine Postkarte? Aber, obwohl er sich über meine gefreut hat, hat er ja klargestellt, dass er kein Postkartenfreund ist. Wahrscheinlich bekomme ich nichtmal eine Abschiedssms oder so. Hoffnung, komm mal wieder her, ich bräuchte ein wenig mehr um daran zu glauben, dass er und ich ein wir werden.

Und die letzte Augustwoche bin ich dann wieder weg nach Holland. Ob wir uns im August überhaupt sehen? Ich glaube irgendwie eher nicht. Im September hat eine Freundin von ihm Geburtstag, die mich mit gaaanz viel Glück auch einlädt, wenn sie feiert. Und während ich im September mein Praktikum mache, habe ich natürlich auch noch Geburtstag. Aber keine Lust zu feiern, glaube ich. Was ist 19 schon für ein Alter.

Dieses Haus ist nicht mehr mein Heim. Dieser Raum erscheint mir so klein. Ich hoff niemand hat sie mir weggenommen. Die Möglichkeit hier wegzukommen.

Wie nach einem Wochenende so leicht alles mit einem dunkelen Schleier belegt sein kann. Es ist kein Loch, kein tiefer Schatten, nur Rauch, den ich wegwischen kann, wenn mir danach ist. Rauch, den ich tief einatmen kann, wenn ich mir mal wieder wünsche daran zu ersticken. Ich denke an keinen Suizid oder an Klingen, aber seit meinem Sturz Sonntag früh sozusagen, kann ich nicht laufen und wenn ich nicht laufen kann, zerbricht meine Welt. Ich kann nicht fliehen, nicht vor mir, nicht vor der Dunkelheit, nicht vor dem Leben. Und das allerschlimmste, ich kann mich nicht ins Fitnessstudio und muss sozusagen dabei zusehen, wie ich von meiner eigenen Mutter gemestet werde, nur weil ich nicht vor ihr weglaufen kann, weil sich unsere Wohnung anfühlt wie ein Marathon. Dabei hatte ich an Ps Geburtstag endlich meine 65 Kilo, aber die sind jetzt auf jeden Fall wieder weg. Spätestens Freitag fahre ich zum Training, egal wies meinem Knie geht und was ich dabei kaputt mache. Immerhin fahre ich Ende August noch nach Holland ans Meer mit P., S., L., T., und K. Und nein, ihr dürft nicht fragen, wie ich das überleben will. Mal wieder sind in meinem Kopf die Gedanken einfach in normalem Bikini ohne Shorts schwimmen zu gehen, aber mal wieder werde ich zuviel Angst haben. Vorallem vor K. und T., weil die beide voll die schreckliche Moralansprache halten würden.

Das schlimmste ist, dass es wieder eine Woche ist. Eine Woche ohne Maxi. Wobei mein Herz schon wieder erfriert. Es klingt so schrecklich, aber am liebsten würde ich den Rauch sehen, ihm hinterherlaufen und in mein Loch zurückkehren. Ich weiß, dass das meine Angst ist, aber wo ich vorher noch mein Herz hingelegt hätte in seine Hände, würde ich gerade nichtmal meinen Laptop legen. Er hat mir versprochen mich nicht zu verarschen. Er hat mir sozusagen versprochen ehrlich zu sein, aber damit hat er eben nicht automatisch auch versprochen mich nicht zu verletzen. Mein Herz versucht Abstand zu gewinnen, von mir und meiner komischen Kerlewahl und vorallem von ihm. Es baut wieder die Eisschicht auf, den Schutzmantel bei dem es keiner finden kann. Das schlimme war, dass der alte nichtmal ganz abgelegt war. Ich werde alleine zu Grunde gehen und darin bin ich wahrscheinlich selbst schuld.

Draußen regnet es in Strömen und so gerne ich gerade rausgehen würde, bin ich an meinen Stuhl gefesselt. Ich hatte das circa vor einem Jahr schonmal, nur kam die Wunde damals vom Versuch mein Bein mit einer Klinge in zwei zu Teilen. Jetzt gerade habe ich nichtmal den Drang, obwohl es mir seelisch und körperlich nicht gut geht. Das ist ein Fortschritt denke ich. Aber noch lange keine Heilung. Und bevor mein verkacktes Bein nicht wieder tut, was es tun soll, lass ich mich nirgendwo mehr blicken und werde einfach fett auf dem Sofa liegen. "Halt Stop", schreit die Stimme in mir. "Wie war das mit den Schmerzen, dem Aufstehen und neue Wege finden?" Ich muss lächeln. Ja, das mit A. war ne fette Aktion Samstag. Merkwürdig. Es fühlt sich solange her an und dennoch bin ich bei ihm immernoch ehrlich. Meinung einfach an den Kopf geklatscht ohne Nachzudenken. Manchmal wünschte ich mir, dass ich zumindest den Teil unserer Verbindung auf andere Übertragen könnte.

Montag, 29. Juli 2013

Ich reiss viel zu schnell die Verbindung ab zu mir selbst, weil ich Angst hab, dass durch das Dunkle im Herzen dann meine Welt zerfällt.

P.s Geburtstag war genauso wie ich ihn mir vorgestellt habe. Miriam war da, was sehr merkwürdig war, da ich ja dachte, dass sie meine Konkurrenz ist. Aber das hat sich geklärt. Ich habe nämlich den größten Teil des Abends mit Maxi Sms geschrieben. Er war auch am Trinken, demnach dachte ich mir, dass es lustig werden könnte. Bis ich ihn auf die Sache mit Miriam und all die Gerüchte ansprach/schrieb.


Er: Was hast du denn gehört?
Ich: Dass du auf Matthias Geburtstag vor den mündlichen darüber geredet hast,dass du dich nicht zwischen mir und Miriam entscheiden kannst. Eigentlich wollte ich gestern mit dir darüber reden, aber ich hab mich nicht getraut.
Er: Ach wenn ich getrunken habe.. Musse nicht ernst nehmen.
Ich: Hm wenne meinst. Finde  es nur merkwürdig, weil das Thema auf dem Abiball wieder aufkam. Und betrunkene sagen doch immer die Wahrheit, dachte ich.
Er: Warum wieder? Außerdem ich sag doch die Wahrheit wenn ich nüchtern bin und was sag ich dann bitte wenn ich was getrunken habe? :D
Ich: Weil deine Freunde zu mir gekommen sind und mir lauter Dinge erzählt haben, die ich gar nicht so dringend wissen wollte. Vorallem wärs nur eine Person gewesen,dann wäre es okay, aber es waren insgesamt drei oder so. Wenn du betrunken bist, sagst du vielleicht das, was du nicht sonst traust zu sagen :D
Vielleicht hätte ich es einfach nicht ansprechen sollen. Allerdings wurde es noch weiterdiskutiert:
Ich: Ich meine, ich weiß auch, dass du Li. auf Charlys Geburstag wegen Benny gefragt hast. Und mit S. darüber „gestritten“ hast, wen ich lieber habe :D
Er: Ganz ehrlich ich habe keine Ahnung mehr davon :D Zudem rede ich anscheinend ganz schön viel Müll,wenn ich getrunken habe :D
Ich: Vorallem weil du irgnedwann im Kino meintst, dass du Miriam nicht gerade schön findest :D Ich fand das ziemlich lustig :D
Er: Vielleicht sollte ich nichts mehr sagen, sonst redet mich Miriam noch an :D
Ich: Die steht ja eh auf dich, also würde sie es feiern.
Er: Woher weißt du das?
Ich: Ich weiß immer alles, noch nicht gemerkt?
Er: Und hat Miriam das selber gesagt?
Ich: Ja. Wieso? Musste da jetzt ran?
Er: Ja weil die so geil ist.
Ich: Maxi, tu mir nur einen Gefallen und verarsch mich nicht ja? Egal in welcher Hinsicht.
-Keine Antwort mehr gestern abend, gerade schreibt er mir-
Er: Warum sollte ich das machen?
Ich: Keine Ahnung.Menschen tun ständig Dinge, die sie nicht erklären können.
Er: Dann tue ich dir den Gefallen
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Es ist Müll und ich solls nicht ernst nehmen. Also nichts ernstes zwischen uns. Und welcher Trottel hat mal wieder Gefühle? Aber meine Strafe sollte an dem Abend noch doppelt kommen, denn manche Dinge sollte man halt nicht ansprechen.
So hatte ich einen schönen Disput mit meinem Hassmenschen A.

A.hat sich ganz dicht neben mich gestellt hat und meinte: „Du siehst verdammt gut aus.“ Ich musste lachen vor Ekel. „Jetzt wo ich dünn und geil bin, willst du mich oder was?“ Er geht einen Schritt weg. „Magerwahn, Alkoholabstürze, Ritzen, total geil.“ – „Ah, da ist wieder der A., den ich kenne. Du bist und bleibst ein Bastard.“ – „Ich bin nicht schuld, dass du kaputt bist.“ – „Vielleicht ist das so. Aber dir lag auch nie etwas daran, dass ich gesund werde.“ – „Ich hatte selbst Depressionen!“ – „Und jetzt ist das Leben eine schöne große Wiese?“ – „Ja, es wurde besser als du endlich aus meinem Leben raus warst.“ Ich lache. „Wieso sagst du mir dann, dass ich gut aussehe? Tu nicht so. Du bist nur angepisst, dass ich nicht mehr auf dich stehe. Aber tut mir Leid, ich habe jemandem gefunden, der mich mag.“ Ich mache eine Pause und flüstere „aber nur wenn er betrunken ist.“ Ich schüttele den Kopf. „Ich weiß nicht, was mich an dir fasziniert hat, aber er ist anders als du und das ist das beste an ihm.“ A. sieht mich an, als hätte ich ihn feste geschlagen. „Natürlich jeder Kerl ist besser als ich. Aber hast du ihm davon erzählt, was du dir antust, antun könntest und angetan hast? Hast du ihm gesagt, dass man Angst haben muss, dass du am nächsten Tag nicht mehr lebst? Ich wünsche dir das Beste, aber man kann solche Menschen nicht lieben.“ – „Du warst selbst kurz davor. Du stecktest in Depressionen, knietief in der scheiße drin und steckst mich in eine Schublade?“, schreie ich ihn an. „Weißt du, A., das ist das verfluchte Leben. Menschen bluten, sie leiden, haben Schmerzen. Und dann stehen sie auf und suchen was Neues. Suchen neue Wege. Und wenn diese Wege wieder kaputt gehen, wieder in die Irre führen, ja dann kann man daran kaputt gehen.“ Tränen schießen mir in die Augen. „Aber man kann auch wieder aufstehen. Und steck mich in jede verfluchte Schublade, die du willst. Aber vergiss nicht, dass du selbst die unterste bist und da für mich niemals wieder rauskommst.“
Geister der Vergangenheit waren doch schon immer das beste, nicht wahr? Und dann wollte ich heute morgen um 5:40 Uhr endlich nach Hause fahren, lege ich mich schön auf die Fresse. Ruf ich erstmal P. an und frag, ob ich bei ihm Pennen darf. "Jaja, klar, komm wieder her." Macht mir das Sofa in seinem Wohnzimmer zurecht. Heute morgen wache ich auf und dachte ich könnte sterben. Alles tut so weh. Offensichtlich sind die Wunden heute nacht nicht aufgefallen, sonst hätte P. sich darum gekümmert. Heute morgen habe ich dann mit Ps Mutter Kaffee getrunken, der natürlich wieder rauskam wie alles heute. Nein, das ist keine Gehirnerschütterung liebe Eltern, das ist ein normaler Kater. Habe ich ständig, ist mein zweites Hobby. Mein erstes ist nämlich Fehlinterpretation menschlicher Gefühle, vor allem mir gegenüber. Darin bin ich einsame Spitze, kann mich niemand bei überholen. Unten habe ich euch mal meine geile Fresse angehangen, ich find das schön so. Ich glaub, mein Kopf explodiert aber was solls. Leben eben.
Tut mir Leid wegen der hässlichen Fresse, aber ich bin am Arsch und alles tut weh. Ich hab ein Ei am Kopf.

Ein fettes rot-blaues Ei.

Und das ist mein Knie. Beschädigt sind außerdem Hüfte, Finger, Hand, Arm, Ellbogen, Wade. Und eigentlich meine komplette Linke Seite.

Das ist der aktuelle und sauberere Stand der meines Knies. Mein Bein sieht voll komisch aus so.


Samstag, 27. Juli 2013

ich isolier mich, tret nen schritt zurueck aus euerm leben denn ihr bewegt zwar die lippen, doch die worte die ihr sprecht, machen mich verrueckt, verlier´n den klang in meinem kopf, wieso ist niemand wirklich?

Ich kann gerade nicht atmen. "Er ist anders". Nein, ist er nicht. Und eigentlich wissen wir das doch auch alle, oder? Eigentlich ist jeder Kerl auf der Welt nur anders scheiße. Wir sítzen nebeneinander im Auto und er sieht mal wieder unmöglich aus mit seiner roten Hose und dem grünen Shirt. Unglaublich gut. Man sieht, dass er mindestens so lange im Bad war wie ich. Aber ich brauch auch nicht lange. Wir reden über Fußball, darüber, dass er bei dem Wetter beim Training kaputt geht. Dass er heute früh arbeiten muss und bei 2 Stunden Schlaf krepiert. Ich merke, wie sehr ich ihn vermisst habe. Er fragt nach meinen Uni-Bewerbungen und ich beiß mir auf die Lippen. Heute kam die Nachricht, dass ich in Bochum nur auf der Warteliste stehe. Ich bin richtig am Arsch. Ich überspiele das, spiele den Optimismus vor, den ich nie hatte und nie haben werde.

Wir sind im Kino, treffen Leute, die er vom Fußball kennt. Er geht kurz in die Schlange nach Hinten und redet mit denen. "Ist das deine Freundin?", fragt einer von denen. "Nicht so wie du es meinst", antwortet er. Ich beiße mir auf die Lippen - erneut. Es stimmt ja, also kein Stress. "Also nur so eine Freundin, nichts festes?", fragt der Kerl erneut nach. "Nee, Nee. Quatsch, nichts festes". Tränen schießen mir in die Augen. Die Kassiererin lächelt mich an, aber dieses Lächeln kommt nicht in meinem Kopf. Ich versuche zu atmen, aber versage. Ich bin ein Versager, was bilde ich mir hier eigentlich ein? Glück? Das ist pure Heuchlerei. Sein Ton dabei hatte etwas von "Hast du dir, dass hässliche Ding mal angeguckt?" und "Findest du nicht, dass ich mehr Niveau habe?". Und es tat weh. Vielleicht wars nur der Schmerz den Satz zu hören, vielleicht wars die Enttäuschung darüber, dass er nicht etwas von wegen  "Noch nicht" gesagt hat. Aber es tat weher als jede meiner alten Wunden.

Ich wollte mit ihm reden, ja ich hatte es fest ausgemacht mit mir selbst. Aber nach diesem Satz wusste ich nicht mehr, was ich sagen sollte. Ich wusste nicht mehr, was ich mir halbwegs zurecht gelegt habe. Vorallem als er dann noch seine Langzeit-Geliebte Nina erwähnte. Ja, seid stolz auf mich, ich hab schon wieder verschissen. Ich sollte morgen nicht zu P. gehen, das weiß ich ganz genau. Sofern meine Enttäuschung bis morgen nicht kleiner geworden ist, sollte ich im Bett bleiben. Sonst mache ich A. zur Sau, dass er mich kaputt gemacht hat, schalte meine Stimmen im Kopf mit Alkohol aus und versuche K. zu töten, weil sie an der Uni angenommen ist. Verflucht, warum sitze ich eigentlich schon wieder heulend vor meinem Blog? Können diese Tränen nicht endlich mal Ruhe geben.

Ich frage mich, wie ich auf Maxi wirke. Ich frag es mich schon seit Wochen. Bin ich wirklich so unnahbar wie Herr A. mich mal beschrieben hat? So weit weg von jedem anderen menschlichen Leben, obwohl man neben meinem Körper steht? Schrecken deshalb alle Menschen vor mir zurück? Ich habe einige Freunde, und alle sagen mir, dass sie mich am Anfang komisch fanden, weil sie mich nicht verstanden haben, weil sie dachten, dass ich sie nicht leiden kann.
Kennt ihr die Szene in Stolz und Vorurteil im Film, wo Lizzy mit Mr. Darcy über Jane redet? "Gleichgültig?" - "Ich beobachtete die beiden und bemerkte, dass seine Zuneigung tiefer war als die ihre" - "Meine Schwester ist schüchtern. [...] Meine Schwester offenbart ihre Gefühle kaum mir." Daran musste ich die ganze Zeit denken. Ist meine Zuneigung für ihn nicht so offensichtlich wie sie für mich ist? Ich schreibe ihn an, beinahe täglich. Ich will ihn ständig wiedersehen. Ich schreib ihm viel zu emotionale Postkarten. Ich hab ihm mein verfluchtes Herz geschenkt und alles was ich darauf antworten kann ist: "Nee, Nee Quatsch.", denn es ist das einzige, was ich gerade denken kann.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Es hat irgendwann einfach angefangen, jetzt kommts mir vor als wär ich mit dir von Anfang an zusammen. Ich bin verrückt, verrückt nach dir.

Gestern Abend wir sitzen bei P. im Garten, neben mir das Gruppenpärchen T. Und K. "Aber Denise, wieso hast du denn nichts mit Jonas angefangen?", fragt T. nachdem er bestimmt 10 Minuten ruhig war. Ich starre ihn an. "Wer ist Jonas?", frage ich irritiert. K. wirft "Weil sie da was in Aussicht hat" ein und lächelt mich an. Sie denkt an den Richtigen. T. ignoriert seine Freundin. "Mein Arbeitskollege, der ist absolut heiß auf dich. Das war sowas wie Liebe auf den ersten Blick." Ich lächele. "Weißt du, T., du und K. seid auch erst nach gut einem Jahr Freundschaft zusammengekommen. Liebe auf den ersten Blick ist nicht mehr als das Verlieben ins Aussehen. Und natürlich, ich fühle mich geschmeichelt, aber mein Herz hat diesmal ein Plätzchen gefunden an dem es sich sehr wohl fühlt. Ich möchte es da nicht herausreißen, bevor ich muss." K. lächelt und nickt mir zu. T. schüttelt den Kopf und lacht. "Naja, notfalls hast du dann halt noch Plan B". Wir müssen alle lachen. Und ich denke mir, dass ich diesmal keinen Plan B brauche, denn Plan A steht ganz oben auf meiner Liste. Die Liste, die nur aus einem Namen besteht.

Momentan bin ich noch 1 Kilo über meinem "Kann-ich-mit-leben"-Gewicht. Aber morgen ziehe ich eh nichts an. Mal ernsthaft: Es ist so warm, dass meine Haare sich locken und dann kann ich nicht raus. Ich glaube ich muss Maxi absagen mit den Worten: "So darfst du mich nicht sehen. NIEMALS!". Nein, im Ernst: Es ist viel zu warm. Ich ziehe also eine unglaublich kurze Hose und irgendein Top an, auch wenn Anna meinte, dass ich unbedingt ein Kleid/Rock etc. anziehen soll. Aber es ist Kino, also nö. Kino ist lässig und ich sehe nicht unbedingt ein, mir besonders anzuziehen deswegen, vorallem sollte man sich ja wohlfühlen. Und für die meisten Kleider fühle ich mich gerade zu fett bzw. muss ich die für Samstagabend bei P. haben. Ist auch egal.

Viel mehr beschäftigt mich, ob morgen der richtige Tag ist, um mit Maxi über Gefühlsdinge zu reden. Ich möchte nicht weiterumherlaufen und denken, dass er nichts davon weiß, dass ich sein Gefühlschaos kenne. Ich möchte mit ihm darüber reden, aber ihn nicht bedrängen. Ich möchte es einfach nicht kaputt machen, wisst ihr? Er ist mein (eigener) absoluter Weltverbesserer. Der Mensch, der mich zum lachen bringen kann, wenn ich schreien, weinen und bluten möchte. Er ist momentan alles und noch soviel mehr. Und wenn ich höre, dass er betrunken auf Partys über mich redet. Wenn ich höre, wie er sich mit anderen Leuten streitet, dass ihn auf jeden Fall mehr mag. Wenn ich höre, wie er von mir redet, dann schlägt mein Herz hundertfach schneller. Fragt mich nicht, wie es überleben soll, wenn wir uns jemals küssen sollten, hehe. Erstmal morgen Nacht überleben. 23 Uhr Vorstellung. Da sollte es ja nicht mehr allzu warm sein. Und wehe, er bringt mich nicht nach Hause. Ich bin so durch, ich sollte schlafen. In 10 Stunden gehts zum Sport, juhu. Und passt auf die Mücken in euren Zimmern auf, ich hab 12 Stiche und ihr?

Dienstag, 23. Juli 2013

Es ist mehr als perfekt. Besser als richtig. In diesem Moment Steht die Zeit einfach still. Und jedes Lächeln bleibt für immer bei dir. Weil man nichts davon vergisst. Und eine Stimme in dir sagt. Es ist gut so wie es ist.

Es tut mir Leid, dass ich seit ich wieder da bin sooft blogge, aber irgendwie muss ich was aufholen oder es passiert einfach zu viel, ich weiß auch nicht. Wenns euch nervt, dann lest es einfach nicht. Ich muss es auf jeden Fall loswerden und diesmal sind es sogar gute Nachrichten. Richtig, richtig Gute!

Traumjunge wie er ist, meldet er sich nach dem Aufstehen (16 Uhr) bei mir. Er: "ich hab um halb acht freitag training..." Ich: "Das ist schlecht.. Aber dann muss ich mein Training wenigstens nicht verschieben." Er: "Wie können auch in die Abend Vorstellung gehen :)" Ich: "Ja, das könnten wir natürlich auch :D" Er: "World War Z? :)" Ich:" Du hast freie Filmauswahl für die gefühlten nächsten 4 Mal Kino, von daher :D" Er: "Cool, das werde ich ausnutzen. Ich freue mich auf Freitag :)" Ich: "Und ich erst." 
Somit sehe ich ihn endlich, endlich wieder. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, obwohl es "nur" 3 Wochen her ist. Wobei 3 Wochen?! Das ist viel zu lang. Ich sollte Freitag mit ihm reden. Darüber, was ich weiß und nicht wissen sollte. Das, was seine Freunde mir erzählt haben. Und ob es noch immer eine Art Konkurrenzkampf zwischen mir und Miri gibt. Oder ist das zu direkt? Ach, keine Ahnung. Mal schauen, wie sich das im Gespräch ergibt, falls es überhaupt ein Gespräch geben wird. Vielleicht machen wir auch einfach rum. Haha, da ist wieder die Fantasie mit mir durchgegangen. Aber wer weiß, was an einem Freitag so möglich ist.

Leider schaffe ich es nicht, jetzt drei Tage nichts zu essen, weil morgen L. und P. Geburtstag haben und L. ausgerechnet zum Essen einlädt und es wäre irgendwie mies von mir da auch noch meinen Schlankheitswahn durchsetzen zu wollen. Vorallem weil es dann wieder die Dauerdiskussion am Tisch wäre. Gehe ich halt Donnerstag und Freitag jeweils 4 Stunden zum Training, was bei dem Wetter echt nicht angenehm ist. Und Samstag ist dann auch noch P.s fette Geburtstagparty, wobei ich hoffe, dass da nur noch an Maxi denken kann. Oh fuck, ich kann an nichts anderes mehr denken. Morgen erstmal das Essen überleben, immer schön viel Salat auf den Teller, dann fällt das nicht auf. Das wird eine gute, gute Woche. Drückt mir die Daumen, ihr wunderbaren Menschen dadraußen.

Es ist ein Reich der Träume, in dem Milch und Honig fließt, in dem alle Menschen glücklich sind und jeder jeden liebt.

Ich: Du und ich, Freitag, Kino? (:
Maxi : Sorry bin Grad arschvoll aber mal schauen.
 
Er antwortete gut 5 Stunden nach meiner Frage, sofern man das Antwort nennen kann. Es is ok, dass er trinkt. Es ist ok, dass er gefühlt jeden zweiten Tag voll ist. Es ist nicht ok, dass die Stimmen mir die Schuld dafür geben. "Er versucht zu verstehen, wie du das mit Benny machen konntest", "Du hast ihn so kaputt gemacht, dass er seine Gedanken ruhig stellen muss". Aber das glaube ich nichtmal so wirklich. Ein wenig vielleicht, aber er war in letzter Zeit schon häufiger voll und hat gerade dann von mir geredet. Vielleicht hat er einfach auch nur Angst. Ich habe gehört, das ist weit verbreitetet unter Menschen. Oder es sind Zweifel an mir und ob er mir Vertrauen kann. Oder betrinkt sich einfach, weil seine Freunde nichts anderes tun. Es ist so merkwürdig. Ich war eine Woche weg, in der wir sogar miteinander geschrieben haben, aber jetzt ist es so fremd. Ich glaube, dass es sich wieder normalisieren kann und wird. Aber gerade würde ich am liebsten einfach wieder weglaufen, egal wohin hauptsache ich bin allein.

Nachher gehts zum See. Mal abgesehen davon, dass eine riesen Wolkendecke den Himmel bedeckt, fühle ich mich noch fetter als sonst. Ich will nicht zum See. Ich hab sowieso noch überall Sonnenbrand. Ich möchte so gerne in meinem Zimmer verkrochen, leiden. Ganz viel in Selbstmitleid baden und mir die Schuld zu schieben. Aber ich kann nicht ständig in mein Loch gehen, nur weil draußen ein rauer Wind weht, nur weil nicht nur die Sonne scheint. Maxi wird sich heute melden und dann scheint einfach wieder die Sonne. Alles wird gut.

Montag, 22. Juli 2013

All I've got, all I've got, All I've got are these photographs. All I've got, all I've got, All I've got is nothing without you.

Die Stimmung zu Hause ist richtig mies. Ich glaube die meisten Worte hier habe ich mit mir selbst gewechselt. Maxi ist auch irgendwie merkwürdig, seit ich hier bin, haben wir wenns hochkommt 10 SMS gewechselt. Samstag feiert P. seinen Geburtstag. Das wird natürlich auch kaum komisch nach unserer Absturznacht. Und eigentlich würde ich Maxi mitnehmen, alleine aus dem Grund, dass A. da sein wird, aber ich kann ihn nicht fragen, weil er sonst nachher nach Benny fragt, so "apropo beim letzten Geburtstag"-mäßig. Ich flieg einfach zurück nach Irland und keiner merkts. Außerdem müsste ich erst P. fragen und das wäre noch schlimmer, weil ich dann mit ihm über einen anderen Kerl reden müsste. Egal, der Post war fürs Rumgeheule gar nicht gemacht. Nun folgen (endlich) die Bilder aus Irland:
Der Fluss ein paar hundert Meter von unserem Haus.

Einer der vielen schönen Seen in der Nähe unseren Hauses.

Ich, wie ich eine 5 Liter, Wasserflasche feiere und danach lachen musste.

Unsere wunderschöne rote Tür gegen die ich gefühlt 400 Mal gelaufen bin, weil ich einfach zu doof war.

Mein Lieblingspub, ich weiß gar nicht wieviele Whisky-Cola mir ausgegeben wurden. Und noch schlimmer wamrer (!!) Jägermeister. Der bleibt ne Stunde im Hals stecken.

Mein Zielstrebiger Weg zum Briefkasten oder so ähnlich. Und ja, ich seh da mega klein aus. Und ja, das lange Top ist zu kurz. Und Nein, eigentlich hats mich nicht wirklich interessiert.

Qualität ist etwas merkwürdig. Aber irgendwie gibts keine anständigen Fotos von mir sonst.


Unser Wunderschöner Platz, 7 Häuser, 7 verschiedene Leutegruppen. Von Spaniern über Engländer, über Nordiren, und Iren, Schotten waren auch da. Und natürlich wir Deutsche.
Ich in Dublin. Es war so voll. Ich steh mehr auf die verlasseneren Gegenden.
Der Himmel auf der Insel vom Flugzeug aus.

Kurz vor irgendeinem Pubbesuch bei dem ich mich mal anders als in Schlabberhose und Top/Tshirt angezogen habe. Wobei das Kleid echt schlechte Erinnerungen weckte.


Der See direkt gegenüber von unserem Haus. Man konnte ihn durchs Fenster sehen.

Unser  Dorf, Drumshanbo, wunderbar klein und bestand eigentlich nur aus Pubs. Hehe.
Und zuletzt meine wunderbaren Souvenirs. Eins davon bekommt B. und die andere gehört mir. Sind aber leider nur 0,2L Flaschen...

Samstag, 20. Juli 2013

Wie dick die Wände werden, Wenn alte Fotos wieder bunt und vor dir lebendig werden,Die Welt mag nur die Welt in deinen Augen sein, Doch glaube mir, sie wird für dich die Welt durch seine Augen sein.

Dadurch, dass meine Mutter all meine Erinnerungen an die Vergangenheit in große gelbe Tüten gepackt hat, schwirren die Geister um mich herum, während ich jeden Zettel, jedes Stückchen der Säcke wiederherauskrame und entscheide, ob ich es brauche. Nun bin bei der Kiste mit alten Zetteln gelangt. Damals als es noch cool war, Zettel unter dem Tisch hin und her zu schieben um in der Schule mit dem Nachbarn oder ganz gefährlich mit der Freundin in der Reihe hinter einem zu kommunizieren. Es muss ewig her sein. Und schon damals war ich kaputt. Die meisten Zettel drehen sich um Soziales. Um Jungs, um Freundschaft und all das. In jedem Satz von mir springt Angst hervor. Angst vor Gefühlen, vor Menschen, vor Schmerz. Ich hab mich damals das erste Mal geschnitten. Dann habe ich bis vor 3 Jahren aufgehört, weil ich dachte, dass ich nur eines dieser Mädchen bin, die damit in den Mittelpunkt wollen. Damals wusste es niemand, ebenso wenig wie heute. Das alles stimmt mich sehr nachdenklich, aber nicht blutig. Es zeigt mir nur, dass A. nur einer von vielen Faktoren in meinem Leben waren, die mich in den Abgrund getrieben haben.

Es tut mir Leid, dass ich so aus dem Nichts wiederkomme und dann nur von Schmerz rede. Irland war ein Traum, der wundervollste, traumhafteste Urlaub, den man haben kann. Ich bin braun geworden. Durchschnittlich 27 Grad auf der Insel und kein, kein einziges Mal Regen. Ich dachte sowas gibt es gar nicht dort. Die Iren waren auch ganz offensichtlich irritiert von dem Wetter. Die Fotos von dort werden nachgereicht, die besitzt bisher nur L.
Aber In Irland habe ich auch so einiges aus Deutschland erfahren. So war am Tag meiner Abreise also letzten Samstag ein Geburtstag auf dem einige Leute eingeladen waren, die ich kannte, darunter Li., S., und Maxi. Und Maxi und S. wohnen nunmal im selben Haus, deshalb hat S. Maxi gefragt, ob sie nicht zusammen Fahrrad fahren können. Und auf dem Rückweg, beide haben ordentlich über den Durst getrunken, fangen sie sich "Scherzhaft" darüber an zu streiten, wen von beiden ich lieber habe. Irgendwie eine sehr süße Aktion, wobei S. nunmal meine Philosophie-Freundin ist sozusagen, aber er ist nunmal mein absoluter Weltverbesserer.
Ebenfalls auf dem Geburtstag hat er mit Li. über mich geredet. Erst die ganze Zeit etwas positives. Bekanntermaßen kann er ja am besten über mich reden, wenn er auf Partys betrunken ist. Und später hat er Li. gefragt, wegen Benny. Was da gelaufen ist. Wie weit es gegangen ist. Ob wir noch Kontakt haben. Das Gespräch wurde unterbrochen. Gottseidank.
Und Donnerstags hat er mich morgens mit "Na, wann darf ich mich endlich auf dich in gebräunt in Deutschland freuen?" geweckt. Und Abends hat er sich sehr rührend für die Postkarte bedankt und er fand sie schön. Mich würde interessieren, wo sie gelandet ist.

Die restlichen Irland-Storys bekommt ihr mit den Fotos, hoffe ich. Ich bin einfach zu müde gerade.

Wir zerstören, niemand kann uns berühren! Wir machen alles kaputt! Wir zerstören um zu fühlen"



Ich bin zu Hause. Und möchte bluten, möchte sterben. Am besten sofort. Ich komme in mein Heim in mein Zimmer. Alles ist Ordentlich. Alles nicht so wie ich es hinterlassen habe. Meine Mutter hat aufgeräumt. Alles umgeräumt wohl eher. Ich könnte sie töten und dann mich. Hier waren  klingen,Tabletten versteckt. Ich weiß zwar nicht wo, aber es waren welche vorhanden, von früher. Hier war mein Leben, mein Chaos und jetzt? Sie hat sogar die Ordnung meiner Bücher durcheinander gebracht. Sie hat meine Bücher angefasst, das darf sie nicht. Das darf niemand. Nichtmal Maxi dürfte das. Ich will hier wieder weg. Sofort. Nimmt mich wer auf? Ich bin auch echt pflegeleicht. Ich brauch nichts zu essen. Das hier ist verfluchter Selbstmord auf Raten. Sie hat meinen Papierkram aufgeräumt. Meine Geschichten,meine Storys, meine Gediche. Das darf sie nich. Das durfte sie nie. Das hier war meins, das einzige, was immer meins war. Das hier war ich und jetzt ist hier nichts mehr. Es stehen Bücher vorne, die ich nie gelesen habe. Es stehen Bücher hinten, die ich vergöttere. Das ist meins. Und sie hat es mir genommen und gehofft. Dass es mich freut. Sie soll gehen, ich sollte gehen. Ich kann das nicht mehr.
Ich klammere mein Schopenhauerbuch ganz fest an mich. Sag mir, wo ist Nietzsche? Neben Goethe? Das gehört da nicht hin. Wieso findet sich Kant neben Hegel? Wieso Jane Austen neben Umberto Eco? Bücher, die ich nie gelesen habe, neben Büchern, die mein Herz erwärmt und berührt haben. Nach Größe sortiert. Man Sortiert Bücher nicht nach Größe, sondern Nach Herz, nach Autor, von mir aus nach Epoche, aber nicht danach, nicht so. Ich raste aus.Mir egal, was sie sich bei circa 400 Klingen in den Ecken gedacht hat, mir egal. Alles egal. Aber unter keinen Umständen soll sie meine Bücher anfassen, niemals.