Sonntag, 29. Dezember 2013

Mach das Fenster auf, lehne dich hinaus. Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum. Wenn du willst dass sich was ändert musst du jetzt dran glauben. Aus jedem Stein auf deinen Wegen kannst du etwas baun'.


Es war ein Donnerstagabend als mein Herz so tief in meine Hose rutschte, dass ich dachte, dass ich es nie wieder sehen werde. Ich schreibe mit Maxi über Anna und ihre momentane Zuneigung zu Tobias, die irgendiwe kurios ist. Plötzlich ergab sich folgendes Gespräch:
Maxi: weißt die eigentlich dass du mir das sagst? :D
Ich:  Nö. :D ich vertrau dir einfach so sehr, dass du das für dich behälst.
Maxi: also bin ich der einzige? :D
Ich: klar. ganz so scheiße bin ich nicht, dass ich das jedem erzähle :D oh gott, denkst du jetzt dass ich in der hinsicht voll scheiße bin oder was?
Maxi: nö eher genervt von der du brauchst daher ein ansprechpartner so wie mich der seines gleichen sucht...
Ich: der seines gleichen sucht? wie meinst du das?
Maxi: einfach dass ich toll bin
Ich: Vielleicht bin ich schwer von begriff, aber glaubst du gerade, dass ich dich nur benutze um meinen "müll" irgendwo abzuladen?
Maxi: ja

Ihr glaubt gar nicht, was für eine Angst ich in diesem Moment hatte. Wie ich über mich urteilte, wieviele Entschuldigungen und Erklärungen ich gefunden habe in meinem Kopf um zu sagen, dass ich so nicht bin. Nicht eines dieser Mädchen, die sich durch Schaden anderer interessant machen.

Dann kommt plötzlich von Maxi: nein jetzt aber ein schock bekommen was? :D ich meine einfach nur das du deinen müll irgendwo weiter gibst damit ich daraus was machen kann. ich mag so was wirklich sehr gerne dann hab ich auch was zu lachen :D außerdem finde ich es irgendwie cool das ich der einzige bin dem du das sagst :D
Ich: Man, das ist echt nicht witzig! Sowas kannst du doch nicht bringen.. Hättest du ne webcam installiert bei mir, hättest du noch mehr spaß. ich glaub so irritiert sah ich noch nie aus. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen und hundert erklärungen im kopf !:D
Maxi: hab ich glaube schon mal erwähnt dass ich gerne leute verarsche :D
Ich: ja, aber ich dachte, das würde bei mir nicht mehr klappen, nur der "Du-machst-alles-falsch"-Theorie glaube ich immer :D

Ich war unglaublich erleichtert. Auch, wenn ich seinen Humor an dieser Stelle beinahe verachtet habe, aber wisst Ihr, ich glaube meistens ist es so, dass wenn man in der Gefahr ist jemandem zu verlieren, auch wenn es nicht ernst gemeint ist, plötzlich die Wichtigkeit dieser Person einem klar wird. Ich hatte selten so einen Drang jemandem zu sagen, dass da mehr ist als Freundschaft. Dass ich mehr fühle. Aber wenn ich vor ihm stehe, könnte ich das sowieso nicht sagen. Wie meine beste Freundin L. Freitagabend schon feststellte: Denise ist auf Maxi fixiert und vermutlich sogar verliebt, aber zwischen diesem sehr starken Mögen Gefühl bis zur Liebe und zur Beziehung ist ein tiefer schwarzer Abgrund. Und beide fallen darein, sobald sich sich vertrauen. Und das tun Maxi und Denise. Und die Spannung ist, ob sie da zusammen wieder rauskommen oder ob er sich nur um sich kümmert und allein hinaus geht und Denise dann von mir gerettet werden muss... Ich weiß nicht, ich finde das ist sehr anschaulich. Auch wenn ich es nicht mag, wenn msn mich so durchschauen kann. 

Silvester bin ich 898 Kilometer von ihm entfernt, weil er in Österreich ist und ich zuhause. Seit er in Österreich ist, hat er sich nicht mehr gemeldet, aber ich kann das voll verstehen. Er sieht seinen besten Freund nicht sooft und deshalb möchte ich ihm seinen Raum lassen und ihn nicht zutexten. Neujahr nachts hoffe ich natürlich auf seine Worte, wenn ich schon nicht seine Lippen habe. haha, ich guck zuviele Serien.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Ich war kalt, ohne Heimat und alleine Bevor du kamst, war ich nur einer dieser Steine Ich war so staubbedeckt, bevor du mich gefunden hast Hast mich in Gang gesetzt, mir endlich neuen Schwung gebracht.

Ich sitze in Timos neuem Haus und betrinke mich. Nicht aus schlechter Laune oder sowas, sondern weil ich mit meinen Freunden dort sitze. Der weiße Rum knallt in meinem Kopf. M. fängt an von A. zu reden. Ich könnte brechen. Plötzlich schreibt genau dieser mich an.
A: Kuck Kuch, hier ist A. Biste wieder unterwegs.
Ich: Ich hab soviele bessere Menschen kennengelernt als dich.
A: Bin ein schlechter Mensch, kennst mich ja. Aber daran kann man ja nichts machen oder?
Ich: Wieso schreibst du mir jetzt?!
A: Damit M. mich nicht um die Zeit anruft.
Ich: Es interessiert mich echt nicht, was du für Probleme hast.
A: M. meinte ich soll dir schreiben.
Ich: Glaub mir, das musst du nicht.
A: Warum kannst du nicht mehr?^^
Ich: Ich bin so sehr über dich hinweg.
A: Da habe ich was anderes gehört.
Ich: Nein.
A: Ja dann muss das, was ich gehört habe falsch sein, aber man muss ja nicht glauben, was man so sagt.
Ich: Muss wohl.
A: Gehe ich dir grad auf die Nerven? Kannst du ruhig schreiben.
Ich: ja tust.
A: Okay, und keine Sorge, das war jetzt keine Anmache.
Ich: das wäre auch sehr falsch.

Gibt es sowas wirklich? Ganz ehrlich liebe Leser, aber habt ihr sowas schonmal gelesen/von so einem Menschen schonmal gehört? Das ist glaube ich, das arroganteste, dreisteste und iditiostistes Verhalten, das ich jemals gesehen habe. Es ist eine bodenlose Frechheit überhaupt in seiner Position soetwas zu behaupten. Eigentlich hätte er noch fragen müssen, ob jemand meine Narben nicht wollte oder wieso ich noch allein bin. Oh gott. Ich weiß, ich hätte gar nicht antworten sollen, aber das...Unfassbar. Es ist so tief, dass ich gar nicht weiß, der wievielte Keller des Niveaus das eigentlich ist. Am liebsten wäre ich sofort zu Maxi gelaufen und hätte ihm gesagt, was für ein wunderbarer, wunderbarer Mensch er ist und dass er das beste ist, was ich je gesehen habe und unter keinen Umständen jemals jemand anderen nahe sein möchte, weil wenn man jemanden so wie A. kannte, sein ganzes Leben wegen ihm beinahe weggeworfen hat, ist Maxi der Engel, der einem zeigt, was Leben ist und was man eigentlich verdient hat. Und ja, ich gehe soweit zu sagen, dass ich sowas wie A. nicht verdient habe. Diese unglaubliche Erniedrigung steckt noch heute manchmal in meinen Knochen, man sieht sie auf meinen Beinen. Davon abgesehen, bin ich nur stärkter geworden, und schlauer, zumindest etwas.

Übrigens habe ich die beiden Taggs beantwortet - falls es euch interessiert schaut nach. Und danke für alle, die meinen inzwischen viel zu unregelmäßigen Blog immernoch lesen. Ich seid Mitgrund dafür, dass ich das alles schaffen kann.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Diese Liebe, is wenn du weißt was du am anderen hast. Und nicht wegen jeder kleinen Streiterei den andern hasst. Liebe, heißt den Rechner auch mal runterfahren. Und das wir immer noch zusammen sind in hundert Jahren. Liebe, is Schuld daran das man nicht mehr schlafen will. Weil das wahre Leben schöner is als jeder Traum. Liebe, is mal leise mal laut, das weiß ich jetzt auch. Darum schrei ich es raus, dass ich dich Liebe.

Ich werde genötigt von meinem Freunden zu einer Party zu gehen. Eine dieser Abitur-Vorfeten. Ironisch, wenn man denkt, dass wir alle unser Abitur haben, aber natürlich kennt man einige Leute, die da sind und sich noch danach sehnen. Nach einigem Überreden, treffen wir uns bei L. und trinken vor. Nach einer Viertel Flasche Whisky komm ich langsam in Stimmung. Um halb elf gehen wir langsam rüber. Ich trink drei komisch geschmischte Cocktails und unterhalte mich mit Leuten, die ich eine gefühlte Ewigkeit nicht gesehen habe. Bin ich schon so lange Student? Nein, nicht wirklich. Aber es fühlt sich so an. Ich stehe an der Theke, warte auf jemanden, der meine Pegel dazu bringt, nicht zu fallen, als sich jemand sehr nah neben mich stellt. Ohne zu wissen, wer da wirklich steht, wusste mein Körper es genau. Kein Unwohlsein oder Wegspringen. Maxi. Ich atme ein, lächele so frei wie so selten in den letzten Wochen. "Na endlich treffe ich die Person, die ich schon die ganze Zeit erwarte.", sagt er und umarmt mich. "Du bist hier. Wieso haste denn nichts gesagt, man?", frage ich ihn. "Das war eine spontane Aktion, eigentlich hatte ich keine Lust. Ich hatte gedacht, dass ich hier so als cooler Mathestudent ankomme und alle Mädchen nur mich wollen." Er lächelt kurz. "Hm. Scheint ja nicht zu klappen, wenn du dann selbst die heißbegehrte Mathestudentin aufsuchen musst." Wir lachen beide. "Tja, was zusammen gehört und so.", lacht und ext mein Bier weg. "Sag mal...". Er zieht die Schultern hoch und lächelt, lächelt so wunderbar wie immer. Soll er doch mein Bier trinken. Ist vermutlich besser so. Ich würde mich verfluchen, wenn ich auch nur eine Sekunde dieses Abends vergesse.

Wir stehen noch immer zu zweit dort, neben den Menschen und doch irgendwie dazugehörig. Drei Leute aus seiner Fußballmannschaft kommen an. "Oh, Maxi, hallo. Du scheinst ja in netter Begleitung", sagt er. Er schaut mich an. Von oben nach unten und wieder zurück. "Vielleicht sollte sie lieber mit mir nach Hause gehen", fährt er fort. Ich guck zu Maxi, der keine Reaktion zeigt. "Ich glaub, ich fühl mich hier ganz wohl.", sage ich und merke wie ruckartig Maxis Hand an meine Hüfte geht und mich ein Stück an ihn ranzieht. Mein Herz schlägt millionenwach. Im Laufe des Abends versucht dieser Mannschaftskollege es noch häufiger. Doch das war mir egal. So unglaublich egal.

"Denise, ich hab voll die gute Idee, was mir demnächst mal machen können, anstatt immer ins Kino zu gehen!" Erwartungsvoll schaue ich ihn an, denn ich weiß, dass er sich grundsätzlich seltener Gedanken über Planungen macht. Schon seit fast 2 Wochen sind wir am überlegen, was wir tun können, weil wir beide sehr schlecht in solchen Dingen sind. "Wir gehen einfach Eislaufen". Ich schaue beschämt auf den Boden. "Sag nicht, du kannst nicht eislaufen?", fragt er betrübt. "Nein, tut mir Leid. Jetzt habe ich deine Idee kaputt gemacht." Maxi streicht mir über den Rücken. "Macht doch nichts. Für dich finde ich auch eine zweite." Außerdem wartet er noch auf sein Geburtstaggeschenk, was mich leicht überfordert. Habt ihr zufällig zu einem der beiden Probleme eine Idee? Geburtstagsgeschenk, da habe ich so an Tickets für ein Hallentunier (Fußball) gedacht, aber keine Ahnung, ob das so geil ist.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Auf den Schultern von Giganten vielleicht landen wir nie. Augen groß wie der Mond, sieh' wie sich Schatten verziehen. Atme ganz tief, den Moment ein - lass ihn dann nie - los. Spür' wie dein Herz grad 'nen Schlag überspringt.



Sie geht in das Gebäude, was jeder ihrer Mitmenschen von damals nie mehr betreten will. Nie mehr komm ich wieder zurück, nie mehr. Waren ihrer aller Gedanken, doch sie wusste genau, dass sie das Innenleben dieses Ortes nicht vergessen wird. Nicht vergessen kann. Sie kennt noch jeden Gang. Sieht Bilder aus lang vergessenen Tagen vor sich. Hier hat Maxi sie anlächelt und hier hat sie ihn heimlich angestarrt. Und irgendwo dazwischen tat es mal weh. Tut es immernoch. Es verändert sich alles mit der Zeit, aber manche Dinge bleiben, sind konstante Lebensbegleiter: Liebe, Schmerz, allgemein Gefühle. Und irgendwo bei mir, da ist auch die Leere. Doch die Symbiose aus beidem ergibt keine Leere. Die Leere ist unendlich aber sie kann nicht leerer werden. Denn 300 Mal Unendlich ist noch immer unendlich. Heißt es, dass es ein Ende gibt? Irgendwo zwischen vergangenen Gedanken und Erinnerungen, die noch immer in ihren Adern fließen, bleibt sie stehen. „HERR A.“ steht an der Tür. Es ist Elternsprechtag und während sie auf der Suche nach S. ist, sieht sie nur diese Liste mit Namen. Sie rennt hinaus. Wie schon sooft, stellt sie sich hinter die Mauer und weint. Menschen schauen sie an wie einen Verkehrsunfall. Jeder weiß, man sollte wegschauen, aber man kann nicht, weil der Mensch von Natur aus daran interessiert ist, was passiert. Sie weiß nicht genau, wieso sie weint.

 Sie denkt an dieses junge, viel jüngere Mädchen, das nicht unweit von hier ebenso dasaß. Mit einem Unterschied: Sie hatte ein Messer in der Hand und einen blanken Arm. Auch wenn es ihr wie eine Geschichte ihrer Vergangenheit vorkommt, war es vor einigen Tagen. Sie traf, man könnte sagen, die Kopie ihrerselbst. „Was zur Hölle hast du vor?“, rief das Mädchen, dem Wesen, dem das Leben so falsch vorkam entgegen. „Das geht dich gar nichts an. Das kann dir egal sein.“ Das Mädchen nickt. „Natürlich kann es mir egal sein. Aber du sitzt hier genau hier deshalb weil es sovielen Menschen egal ist. Weil niemand mitbekommt wieviel Blut man Nacht für Nacht verliert.“ Das weinende Mädchen schaut traurig. „Er liebt mich nicht, weißt du.“, schluchzt sie. „Erzähl mir von ihm“, fordert sie sie auf und setzt sich neben sie. „Er ist kein schöner Mensch. Er ist sehr Ich-besessen und tut eigentlich nur Dinge, die ihm gefallen. Er nimmt keine Rücksicht, auf niemanden. Alle meine Freunde sagen, dass er schlecht für mich ist. Aber ich denke, dass er mich versteht. Er hilft mir.“ Beide schlucken kräftig. Es ist als wäre dieses Mädchen nicht nur eine Kopie ihrerselbst, nein ihre Geschichten klingen auch noch ähnlich. Sie unterhalten sich viele Minuten bis das weinende Mädchen sich beruhigt hat. „Ich weiß nicht, ob ich all das Blut für immer von mir fernhalten kann, aber zumindest für heute, hast du das geschafft, was niemand anders versucht hat.“ Sie lächelt. „Ich wünschte, ich könnte dir irgendwie danken.“ Sie grübelt. „Du musst mir nicht danken. Dein Lächeln, das reicht mir. Und der Gedanke, dass du für immer eine Narbe weniger am Körper hast.“  

Noch immer lehnt sie an der Mauer. Eigentlich ist ihr alles zuviel. Eigentlich würde sie gerne alles hinschmeißen. Aber etwas hält sie ab. Sie geht auf die Toilette und macht sich frisch. Sie trifft sich mit S., tauscht sich über Studium und Freunde aus. Sie merkt, dass manche Menschen einen immer verstehen, egal wie lange man sich nicht sieht. S. geht zur Arbeit. Sie bleibt stehen, geht noch einmal zurück. Trifft dort noch so einen Menschen, der niemals wieder zurückkommen wollte, aber seinen Bruder abholt, der gerade einen Termin bei Herrn A. hat. Beide gehen vor den Raum und warten. „Ja, wir sehen uns ja dann noch nächste Woche vor der Arbeit“, erschrocken, obwohl sie darauf vorbereitet war, hält sie die Luft an. „Denise?“, fragt er ebenso erschrocken. „Was machst du hier?“. Sie ist still und merkt wie sie wieder atmen kann. Durchatmen. Der Rucksack wird endlich in die Ecke gestellt. „Ich weiß es selbst nicht so genau. Ich hab mich mit S. getroffen und irgendwie dachte ich, ich muss genau hier stehen. Genau jetzt.“ Er lächelt. „Dann komm mal rein.“

Wie in der üblichen Lehrerbesprechen sitzen sie sich gegenüber. „Also mit deiner Leistung Denise bin ich sehr zufrieden. Du glänzt zwar durch Abwesenheit, die ich sehr verachte, aber ich weiß ja, dass du gutes für die Philosophie tust.“ Er lacht. Sie ist noch immer nicht ganz da. „Wissen Sie, ich würde Ihnen so gerne erklären, wie sehr ich es liebe Philosophie zu studieren. Wie ich jeden Sokrates Dialog vergöttere und gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, Ihnen davon zu erzählen. Aber ich müsste lügen.“ Er schaut sie an mit diesem Blick, den sie nur zu gut kennt: ein Misch aus Analyse und Mitleid, beinahe Schmerz. „Ich war mir so sicher, dass du Philosophie liebst und auch lieben wirst…“, flüstert er. „Ich liebe die Philosophie, ich liebe jedes Seminar, jeden Text, den ich lesen darf. Nur gibt es da den Gegenspieler Mathe, wissen Sie. Dieses Fach, das etwa 200 Stunden pro Woche braucht.“ Er runzelt die Stirn. „Denise, die Woche hat keine 200 Stunden.“ – „Das ist das Problem. Glauben Sie mir, Ich bin gut in Philosophie. Vielleicht nicht die beste, aber naja in der Uni zählen ja nur schriftliche Dinge bisher, also werde ich das wohl packen. Aber Mathe tötet mich.“ Er schüttelt den Kopf. „Weißt du noch, als du vor mir saßst, weinend weil du eine 2- in Philosophie geschrieben hast und glaubtest, dass du so niemals Philosophie studieren sollst? Und wo bist du jetzt? Du sitzt vor mir und tust genau dasselbe nur diesmal mit Mathe. Also komm in ein paar Jahren wieder und erzähl mir, wie grandios du warst. Also wie immer.“ Auch sie lächelt jetzt. „Ah, da ist es ja wieder. Selten gesehen, aber immer geschätzt“, wirft Herr A. ein. „Wie machen Sie das eigentlich immer?“, fragt sie. „Was genau?“ – „Mir selbst glaubhaft machen, dass ich was kann.“ – „Du weißt es. Manchmal muss man dich nur daran erinnern. Du bist einer dieser Überflieger, die man in beinahe jeder Stufe hat. Diese Person, die charakterlich meistens anders ist, aber gut ist. Nicht, weil sie viel lernt, sondern weil sie es im Blut und du, du hast die Philosophie im Blut.“ Mit jedem Wort fühlt sie sich besser. „Können Sie mir dann zufällig Mathe spritzen oder so?“ Sie lacht. „Ach, das hast du im großen Zeh, das muss nur noch den Körper durchlaufen.“ Beide lachen. Und als sie auf die Uhr schaut, ist es 20:30 Uhr und der Elternsprechtag offiziell seit 2 Stunde beendet. „Da haben wir uns wohl verquatscht, jetzt schläft Ihr Sohn sogar schon. Tut mir Leid!“, entschuldigt sie sich. „Kein Problem. Er wird verstehen, dass du für einen Tag mal wichtiger bist.“ Aus der zugeschlossenen Schule befreit, folgt ein kurzes: „Lass dich bei Gelegenheit mal wieder blicken“. Dann trennen sich die Wege und sie könnte tanzen vor Freude, vor Energie und Geborgenheit. Das Leben ist noch da, irgendwo dazwischen. Da wo es manchmal weh tut. Und da, wo es sich manchmal so unglaublich gut anfühlt.
 

Dienstag, 12. November 2013

Ich teil mit dir den größten Moment. Ich teil mit dir die dunkelste Stunde. Ich bin der, der dich wirklich kennt. Ich geh mit dir vor die Hunde. Draußen bringst du alle zum Lachen. Doch im Badezimmer hör ich dich weinen. Ich trag mit dir dein tiefstes Leiden

Ich sitze im Zug. Ich fahre wie jeden Tag nach Bochum. Und mitten auf dieser Fahrt auf der ich das geniale neue Album von Revolverheld höre, vermisse ich A. Es ist unvorstellbar für jeden von euch, denn ihr habt all die schlimmen Dinge gelesen und ja, ich bin mir deren bewusst. Aber gerade jetzt gerade brauche ich jemanden, der mir sagt, was ich hören will. Einer, der sagen kann, was er will, weil es beinahe grundsätzlich richtig war, obwohl es immer weh getan hat. Ich versteh mich gerade selbst nicht. Entschuldigt für die wirren Gedanken. Nur ist es so schwer. So schwer zu atmen, zu denken, selbst das fühlen tut weh, gewissermaßen. Ich könnte einen Tag lang heulen, einfach weil mir danach ist. Aber da ist niemand, der die Tränen jemals wieder trocknen lassen könnte. Also verbiete ich mir diese Tränen, diese Traurigkeit. Und alles bleibt so wie in den letzten Wochen. Ich studiere ohne zu Leben. Ohne zu wissen, wie der süße Duft der Freiheit so war.
Beim Schulabschluss sagt man sich: Dich verliere ich nie. Und eigentlich ist man ab diesem Zeitpunkt verloren. Ich vermisse die Schule, Gerüchte über mich und Lehrer. Ich vermisse sogar diese, die nur Mist über mich geredet haben. Die Schule fehlt mir so sehr wie ein Lächeln im Gesicht. Fehlt mir wie das klopfene Herz in der Brust. Ich gehörte nie zu den Menschen, die die Schule gehasst haben. Aber dass die mir fehlt wie ein verstorbener Teil meiner selbst, damit rechnete ich nicht. Und Herr A. Schreibt mir immer mal wieder und alles was ich zurückgebe sind Erfahrungsberichte. Wie gerne würde ich ihm schreiben, dass es sich wie das Ende anfühlt. Dass ich die Leichtigkeit vermisse, die ich während des Abiturs hatte.
Die meisten von euch denken jetzt sicherlich: Wieso geht sie nicht einfach zu Maxi? Und meine Antwort ist, dass ich nicht kann. Ich rede nicht mit ihm über Schwächen. Ich kann das nicht. Und momentan will ich das nicht. Ich meine immerhin hält er mich für fett und jedes mal wenn ich an ihn denke kommt genau dieser Gedanke wieder hoch.

"Er: Pump? 
Ich: Eine Art Ausdauer Krafttraining 
Er: Kann ich mir nur schlecht vorstellen bei dir wofür denn? 
Ich: Wieso kannst du dir das schlecht vorstellen? Empfindest du mich als so unsportlich? 
Er: Eigentlich schon :p"



Interpretiert das wie ihr wollt aber ich hab das Gefühl mich übergeben zu müssen nur wenn ich an ihn denke.
Ich bin Schnittfrei seit Anfang des Sommers. Wisst ihr wie lange das ist? Wisst ihr, so schwer war das an den meisten Tagen gar nicht. Aber an manchen Tagen da wünsche ich mir das zurück. Das Loch, den Schmerz, das Blut. Weil ich damals nie alleine war. Meine Stimme sagt: "du bist auch dann wieder nicht alleine, wenn du damit wieder anfängst". Aber mein verstand kann die stimme nicht mehr hören. Mein Verstand hört, sieht und riecht nur Mathe. Überall Mathe. Und das einzige, was er, logisch wie er ist sagt, ist: "du bist auch jetzt nicht alleine. Deine Freunde wohnen noch immer in derselben Stadt wie du. Geh zu ihnen und du bist nicht allein, musst nicht verloren gehen." - "Dafür habe ich keine Zeit, erwidere ich. - "Dann nimm sie dir einfach. Ruf deine alten Freundinnen an und mach einen drauf. Geht trinken und Lach endlich mal
wieder." - "ich kann nicht. Der Knoten im.Magen, das Mathe im Kopf sind zuviel. Mein Leben besteht aus Uni." - "weißt du noch wo du letztes mal warst als du die schule zum Hauptpunkt gemacht hast? Irgendwo neben deinem Stuhl am Bluten. Vom Schmerz am Kotzen. Möchtest du da wieder hin?" - "manchmal". Mein Verstand schüttelt den Kopf, schüttelt meinen Kopf. Durchhalten, zwei Semester Mathe sind doch gar nichts. Und Freunde, wer braucht die schon. Und was ist schon Leben, wenn es Mathe gibt? Holt mich jemand hier raus nur für einen Tag? Nur für ein paar Stunden? Vielleicht auch nur für einen Kaffee?

Nun bin ich zu Hause von einem langen Tag, dem längsten der Woche. Auf dem Rückweg habe ich ebenden getroffen, den ich wünschte nicht zu sehen. Maxi. Er stellte sich nehmen mich als wären wir Fremde und grinste. Lächelte mich an, als hätte er nie an mir gezweifelt. Als hätte er nie irgendetwas gesagt. "Wie gehts dir?", fragt er mich. Wisst ihr, dass mich das kaum jemand noch fragt? Weil die meisten wissen, dass ich Lüge. Ständig. Und wenn es mir gut geht, dann glaubt es niemand mehr. "Ich könnte Ruhe gebrauchen. Einen Tag faul sein, weißt du. Nicht den Druck haben, dass alles vorbei ist. Nicht den Gedanken, dass das nie ein Ende hat." - "Ich hab mir zwei Tage, die Woche frei gemacht." - "Wie hast du das geschafft?!" - "Ich schwänze die Vorlesungen, die sowieso online gestellt werden". Ich schüttele den Kopf. Das würde ich mir nie verzeihen. "Es fühlt sich an, als hätte ich dich ewig nicht gesehen." - "Aber so lange ist das doch noch gar nicht her oder doch? Ich träume jede Nacht von dir, deshalb kommst du mir so nah vor", sagt er und lacht. Irgendwann zieht er eine ernstere Miene. "Denise, ich glaub ich schaff das nicht." Er schluckt heftig. "Du hast dein Abitur mit Null Lernaufwand bekommen, dann schaffst du das bestimmt auch. Ist doch nur Mathe". Er schaut mich an. "Du warst immer die bessere von uns beiden in Mathe. Die schlauere, die fleißigere, die zielstrebigere. Und ich sehe dich an und sehe Angst und Verzweifelung, Gedanken des Aufgebens. Und weißt du, in meinem Spiegel sehe ich nichts. Da ist nichts von alledem." - "Vielleicht kennst du mich besser als dich selbst. Maxi, ich kann dich zwar nicht wie ein offenes Buch lesen, aber ich glaube, du hast genau dasselbe an dir. Den Wunsch das alles zu schaffen. Hinter dir zu lassen. Keine zweite Chance suchen zu müssen. Und ich weiß, dass du das schaffen kannst." - "Nur wenn du da bist", flüstert er beinahe lautlos. Wir schauen uns eine Weile nur an, fahren mit dem Zug ohne zu wissen, wann wir wirklich rausmüssen, denn die Zeit steht still.

Dienstag, 5. November 2013

Ich hab eine Antwort, was du auch fragst. Sei laut oder leise, schwach oder stark. Musst noch nicht daran glauben, ich tu's für uns zwei. All die Zweifel lassen wir frei. So viele Freunde, die es mal waren hab ich verloren, verflucht und verjagt. Kommen und gehen war in meinem Herz. Die Liebe war Segen und leidiger Schmerz.

Es ist Mädelsabend. Das erste Mal seit gefühlten Jahren, dass ich mal wieder abends etwas unternehme. Doch eigentlich ist es erst einen Monat her. Einen Monat Uni, nichts als Uni.
Wir unterhalten uns freudig. Erzählen von unseren Abenteuern. K. erzählt, dass es schwer ist, weil sie T. seltener sieht, aber sie ist überzeugt, dass ihre Beziehung das übersteht. Wir spielen "Ich hab noch nie...". Sätze wie "Ich hab noch nie Kalorien gezählt" oder "Ich hab noch nie mein Spiegelbild verachtet" setzen Spritzen, aber sie prallen inzwischen an meiner stahlharten Haut ab. So etwas berührt mich nichtmal ansatzweise. Berührt mich überhaupt noch irgendetwas? Durch das Trinkspiel erfahren wir, dass sowohl K's als auch Lis Beziehung offensichtlich gut laufen. (Dinge, die man nie wissen wollte!). S., als Gastgeberin, möchte schlafen gehen. Die restlichen Mädchen sprengen den Männerabend bei M., wo zusätzlich noch B.(Lis Freund), T. (K's Freund) und P sind. K. wird nicht bei T. übernachten, sondern bei P. Wieso? Ich weiß es nicht. Noch nicht. Ich rede mit K. über ihren Geburtstag und ob sie an diesem Wochenende feiert. Sie verneint und ich erwähne, dass ich da hoffentlich bei Maxi auf dem Geburtstag bin, sofern er feiert. Oder ihn zumindest sehe. Er hat nämlich zwei Tage nach ihr. "Maxi ist der übelste Pfosten also kann dir das ja wohl ziemlich egal sein.", ruft B. in unser Gespräch hinein. "äh, nein?! Maxi ist großartig". - "Er ist arrogant, unverschämt und unglaublich intolerant." - "Er ist ehrlich, wenn du mit der Wahrheit nicht klar kommst, kann ich da nichts für. Außerdem scheinst du ja nicht besonders tolerant, wenn du ihn beleidigen musst, nur weil er nicht so ist, wie du ihn gerne hättest." Li. lenkt ihn ab. Mich berührt noch etwas. Jemand. Währenddessen schreibt Maxi mir. Und jedes seiner Worte ist meine Erholung und nicht dieser Schabernack hier.

Nach dem Abend erzählt mir Anna, dass T. ihr gesagt hat, dass sie bei ihm übernachten solle. Dass bei K. und ihm die Luft raus sei. Und sie deshalb zu ihm kommen sollte. Anna, L. und ich bewegen uns zu Ls Wohnung. Es ist inzwischen halb Vier und mir wird schlecht. Nicht vom Alkohol, dieser konnte mir in der Nacht nichts anhaben, sondern von diesem Verhalten. Bedeutet Liebe nichts mehr? Haben funktionierende Beziehungen an Wert verloren? Denkt überhaupt noch jemand an das Wohlsein des anderen? Welche Dreistigkeit ist es, eine der besten Freundinnen der festen Freundin das Bett anzubieten, welches noch von der zweiten warmgelegen ist? Es ist abscheulich, ekelerregend. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen würde. Vielleicht kritisiere ich auch zu scharf. Aber ich weiß, oh ich schwöre, wenn ich einmal in einer glücklichen Beziehung bin, würde ich alles dafür tun, dass es so bleibt und ganz sicher keinen seiner Freunde einladen, nicht so. T. kann es nicht begründen. T. findet sie, so denke ich, einfach nicht mehr schön. Seit Wochen möchte er, dass K. abnimmt. Manchmal habe ich Angst, dass ich Schuld daran bin. Weil ich gezeigt habe, wie es geht oder wohl eher wie man es nicht machen sollte, aber das wissen die ja nicht. Diese Oberflächlichkeit der Herren hat mich schon krank gemacht, aber verstehen tue ich es dennoch nicht.

Samstag, 26. Oktober 2013

Da wird jemand zwei Jahre alt. Wie die Zeit vergeht. Wieviel in der Zeit passiert ist. Wie sehr ich mich verändert habe.

Oh mein Gott, wie lange ich einfach nicht gebloggt habe. Aber ich muss ganz ehrlich zu euch sein: Ich hatte auch keeeine Zeit. Eigentlich habe ich nichtmal jetzt gerade Zeit, weil ich so unglaublich viel wiederholen muss und zugeben muss: Uni stresst enorm. Also wer Schule anstrengend findet, sollte sich das mit 2 Fächern und Uni nochmal überlegen. Das schlimmste: Philosophie ist zwar geil, aber zu den guten Volesungen kann ich wegen Mathe gar nicht hin. Dafür habe ich viele schöne, tolle Menschen kennengelernt, wovon zwar keiner so schön und toll ist, wie Maxi, aber das ist auch eher schwer habe ich gehört. Nichtsdestotrotz finde ich Uni irgendwie gut und irgendwie hasse ich sie. Wie damals die Schule. Apropo Schule: Herr A. antwortet nicht auf meine Mails, was mich etwas deprimiert, aber naja, vielleicht hat er auch einfach zu viel zu tun in den Ferien, oder ist weggefahren oder hat kein Bock auf mich.

Heute ist übrigens mein BlogGeburtstag. 2 Jahre dürft ihr jetzt schon lesen, was ich schreibe. Miterleben, was ich tue, egal ob gutes oder schlechtes, verrücktes oder langweiliges, betrunkenes und hin und wieder nüchternes. Ich möchte jedem von euch danken, dass ihr mich egal, wie sehr ich am Boden war unterstützt habt. Dass ihr mich gehalten habt, wenn ich aufgestanden bin und dass jeder von euch mit seine Hand gereicht hat, wenn ich wieder auf dem Boden lag. Ihr seid mehr als nur irgendwelche Leser, ihr seid Herzensmenschen. Demnächst werde ich (ungefähr nächstes Wochenende) ein Video machen, mit so ein paar Sachen drin, die ich mir kreativ wie ich bin, noch überlegen werde. Also falls ihr Anregungen habt, schreibts ruhig, ich werde versuchen das meiste zu berücksichtigen. Ihr könnt auch gerne Fragen stellen oder  wie gesagt Wünsche äußern.

Zu guter Letzt: Alles Gute zum Geburtstag, du mein wundervoller Blog!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Schließ deine Augen und du kannst sehen denn du wirst sie nicht brauchen, um zu verstehen. auf der Reise ohne dich zu bewegen, tauchst du leise in die Welt aus Ideen.

Hallo liebe Freunde des Regens oder halt Menschen, die im Regen stehen. Der wunderbare IchDuSie hat mich daran erinnert, dass ich bald zwei-jähriges Blogjubiläum habe. Und da ich nichts ohne euch wäre, könnt ihr frei auswählen, was ich tue. Ich habe nur eine Bitte: Fragt nicht nach Bildern von Narben. Soweit solltet ihr mich respektieren, denke ich. Danke.
Also macht Vorschläge was ihr wollt und daraus mache ich dann eine Umfrage, denke ich. Ihr kennt ja wahrscheinlich genug von Texten, Videos was weiß ich. Seid kreativ meine wunderbaren Leser!

Samstag, 12. Oktober 2013

Meine Worte haben ihr Gewicht verloren, meine Taten liegen mehr als je zuvor, mein Mund hat keinen Plan wovon er spricht, meine Hände sind nicht gut genug für dich.

Geh in die Stadt,
probiere ein Shirt an.
Einzige Reaktion: Ich könnt kotzen.

Stehe morgens viel zu lang vor dem Schrank
um was zu finden, was ich tragen kann.
Um etwas zu finden, was ich an mir ertragen kann.

So weit wie möglich damit man den Bauch nicht sieht.
So groß wie möglich damit niemand die Oberschenkel erblickt.
So unauffällig wie möglich, damit mich wohl niemand sieht.

Tag für Tag neue Vorsetze.
"Morgen fang ich mit der Diät wieder an!"
Tag für Tag neue Lügen.
"Morgen ist auch noch ein Tag."

Dabei wird das Gewicht nur immer mehr und mehr.
Kilo über Kilo kommen auf die Waage dazu.
Shirts in S muss ich gar nicht mehr anprobieren.

Jetzt heißt es wieder jedes Wochenende volllaufen lassen,
sodass man das restliche Wochenende nichts mehr essen kann.
Jetzt heißt es wieder Shakes trinken, die wie Erbrochenes schmecken.
Nur um sich irgendwann mal ertragen zu können.
So geh ich nicht zu Uni, so verkrieche ich mich zwischen Bett und Laufband.
Irgendwo da, wo mich keiner sieht.


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Ich wurde getaggt von zwei wundervollen Menschen. Schaut hier nach: Tags

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Du willst wissen was sich verändert hat? Ich hab einen Traum echt gemacht!

Ich schwärme allen Menschen vor, was für ein gutes Gefühl du mir gibst, aber das ist nicht alles. Du hast mich verändert ohne irgendetwas davon zu wissen. Unser erster gemeinsamer Moment, der wirklich Bedeutung hatte, war die VorAbi-Fete in einem düsteren Club, mit saubequemen Sofas, wo ich mich neben dich gesetzt habe. Wo du mir deine Handynummer gegeben hast. Seit diesem Tag schreiben wir beinahe täglich. Dies war im Februar. Meine Gefühlen waren völlig andere. Ich stand auf einen mich immer wieder verletzenden A., der nur an sich interessiert war. An diesem Tag war ich eine Woche schnittfrei, weil ich mir eingeredet habe, dass dann gute Dinge geschehen. Dann, wenn kein Blut aus mir rausläuft. A. hat das geplante Treffen wieder abgesagt und ich bin dem Blut und Schmerz verfallen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht verstanden, dass etwas gutes passiert war.

Ich verschwand zwischen Blut und Schmerz. Doch du warst da. Plötzlich schrieben wir ständig, wir saßen in der Schule immer häufiger zusammen und wir trafen uns zum ersten Mal. Ich glaube, da wurde mir richtig bewusst, wie wervoll du bist. Ich nahm mir vor die Prüfungen, ohne Schnitte zu überstehen, was auch beinahe geklappt hat. Weil du da warst und ich all meine Ängste bei dir lassen konnte. Und du im Tausch deine Zweifel mir gabst. Wir haben inzwischen beide unser Abitur und einen Studienplatz.

Mein größer Fehler war an Lisannes Geburtstag und ich weine noch heute manchmal, wenn ich daran denke. Aber es ist nicht zu ändern. Nicht mehr. Aber du warst ei mir, hast mich im Arm gehalten, als wäre ich noch immer der gute Mensch, den du so schätzt. Ich fühlte mich schmutzig und du machtest mich einfach sauber. Spätestens da wusste ich, dass ich mich in dich verliebt hatte.

Seit diesem Tag fiel kein Schnitt mehr. Seit diesem Tag habe ich nie wieder absichtlich geblutet. Vielleicht liegts nicht nur an dir, aber ich bin sauber. Und das fühlt sich mehr als gut an. Ich trage meine Vergangenheit zwar mit mir rum wie einen großen Haufen Schmutz, aber abgesehen von meiner Spiegelphobie und dem Magerwahn geht es mir das erste Mal seit Jahren wirklich gut.

Vielleicht kommt durch diese Lebensfreude auch irgendwann das Gefühl der Akzeptanz mir gegenüber hervor. Es wäre die endgültige Heilung. Momentan ist aber noch der Gedanke aktiv, dass zwar Niemand perfekt ist, aber man möglichst nahe rankommen kann.

Es gibt Tage da denke ich darüber nach, ob ich dich nicht nur als besten Freund liebe. Weil es so anders ist als bei A. damals. Nicht so abhängig und schmerzhaft. Es geht mir sogar gut, wenn ich dich eine Weile nicht sehe. Es ist aber besser mit dir. Es ist schwer zu erklären. Ich bin dir gerne Nahe und wäre dir manchmal auch gerne noch näher, aber das jetzt tut auch nicht weh. Ich weiß nicht, ob du es verstehen würdest, was ich meine. Ich verstehe es ja manchmal selbst nicht. Aber eines Tages werde ich es versuchen dir zu erklären. Vermutlich werden wir beide betrunken sein. Irgendwann, wenn wir beide nicht mehr ins Kino gehen. Wenn einer sich traut was anderes vorzuschlagen. Dann, wenn ich noch glücklicher bin weil wir den nächsten Schritt machen. Aber hauptsache ist, es geschieht Gemeinsam.

Samstag, 28. September 2013

Wie Plus und Minus. Wie Schatten und Licht. Das Eine gibts ohne das Andere nicht. Wir sind Magneten. Wie laut und leise. Wie Krieg und Frieden. Das Eine kanns ohne das Andere nicht geben. Wir sind Magneten. Und da ist irgendwas was man nicht erklären kann.

Zwanzig Minuten bevor er überhaupt losfährt, stehe ich am Fenster ohne Licht und verstecke mich immer wieder hinter der Heizung. "Was zur Hölle tust du da?", fragt meine Mutter. "Ich gucke, wann er kommt." Meine Mutter lacht. "Wie oft habt ihr euch jetzt schon gesehen?" Ich muss schmunzeln. "Wir kennen uns seit der 5ten Klasse irgendwie." Meine Mutter lacht. "Und wie oft hattet ihr jetzt schon Dates? Nee warte. Du nennst es ja immer 'unkomplizierte, freundschaftliche Begegnungen mit Freiraum für spontane Offensiven'" Wir lachen beide. "Ich bin halt verrückt. Ich kann da gar nichts für. Und es waren füüüünf." Wie ein kleines Mädchen fange ich an zu Grinsen. Fünf. Manche haben beim Fünften Treffen schon Sex. Aber es ist halt freundschaftlich. Irgendwie. "Mama, ich bin weg.", rufe ich als ich sein Auto sehe. "Denise, komm erstmal wieder runter und gehe dann raus." Langsam trotte ich zurück. "Du hast Recht." Ich atme tief durch. "Hihihi, er ist da und ich bin weg. Und wehe, er vergisst meinen Geburtstag!" Ich lache und grinse und mein Gesicht tat schon beinahe weh, während ich hinaus ging.

Wir sitzen im Auto, fahren zum Kino. "Ziehst du jetzt eigentlich weg? Ich meine, jetzt wo Bochum dich will?" Er hat beinahe ein wenig Traurigkeit in seiner Stimme. "Ich weiß nicht. Ist hier denn irgendetwas, das mich hält?" - "Du kannst mich hier doch nicht allein lassen. Nicht in dieser Stadt." Ich lächele. "Ich hatte nie vor wegzuziehen." Er schüttelt den Kopf. "Du bist doof. Ganz ehrlich." Darauf war er lockerer, irgendwie befreit.

"Du hast morgen Geburtstag, oder?" Ich nicke. "Sehr gut. Ich wollte eigentlich in die Stadt fahren und dir ein Geschenk kaufen, aber ich war zu faul. Tut mir Leid, du kennst mich. Ich bin der faulste Mensch überhaupt. Aber wie du weißt, bin ich auch sehr geschickt." Er macht eine kurze Spannungspause. "Deshalb schenke ich dir einfach den Kinobesuch und dazu" Eine erneute Pause. "mich als wunderbarste Begleitung, die es gibt." Er lacht. "Maaaan, Maxi". Er guckt irritert. "Jetzt hast du mir mein Geschenk verraten, bevor ich Geburtstag habe!" Wir lachen beide. Während des Films sitzen wir dort. Nebeneinander. Hin und wieder macht der eine einen flüchtigen Blick zum anderen. Gefolgt vom Lächeln des anderen.

Nach dem Film gehen wir zum Auto zurück. "Jetzt muss ich dir hochoffiziell als allererstes gratulieren." Er macht einen Schritt auf mich zu. Ich habe etwas Angst davor, dass meine Beine zu Pudding werden, weil wegen ihm. "Also, ich wünsche dir, wundervolles Mädchen, alles Gute zum Geburtstag. Für 19 siehst du echt noch gut aus. Und ich hoffe, ich wünsche dir, dass es mit mir weiterhin so gut läuft." Er lacht und umarmt mich fest. Beinahe so als wolle er mich nicht wieder loslassen. Beinahe peinlich berührt gehen wir aus der 5 Minuten Umarmung auseinander. "Ja ähm, dann fahren wir mal nach Hause. Noch Hunger? Burger King ist um die Ecke."

Bei Burger King besuchen wir beide erstmal die Toilette. Exakt zeitgleich treten wir auf den Flur. "Ach man, Maxi, was soll das denn." Er guckt mich an. "Seelenverwandt.", antwortet er trocken. "Das meine ich doch gar nicht, ich wollte grad zu dir rüberkommen." Er lacht. "Musst dich wohl mit Seelenverwandtschaft abfinden." - "Naja, besser als nichts", sage ich deprimiert. "Ich find das gut.", murmelt er mehr zu sich selbst als zu mir.

Wir stehen bei mir vor der Tür. Sein Essen riecht man im ganzen Auto. "Wie immer schön mit dir.", sagt er und sieht mich an. "Danke, gleichfalls." Ich lächele. Ich greife zum Türgriff. "Denise", sagt er. Ich schlucke. "Ja?", antworte ich und drehe mich zu ihm. "Ich mags, wenn du so glücklich aussiehst wie jetzt gerade. Wenn ich weiß, dass es nicht gespielt ist." - "Das ist nicht nur mein Verdienst." Er lächelt. "Schlaf gut". Ich gehe in den Hausflur, beiße mir auf die Lippen und denke: Was besseres als ihn kann man sich nicht wünschen.

Freitag, 27. September 2013

Nie den Ärger gesucht. Bis er dann uns gefunden hat. Trotzdem tanzen als ob keiner guckt. Lachen als wenn es jeder liebt. Singen ohne Texte kennen. Und feiern als ob es kein Ende gibt!

Ersteinmal: Danke schön für die ganzen Glückwünsche, das hat mich sehr gefreut ! Montag fahre ich nach Bochum und schreibe mich ein. Und dann kann das Studium auch schon fast beginnen.

Der liebe IchDuSie hat seine Blogadresse verändert und da sein Blog so wundervoll ist (und er übrigens auch!) wollte ich darauf hinweisen, weil ich glaube, dass einige von euch auch seinen Blog lesen. Also weiterhin schön lesen, denn ES LOHNT SICH! --> IchDuSie's Blog

Außerdem hol ich mir vorhin das neue CasperAlbum, hörs mir an und denk: IST DIE GANZE VERDAMMTE WELT JETZT CRO ODER WAS?! Mega mies, wie ich finde. "Im Ascheregen" das einzige halbwegs gute Lied. Hör ich halt weiter XOXO, pff. Jaja, ich gehör zu den Menschen, die Casper lieben, wenn es ihm scheiße geht. Ich meine, mal ein, zwei fröhlichere Lieder sind ja ok. Aber nee, das gefällt mir so gar nicht. Rein von der Musik. Kann sein, dass die Texte gut sind, hab da nicht so drauf gehört musste trauern, um Casper, um alles. Damit bleibt wohl Prinz Pi dieses Jahr der einzige Gott mit geilem Album.

Was ich noch sagen wollte? Nachher gehe ich mit Maxi ins Kino. Und diesmal laufen wir dahin. Yeah. Das heißt er bringt mich später nach Hause. Bis an die Tür. An der Tür muss man sich doch küssen oder? Boah, ich glaube mir hat jemand ins Hirn geschissen. Ich hab nur Mist dadrin. Feiert das Wochenende Leute, denn eure Lieblingsbloggerin (das bin übrigens ich), hat morgen Geburtstag. 19 Jahre werde ich und ich werde auf 16 geschätzt. Was habe ich mich gehalten.

Jaja, gut, die Überschrift ist auch von Cas, erwischt...

Dienstag, 24. September 2013

CHOOSE HAPPINESS!


OH MEIN FUCKING GODNESS! ICH HABE EINEN UNI-PLATZ FÜR LEHRAMT MATHE/ PHILOSOPHIE IN BOCHUM. ICH GLAUBE ICH DREH DURCH. ICH MUSS ES DER GANZEN WELT ERZÄHLEN! UND NOCH MEHR MENSCHEN. PLÖTZLICH ERGIBT DIESE WOCHE NOCH MEHR SINN. UND MORGEN DARF ICH ZWEI DEUTSCHSTUNDEN ÜBERNEHMEN. VERDAMMT, KANN DAS LEBEN GEIL SEIN. 

Sonntag, 22. September 2013

Und wir haben Gutes, wir haben Schlechtes gesehen. Von einem ins nächste Extrem, das beste vom Leben und Nächte voll Tränen. Glück- und Pechstränen, zwei verletzte Seelen. Vielleicht kann man nicht immer gewinnen. Doch wie man verliert, kann jeder selber bestimmen.

FreitagAbend. Kuppeldate.
Jonas. Interessiert mich soviel wie Botox.
Eigentlich ist die ganze Sache aufgespritzt.
Gehyped. Gepushed. Gespielt.
Sitze in einer Kneipe.
Mit Freunden, die nur an meinem Wohl interessiert sind.
Doch, mein Wohlgefallen ist ungleich ihrem Interesse.
Jonas kommt nicht. Habe wohl nie wirklich zugesagt.
Zurückweisung. Trotz Zuneigung.
Jaja, er steht auf mich.
Die Zweifel an mir selbst werden größer.
Doch dann die Erleuchtung:
Ein Zeichen. Schicksal.
Es ist mir egal, was Jonas denkt.
Nachricht von Maxi:
"Ich bin voll. Und dann denke ich immer an dich.
Ich weiß nicht, ob das ein gutes Zeichen ist.
Aber an dich denken, ist nichts schlechtes."
Ich bin selbst betrugen, weiß nicht, was ich davon halten soll.
"Wir beide, nächsten Freitag?"
"ich kann erst später, hab Training"
Ist mir egal. Alles egal. Hauptsache er ist neben mir.
Dann, wenn die Welt vorbei ist. 
Alle Uni-Absagen da sind.
Dann möchte ich bei ihm sein. Bei ihm kaputt gehen.
Und dann habe ich Geburtstag und er wirds nicht wissen.
Es am nächsten Morgen bei facebook lesen.
Und es wird der nächste Knacks. Aber Risse sind mein Leben.
Ich höre schon, wie die große Menge Depressionen
in Flugzeuge steigt, zu mir fliegt.
Als große Überraschung für meinen Geburtstag.
Rauche eine Zigarette nach der Anderen.
In der Hoffnung, dass sie mich unter dem Qualm nicht findet.
Die böse, dunkele Depression.
Der Spiegel schreit schon seit dem Urlaub:
"Erst 1 Kilo, dann 2,3,4,5 -
und es werden bestimmt mehr."
Ich bin eine fette Kuh.
"Muskeln haben auch Gewicht"
Fern von Verstand und Vernunft.
Schlank werden meine einzige Hoffnung,
bis zum Ende der Woche.
Bis zum Ende meines Lebens.
Ist das nicht dasselbe?
Ich ohne Uni-Platz gibt es in meiner Welt nicht.
Obs in der Hölle schöner ist?

Freitag, 20. September 2013

In den verseuchten Zonen Kreucht und kriecht das Weltgedicht. In Spuk und Sensation, In der Blindheit, In Krankheit und Verheißung heißt es: Schmeiß es hin! Und werde die Verbesserung der Erde.

Die Sonne blitzt wieder auf
Dabei hatten wir unsere Schande unter dicken Jacken versteckt.
Manche sogar unter Pelz
Tote Tiere
Tragen die Schande am Körper
Die Schande unserer kaputten Welt
Die Schande, die wir selbst sind.
Die Natur zerstört. Der Mensch vernichtet sich nur selbst.
Lese auf Blätter von Schülern:
"Fuck Life"
"Hey God. Do you ever think about me?"
"I want to die"
Tragen bei 30 Grad noch lange Sachen.
Möchte weglaufen, aber bin die Erwachsene.
Bin die Lehrerin, das Vorbild.
Eine Person, nach der man sich richten soll.
Meine einzige Lehre:
Werdet niemals so wie ich.
Das Mädchen hat zwei Alkoholiker als Eltern.
Eine Bulimikerin als Freundin.
Sie selbst schneidet sich.
Die Lehrer nennen es "Ritzen"
Sagen, sie verstümmele sich, nur für Aufmerksamkeit.
Ich möchte sie anschreien. Ihnen sagen, wie es ist.
Das schwarze Loch, die Monster, der Druck.
Aber ich schweige, beiße mir auf die Lippe.
Flüstere leise "Ich verstehe sie doch" in mich rein.
Ich darf nicht mit ihr reden. Mit keiner von beiden.
Denn offiziell weiß ich kein Wort.
Weder von meiner Vergangenheit, noch von ihr.
"Hast du die Hausaufgaben?", fragt die Mathe-Lehrerin.
"So halb. Nicht ganz. Keine Ahnung", stammelt sie.
"Wieso nicht?", fragt sie.
"Ich konnte nicht. Ich war zu müde. So fertig. Kennen sie das?"
Die Lehrerin schüttelt den Kopf. Ich kann nicht schlucken.
Meine schulische Leistung hat nie darunter gelitten. 
Aber das war nur mein Glück. Nur mein eigener Druck.
"Nein, ich kenne das nicht. Du bekommst ein Schreiben nach Hause."
Das Mädchen schaut mich Hilfesuchend an. "Bitte nicht", fleht sie ihre Lehrerin an.
"Sie wissen gar nicht, wieviel Ärger ich bekomme."
Es wird keine Rücksicht genommen, obwohl man alles über das Leben weiß.
Ich sehe, wie sie den restlichen Unterricht ihre Finger in das Bein rammt.
Sie kneift, sie kratzt, möglicherweise öffnet sie Wunden.
Einzelarbeit. Sie schaut in die Luft, vielleicht denkt sie an die Klinge.
"Denk nicht daran, woran du gerae denkst", flüstere ich ihr gegenüber.
"Wissen Sie, woran ich denke?", fragt sie und ich schaue in ihre Augen.
Sie sind so leer, so unendlich tief und dunkel. Schmerz.
Ich nicke. "Vielleicht." Ich versuche zu lächeln. Es fällt mir schwer.
Sie schaut auf meine Arme, sucht. "Nein, ich glaube nicht", sagt sie enttäuscht.
Ich darf nichts sagen. Habe mich genug verraten. "Pass auf dich auf", sage ich.
Ich möchte sie an die Hand nehmen, ihr das Leben zeigen.
Doch ich kann das hier deshalb nicht riskieren.
Ich selbstsüchtiges, dummes Ding.
Es tut mir Leid, ich bin kein Menschenverbesserer.

Montag, 16. September 2013

Achtung dieser Post enthält Spuren von schlechten Vorbildern, alkoholbeeinflusste Homo Sapiens und Tieren, die den Kopf in den Sand stecken.

Freitagabend. Sitze mit einigen Fußballfans im Zug, vorerst meine beste Freundin neben mir. Dann geht sie kurz weg, setzt sich zu jemand anderem. David nimmt ihren Platz ein, legt die Hand auf mein Bein. Er sieht gut aus, dieses gefährlich gut. "Und du kommst nachher mit zu mir?" Er streicht mir übers Bein ohne seine Hand viel zu bewegen. Vom Knie zur Mitte meines Oberschenkels und zurück. Zum Knie und zurück. Eine fließende Bewegung, leicht und sanft. Der Unterschied zum Fluss des Alkohols an diesem Abend.

Ich bin so betrunken, dass ich keine Hemmungen habe mit fremden Menschen zu reden, dass ich seine Hand nicht wegschlage. Zu nüchtern um noch zu wissen, dass ich nur Beute bin. Die hüpfene, schön laufene Gazelle. Mein Leben ist eine schöne, große Wiese mit leckerem Unkraut. Aber diese betrunkenen Kerle sind Löwen. Sie fragen im schlimmsten Fall nicht mal, ob die Gazelle es erlaubt. Der Löwe frisst und vergnügt sich.

"Musst du da solange rüber nachdenken?", fragt er und lacht. "Nein, ich glaube nicht, dass es gut wäre, wenn ich mit zu dir gehen würde." - "Du glaubst, ich bin der böse Aufreißer?" - "Du bist ein Kerl und erscheinst mir wie ein Löwe und ich bin nicht mehr als deine Beute." - "Ich bin Jungfrau, ja!" - "Ichb meine nicht, dein Sternzeichen." - "Hey komm, so schlecht war der Witz gar nicht." - "Fast so gut wie ein Bettwäsche-Augenfarbenvergleich" - "Meine ist grün, passt also nicht gut zu dir. Aber mein Sofa ist braun", er lacht. Er amüsiert mich irgendwie, weil er so verzweifelt wirkt. Nicht, weil er mich nicht bekommt, sondern weil er gehofft hat, ich wäre naiver, gazellenartiger. Aber ich bin eher ein Strauß: schnell weg, wenns ernst wird. Und liebend gerne mit dem Kopf im Sand.

In Duisburg verabschieden wir uns. Er gibt mir förmlich die Hand. "Aber eine Sache steht fest: Du hättest absolut heiß in meiner Bettwäsche ausgesehen." Er lacht und geht. Ich bin so voll, dass ich mich im Zug zusammenrolle und schlafe bis meine beste Freundin sagt, dass wir zu Hause sind.

Samstagabend. Sitzen bei P.. T. und M. sind auch da. Erneut allein unter Jungs. Eigentlich was ganz normales. "Also, wenn wir dann mit Jonas Cocktails trinken, pennt der danach bei dir?", fragt T. mich. "Ich penn da wenn", ruft P., was mir deutlich unangenehmer ist weil man merkt, dass er denkt, er könne mich haben. Großer Irrtum. "Ich lasse niemanden bei mir schlafen. Außer Laura", stelle ich fest.
Alle werden voller. Vorallem P. Er quatscht dumm rum. T., M. und ich beschließen zu gehen. Ich bin als letzte fertig mit dem Schuhe anziehen. Der Rest wartet draußen. P. kommt an. "Denise, bleib doch noch hier. Wir könnten Spaß haben." Mir wird schlecht beim Gedanken daran. "Lass mich gehen, P.", sage ich ruhig. "Ach, Denise", flüstert er. Ich schüttele den Kopf, nehme meine Sachen und renne beinahe raus.

T. schaut mich an: "Was ist los?" - "Dinge, die passieren, wenn man einmal die Grenze nicht einhält." Er zieht mich ran, hält mich halb im Arm. "Du bist halt einfach zu dünn, zu schön, zu schlau.", er lacht. T. ist mit K. zusammen, deshalb ist das okay bei ihm. Er ist kein Löwe mehr. M. erschreckt: "Schön? Wo ist die denn schön?", er lacht. "jaja, bist nur neidisch, Dreckssack", ich lache ebenso. T. biegt in die andere Richtung ab.

M. und ich schweigen ein Stück. "Du stehst nicht auf Jonas, oder?", fragt er. - "Wie kommst du drauf?" - "Ich stand Jahrelang auf dasselbe Mädchen, man merkt das dann einfach." - "Gefühle kann man sich nicht aussuchen." - "Sag nicht, du stehst auf den komischen Kerl von Li's Geburtstag?", ruft er erschrocken. "Doch wieso?" - "Weil du viel zu heiß für den bist" - "Maxi sieht doch gut aus!" - "Ja, das kann ja sein. Blabla. Es geht darum, dass du Single beliben und die Freiheit genießen solltest. Ich meine, ich bin nicht besonders gutaussehend und stehe immer auf heiße Mädchen, weil ich oberflächlich bin. Ich steh auf blond, also keine Sorge. Und die heißen leben ihre Freiheit immer aus. Also geh raus und vögel rum!" Er springt auf eine Mauer ruft den letzten Satz laut in die Nacht. Ich muss lachen. "Ich find mich aber nichtmal schön. Und verdammt, ich bin Jungfrau." - "Waaaaas?", schreit er und bleibt stehen. "Ich hab dich schon so unglaublich oft richtig betrunken mit Kerlen gesehen und da ist nie was passiert? Aber du hast mit denen rumgemacht und so oder?" - "Ja, so zwei verschiedene warens in meinem Leben doch schon." - "Waaaaas?", schreit er erneut und bleibt stehen. M. bekommt sich vor Lachen nicht mehr ein.

"Dann gehörst du sogar zur schlimmsten Sorte heißer Mädchen." - "Wieso?" - "Du siehst gut aus, kennst dich mit Fußball aus, bist sonst auch schlau, und man kann dich im Schrank verstecken. Aber du lässt niemanden ran. BRUTAL!" Er verabschiedet sich indem er sich vor mir verbeugt und sagt, dass er hohen Respekt vor meinem Anstand hat. Mit gutem Gefühl fahre ich nach Hause. Ich bin ein Strauß. Und der Kopf kommt nur zum Wärmen in den Sand.

Sonntag, 15. September 2013

Lasst uns die Ersten sein Wenn sich der Trubel legt. Neue Wunder prophezeihen. Aus den Trümmern auferstehen. Wie Phoenix aus der Asche.

In OneTreeHill wird gefragt mit wem man zusammen sein will, wenn sich alles im Leben erfüllt hat. Wer dann neben einem stehen soll. Und der Mensch bei mir ist, zumindest momentan, Maxi. Niemals wird sich alles in meinem Leben erfüllt haben, aber er füllt mein Leben. Er war der erste, der von meiner gestrigen Absage von der Uni Köln gehört hat. Der erste, der mir sagte, dass ich meinen Weg gehen werde. Der erste, der sagte, dass noch zwei Unis ausstehen. Ich überlege mich am 27.09 mit ihm zu verabreden. Mich würde interessieren, ob er an meinen Geburtstag denkt (Tag danach, aber er hat Training bis 21 Uhr, also geht das Treffen über den 27. hinaus). Vielleicht wäre er sogar der erste, der mir gratuliert oder eben der erste, der es vergisst.

Eine Frau aus dem Fitnessstudio war die zweite. Sie hielt eine Lobrede auf mich und, dass ich an mich glauben soll, weil ich ein schlauer, guter Mensch bin. Sie war so ernsthaft, glaubwürdig, wenn es nicht um mich gegangen wäre.

Immer wieder stelle ich fest, dass soviele Menschen gibt, die an mich glauben, mich schätzen und an wenigen Tagen verstehe ich auch wieso. Es sind wenige, aber sie sind vorhanden.

Falls, nein,wenn bald die Zusage für Mathe kommt, hat sich mein größtes Problem gelegt, hat sich beinahe alles erfüllt und ich wünsche mir, dass dann Maxi in meiner Nähe ist. Und sonst, ist er der erste, der es erfährt, denn er wird noch lange, so denke ich, der erste in meinem Leben bleiben. Und das alles nur wegen dem Trieb der Fortpflanzung, ach nein, halt, ihr nennt das ja "Liebe". Gefühle gibt es doch gar nicht. Das ist alles nur die Vermeidung von Schmerz im Bestfall. Nicht mehr, aber vorallem auch nicht weniger.

Und ihr seid die Dritten. Niemand anderem habe ich davon erzählt. Aus Scham. Aus Angst. Wegen dem Gedanken, dass doch noch alles gut wird. Diese Hoffnung behalte ich ganz nah bei mir. So nah wie möglich und doch so fern.

Sonntag, 8. September 2013

Und Schwarz wird zu Grau wird zu Rot wird zu Licht. Und benommen, verschwommen erkennen was man will. Meine Welt aufgehoben, meine Welt in 3 Wörtern erklärt.

Liebster Maxi,
erneut bist du es an den ich mich richte. Aber es hat seine Begründung: Noch immer höre ich den Klang deiner Stimme in meinen Ohren. Jetzt noch spüre ich das Gefühl, welches ich empfinde, wenn du mich ansiehst und versuchst ganz unauffällig zu lächeln. Selbst jetzt habe ich deinen Duft in der Nase.
Obwohl es ein Kurstreffen mit etwa 15 Menschen war, saßen wir noch lange Zeit draußen allein, während sich die anderen in die warme Behausung zurückgezogen hatten. Du und ich. Ich und du. Allein, aber nicht einsam. Als F. raus kam, um zu rauchen und "Ist euch nicht kalt?" fragte, nahmst du mir das erste Wort. "Wie soll einem neben so einem Mädchen kalt werden?" waren deine Worte. Nebensächlich wie laut meine Stimmen wurden, dass du lügst, mein Herz ließ es nicht zu. Und mit jedem Schluck Alkohol wurde mein Herz nur lauter und damit mein Inneres klarer.
Wir kamen auf das Thema Gewicht und dass du Hannah nicht schön findest. Manchmal frage ich mich, ob du überhaupt jemanden schön findest. Und dass du lieber ein etwas molligeres Mädchen nehmen würdest, als eines, an dem überhaupt nichts dran ist, so wie es bei Hannah der Fall ist. Ich habe mir sooft gewünscht, die Figur von Hannah zu haben. Der Kontrast zwischen meinem Wunsch und der Wirklichkeit. Nur, dass du die Wirklichkeit schöner finden würdest als meinen Wunsch. Aber das ist nicht, was ich dir mitteilen möchte.
"O, es ist schön, von einem Helden sich geliebt zu sehn - es ist noch schöner, ihn zu lieben!" [Schiller] & "Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet, und das ist mehr." [Goethe] beschreiben nicht annähernd was ich fühle. Es mag exzessiv klingen, wie ich rede, doch es ist wahr. Mir fehlen gar die schönen Worte.
Als wir um 4 Uhr nachts oder gar schon morgens dort standen, du mich am Arm festhielst und nach einem nächsten Treffen fragtest, düngtest du deine Blume weiter, die doch bereits wie die schönste blüht.
Diesmal ist es anders. Ich hatte sooft schlechte Träume von Szenen im Regen, unter der Laterne, aber als du dort standest, mich batest mich schnell zu melden, ich habe meinen Verstand verloren. Selten war es so stumm dortoben. Selten habe ich eine Seele so nah an mich heran gelassen, wie die deinige.
Du warst heute der einzige Grund, wieso ich dorthin gegangen bin. Du bist der einzige Grund, wieso der Tag der schönste in der Woche ist. Und du wirst der einzige Grund sein, wieso ich morgen früh mit einem Lächeln aufwache.
Wir verstehen uns ohne Worte, sind Partner im Geiste. Du bist der starke von uns beiden, der selbstbewusste Junge, den eigentlich die meisten Mädchen schön finden müssten und der so unglaublich beliebt sein müsste. Aber das bist du nicht. Denn du bist so ehrlich, wie ich niemals zuvor jemanden gesehen habe. Und mit der Wahrheit kommen die meisten Menschen nicht zurecht. Es ist eine der schönsten Eigenschaften, denn so weiß ich, dass du, wenn du mir sagst, dass ich gutaussehe, nicht lügst. Und falls, falls du irgendwann Gefühle für mich haben solltest, dann weiß ich, dass sie echt sind.
Vielleicht ist das naiv, aber ich vertraue dir und das nicht, weil ich mich sonst selbst verliere, ganz ohne Zwang. Es gibt Millionen Menschen auf der Welt, aber im Grunde braucht man nur eine Person, die einem dieses Gefühl gibt von Geborgenheit, von Wohlsein, von Nähe, auch wenn es nur geistige ist. Ich habe soviel geschrieben, aber mir würden noch tausend weitere Dinge einfallen, denn du bist so vielseitig, so einzigartig, so besonders für mich. Und du machst mich zum Glücklichsten Menschen, wenn du freiwillig Zeit mit mir verbringen willst. Auch wenn die Hoffnung klein ist, dass du jemals das fühlen wirst, was ich fühle, behaupte ich dennoch, dass meine Gefühle richtig sind. Denn es geht mir so unglaublich gut bei dir. Und an dem meisten Tagen tut es nichtmal weh. Denn selbst als Freund bist du mehr Wert als ich beschreiben kann.
Ich hoffe, du träumst schöne Träume heute Nacht. Und vielleicht lächelst auch du morgen früh.

Samstag, 7. September 2013

Und wird Moral zum Feind von Freiheit, Geb' ich sie auf. Wahnsinn ist Phantasie. Moral ein trockener Schoss. Sie will ihn bezwingen. Doch er ist grenzenlos. Trotzdem finden beide Platz im selben Bett. Und er öffnet leise Ihr eisernes Korsett.

Liebster Maxi,
immer wenn ich denke, dass du mich vergisst oder bereits vergessen hast, meldest du dich nachts - still und leise - per Facebook. Deine Worte sind stummes Flüstern auf direktem Wege in mein Herz, selbst dann, wenn du nur fragst, wie es mir geht und ich dich wie gewohnt anlüge, weil die Wahrheit die Hoffnung für uns als Paar zuerstören würde. Und auch, wenn das immer nur eine flüsternde Vorstellung meines Herzens bleibt, behagt sie mir, bereitet sie mir mein einziges Lächeln am Tag. Meine Antworten, meine Worte klingen im Gegensatz zu dir so klobig und ungelenk.
Manchmal habe ich wahre Hoffnungen: Dann sagt mir eine Stimme, dass ich dir nicht egal sein kann, sonst würdest du dich nicht melden, sonst würdest du nicht Mitten in der Nacht etwas zu mir rufen. Du bist wie das Licht, heller als der Mond, wärmer als die Sonne. Und alle anderen Lichter wirken im Vergleich zu dir wie Streichhölzer - entweder der Wind holt sie oder sie verglimmen von allein.

Der Brief ist irgendwann während des Praktikums entstanden. Heute abend sehe ich ihn. Wir machen ein Mathe-LK Nachtreffen. Und nachdem er mir den Weg erklärt hat, kam dieses Gespräch:
//Er: Was bringst du mit?
Ich: Fleisch und Kartoffelsalat sofern ich Lust habe welchen zu machen
Er: Was soll ich denn mitbringen?
Ich: Brot dann haben wir alles :D
Er: Okay wenn du das sagst, muss es stimmen. :)
Ich: Ja also da meine Mutter zuviel fleisch nur für mich gekauft hat, kannst du da gerne mitessen
Er: Jo
Ich: Na dann hätten wir das doch geklärt irgendwie wird das komisch morgen die meisten wiederzusehen finde ich..
Er : kommt eh keiner 
Ich: Du kommst aber auf jeden fall oder?
Er: Aber nur wenn du kommst :D
Ich: Gut dann einigen wir uns darauf dass wir uns gegenseitig einfach nicht hängen lassen :D //
Ich finde, das klingt irgendwie so eingespielt, aber vielleicht ist es auch nur mein Herz, das sich das wünscht. Manchmal kann ich das nur ganz schwer unterscheiden.

P. hat mich gefragt, ob der Termin zur Absturzparty nächste Woche Freitag noch steht, aber er gehe ja davon aus, dass sie nicht stattfindet, weil ich nicht will. Ist doch auch so. Oder? Ich meine, egal was passiert, es ist P. Also sollte das völlig egal sein. Und ein paar Gehirnzellen zerstören kann nie schaden. Aber irgendwann erhängen sich mein Gewissen und meine Moralvorstellung wahrscheinlich miteinander. Wäre ein schönes Bild finde ich.

Mittwoch, 4. September 2013

Nichts habe ich gesagt. Noch habe ich je etwas getan. Dies ist der erste Tag. Dies ist der erste Tag von meinem restlichen Leben.

Erster Tag EignungsPraktikum, Realschule:
"Also grundsätzlich haben alle Klassen von 6-10 bis 13:15 Uhr Schule." Fresse hängt am Boden. Verflucht, ich hätte doch Realschüler sein sollen. Was zur Hölle. Meine Längste Schulzeit war ja nur 4 Zeitstunden später, ach quatsch ist doch geil. 17:15 Uhr nach Hause, Training, Schlafen.

Zehn Minuten später sitze ich hinten im Klassenraum und danke meinen Eltern, dass sie mich auf mein wundervolles Gymnasium geschickt haben. Gut, es ist nur die Organisationsstunde, aber man könnte sie auch pures Chaos nennen. Ich freute mich schon zu dem Zeitpunkt so sehr auf die 5/6te Stunde praktische Philosophie, doch ich sollte das bereuen...

29 Schüler, 24 mit Migrationshintergrund (an dieser Stelle schonmal vorab: Ich hab nichts gegen Ausländer, meistens. Jaja, hated ruhig, wenn ihr wollt). Unter 120 Schülern in meiner alten Stufe war ein türkisches Mädchen, welches aber in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Alle reden über irgendwelche Weiber, die sie knallen wollen, weil als "Türke kann man jede haben" [Zitat eines Schülers, 9te Klasse]. Der Philosophie-Lehrer wusste, dass Philosophie keinen Sinn macht und diskutierte zwei Stunden lang Vorfälle in Syrien und Ägypthen. Nachdem man einmal kompetenten Unterricht bei Herrn A. hatte, kann einem zwar nichts zufriedenstellen, aber wenigstens haben zwei, drei der SchülerInnen schonmal Nachrichten geguckt. Ich war glücklicher über die Schulklingel als jemals zuvor.

Seitdem steht auf jeden Fall fest, dass die einzige Form, die ich, sofern der Uni-Gott das zulässt, unterrichte an einem Gymnasium stattfindet. Natürlich wird auch da der Migrantenanteil höher, aber denen schmeiß ich schöne Schopenhauertexte vor die Nase, auch wenn sie nicht wollen.

Grundsätzlich sind die Lehrer alle ganz nett bisher, auch wenn ich mir die Namen nicht merken kann. Noch weniger die der Schüler, die nur Mist reden. Dabei fällt mir auf, dass ich irgendwie kein Problem mit Realschülern an sich habe, aber mit Leuten, die nicht so intelligent sind, wie ich sie gern hätte. Klingt kaum arrogant oder so, neee. Aber ich schließe die Leute ja nicht aus, nur richtig dummen Menschen höre ich einfach nicht zu. Gut, an der Toleranz sollten wir wohl noch arbeiten, würde ich behaupten. Aber hey, immerhin sind Teile meiner besten Freunde Hauptschüler gewesen. Vielleicht sind wir deshalb Freunde, weil ich ihnen nicht zuhöre? ich bin übermüdet und erfinde Theorien, die Schwachsinn sind.

Interessiert das hier überhaupt so insgesamt irgendwen?

Montag, 2. September 2013

Ich erzähl dir einfach alles, irgendwann verstehst du mich. Ich versuch mich selber an den Haaren wieder raus zu reißen. Wünschen würd ich mir, dass du jetzt kämst um mir die Hand zu reichen.

Hallo, liebste Leser. Irgendwie mache ich mich momentan rar und das tut mir Leid. Ab Mittwoch muss ich wieder zur Schule, nur diesmal in der Praktikantenrolle. Ich freue mich endlich wieder etwas mehr Sinn im Leben zu haben.

Gesternabend war Reste-Trinken bei K. mit ein paar Leuten. Und traurigerweise war ich neugierig und wollte wissen, was Jonas und T. über mich und wegen dem "Doppeldate" geschrieben haben. Das folgende ist ein Chatverlauf zwischen Jonas und T:
T: Na, wie wärs schönes Doppeldate mit Denise?
J: Ich weiß nicht, ob das so das richtige wäre, weißt du...
T: Wieso? Stehst du etwa nicht mehr auf sie? Ich kenn Denise ziemlich gut, ich bin mir sicher, dass ihr gut zusammen passt.
J: Doch schon. Aber ich glaube, ich muss die vorher nochmal auf einer Party sehen oder so. Irgendetwas lockeres. Echt meinst du? Naja..
T: Wir können ja auch so einfach mal mit ein paar Leuten Cocktails trinken gehen.
J: Ja, sicher das können wir machen.

Dieser aus der Erinnerung erzählte Gesprächsfetzen ist so ironisch. T weiß nichts von mir. Also er kennt mich wie ich mich gebe. Aber er hat keine Ahnung von Narben, Hungern und all dem. Und ich bezweifele, dass ich mit irgendjemandem zusammenpasse, den T. mag, weil T. ist ein netter, guter Mensch. Ich bin sadistisch, böse und menschenfern. Und die größte Ironie: Er möchte mich abfüllen, damit ich ein besseres Bild von ihm habe. Aber das ist unmöglich. Durch häufigen Alkoholgenuss vertrage ich einfach soviel, dass die meisten Kerle vorher peinlich werden - was immerhin die meisten werden, wenn sie viel trinken. Und dadurch stehen die meist schlechter da als hätten sie es nüchtern bei mir versucht. Klar ist, dass J. anfängt an mir zu zweifeln, was ich ebenso fragwürdig finde, wie seine Gefühle. Wobei man Gefühle ja nicht in Frage stellen darf, ich kenne ja seine Beweggründe nicht. Wobei er nichtmal welche haben kann, er kennt meinen Namen und hat zweimal 5 Minuten mit mir geredet. Ach, ich versteh einfach nicht daran, wie man mein Äußerliches so ansprechend finden kann, dass man deshalb auf mich steht. Und der erste Eindruck von mir, ist bei den meisten Menschen düster und verschlossen.

Der Kontakt zu Maxi ist irgendwie halbwegs eingeschlafen. Also wir schreiben, aber er bricht die Gespräche ganz oft einfach mittendrin ab, wobei wir auch eine richtigen Themen haben. Vielleicht weil er früh schlafen geht, aber das ist eher unwahrscheinlich. Nächsten Samstag haben wir ein Mathe-LK Nachtreffen. Ich hoffe, wir können da reden. Ich hoffe, ich kann da endlich mal wieder lachen. Wisst ihr, das fällt mir momentan echt schwer. Morgen abend gehe ich mit meiner besten Freundin trinken. Jaja, ich weiß, ich tue nichts anderes. Vielleicht kann ich dann mal wieder lachen. Momentan ist alles irgendwie so grau. Es tut nicht weh, aber es ist leer. Ich will kein Blut, aber ich will auch das, was jetzt ist nicht. Eigentlich wird mir in solchen Momenten erst klar, wie sehr ich Maxi vermisse. Oder einfach jemanden, der mir das Leben zeigt. Und er war so gut dadrin.

Dienstag, 27. August 2013

Forgive sounds good. Forget, I'm not sure I could. They say time heals everything, but I'm still waiting. It's too late to make it right I probably wouldn't if I could. It turned my whole world around And I kind of like it.

Ich weiß echt nicht, was ich euch schreiben möchte. Ich habe viele Gedanken, aber keiner scheint mir würdig ihn euch auf die Nase zu binden. Meine Gedanken momentan sind völlig unwichtig. Deshalb dachte ich, ich zeige euch einen Buchausschnitt von Eckart von Hirschhausen, der von Depressionen handelt.

"Dieses Buch kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen - aber vielleicht anregen. Und deshalb noch ein paar ernste Worte zum Thema Depression: Was ist das Gegenteil von Glück? Unglück? Könnte man denken. Glück geht vorbei. Unglück auch. Das Gegenstück zu Glücksgefühlen ist, wenn man gar nichts mehr fühlt. Depression ist die Krankheit der "-losigkeit". Alles ist sinnlos, hoffnungslos, emotionslos. Wer unter Depressionen leidet, ist schlaflos, antriebslos und wäre am liebsten sich selbst ganz los. Die Depression ist die häufigste seelische Störung überhaupt und auch die teuerste. Sie kostet vielen Menschen das Leben durch Suizid, sie kostet zusammengenommen viele Jahrhunderte an Lebensqualität. [...] Wer dieses schlimme Leiden mit Worten beschreiben könne, habe es selbst nicht durchgemacht. Es sei die schmerzlichste Erfahrung des Lebens. [...] Welchen "Sinn" macht eine Krankheit der Sinnlosigkeit? Am ehesten den einer Notbremse. Permanenter Stress und Überforderung führen zum Rückzug aus dem aktiven Leben, der Betroffene spart Energie und bringt andere dazu, ihn zu unterstützen. Wer einmal mit schwer Depressiven zu tun hatte, weiß, dass es ein Stadium gibt, in dem alle gutgemeinten Ratschläge wie "Raff dich doch einfach auf" nichts nützen und nur alle Beteiligten noch hilfloser machen und bisweilen auch wütend. Depression ist eine Krankheit, kein Versagen. Wenn Sie ausgebrannt sind, gilt das Gleiche, wie wenn Ihre Wohnung brennt: Holen sie Hilfe! Am besten schon, wenn Sie die ersten Rauchzeichen wahrnehmen. Depression kommt meist nicht aus heiterem Himmel, sondern entsteht aus trüben Gedanken, die einen in endlosen Spiralen abwärtsziehen. [...] Depressive Menschen erschaffen sich ihren Käfig in Gedanken, und wenn Stöße und Erschütterungen dazukommen, können sie sich nicht mehr aus ihren Denkgittern und Endlosschleifen befreien: "Ich bin wertlos, meine Welt ist düster, meine Zukunft ist hoffnungslos." Der Therapeut Aaron Beck entdeckte diese typischen Denkmuster und dass man nicht nur Hilflosigkeit lernen kann, sondern auch Optimismus, indem man lernt, die Denkmuster zu unterbrechen. Die Methode heißt "Kognitive Verhaltenstherapie" und ist nach heutigem Wissensstand eine der wirksamsten Methoden überhaupt, Depressionen zu behandeln. [...] Das beste Mittel gegen die krankhafte Schwermut bleibt das Glück, in vielen kleinen Schritten. Seinen Weg zu ändern ist manchmal leicht. Meistens braucht es Wiederholungen, bis man etwas wirklich verstanden hat. So ähnlich wie beim Fernsehen, wenn man eine Wiederholung sieht und denkt: Mann, das kenn ich doch schon - aber nicht mehr genau weiß, wie es ausgeht, und dann doch zu Ende guckt. In unserem Leben schauen wir oft bis zum Ende zu, obwohl wir wissen, wie es ausgeht - weil uns eben der Weg interessiert."

Ich versuche meine Denkmuster zu unterbrechen, treffe mich mit Menschen, gehe aus dem Käfig, nur leider mit dem Gedanken, dass alle Menschen böse sind und mir doch nur weh tun. Das Treffen mit Jonas hat nichtmal einen Termin und ich habe ihn in meinem Kopf schon zu allem gemacht. Vom Vergewaltiger bis hin zum Arschloch bis hin zum Kerl, den ich so sehr weh tue, dass er endet wie ich. Faire Chancen? Gibts bei mir nicht, kann ich niemandem geben. Er steht auf mich und allein der Gedanke beunruhigt mich ungemein, denn ich kann ein ganz schönes Arschloch sein. Vielleicht ist das Treffen ein kleines Stückchen Glück? Oder wieder nur ein Schritt tiefer in den Käfig. Seht ihr, selbst wenn ich es versuche, die Gitter bleiben, ich schiebe sie eigentlich nur vor mich hin. Ich möchte Maxi sehen. Hierhin schaffen. Sofort. Bitte.

Sonntag, 25. August 2013

"Wollen Sie zurück in die Heimat?" - "Heimat. Heimat ist wo das Herz ist, so heißt es doch. Ich habe London so vermisst. Sein Lied und seinen Schmerz sind für mich so süß wie ein seltener Wein."

Tada. Hier bin ich wieder. Nach einer Woche Urlaub, in dem 6 Menschen ständig auf einem Haufen waren, bin ich gerade mehr als froh allein zu sein. Wobei 4 davon ja gar nicht so schlimm waren, aber meine Stimmen und S. haben mich schon ziemlich genervt. Jeden Tag Strand und 3 Mahlzeiten am Tag sind einfach nichts für mich. In den letzten Tagen hätte ich mich am liebsten nur ins Handtuch eingerollt, aber naja, ich wollte den anderen nicht unbedingt die Laune ruinieren.

Es war kein Urlaub wie der letzte in Irland, wo ich sagen würde: Jetzt gehts mir besser. Es hat sich gelohnt. Es sind 6 weitere betrunkene Nächte in meinem Leben dazugekommen. Betrunken Mario Party spielen war ziemlich witzig, vorallem wenn man nicht mal gerade stehen konnte. Dann wurde öffentlich darüber diskutiert, wie "schlampig" P. ist, weil er ja mit so vielen Mädchen rumgemacht hat. P. hat sich gewehrt und meinte, es waren "nur" 3 von 6 und eine doppelt. Hust, gut dass ich nicht das bin, hust. Dann meinte P., dass er doch nicht alles aus unserer Nacht vergessen hat und der vor jahren versprochene und jährlich wiederholende Absturzabend zwischen uns beiden noch stattfinden muss. Das kann ja heiter werden.

Nebenher haben T. und K. eine Art Doppeldate mit mir und Jonas, dem Arbeitskollegen von T. organisiert bzw. wollen das tun. Immerhin hat Jonas mich danach gefragt und naja, was solls. Es ist zwar mies von mir, weil ich weiß, dass er auf mich steht und ich auch weiß, dass die Wahrscheinlichkeit dass daraus etwas wird bei unter 1% ist. Aber ihn zu ignorieren wäre auch nicht nett. Wahrscheinlich müsste ich mit ihm darüber reden oder aber ich schieß mich einfach ab, dann mag ich alle Jungs, glaube ich. Nein, nur manche. Die, wo ich die fiese Ader spüre. Oder so.

Von Maxi habe ich nicht viel gehört, weil er parallel und länger, also bis morgen, bei seinem besten Freund in Österreich ist. Und so wie ich es auf Facebook entziffern konnte, sind die jeden Abend voll, weshalb er mir wahrscheinlich auf die Frage, ob wir was machen, wenn wir beide wieder zu Hause sind, auch nicht geantwortet hat. Oder er mag es mich zu ignorieren. Oder er hat sein Handy in Alkohol gebadet. Ach, was weiß ich. Ich bin froh wieder zu Hause zu sein, denn das zählt.

Übrigens fand ich es supersüß, wie einige von euch sich geärgert haben, dass sie mich bei OlgasRock  nicht gesehen haben. Aber kein Ding, unter so vielen Menschen kann man mich auch nicht finden. Und wenn man mich suchen will: Grundsätzlich in der Nähe von Whisky zu finden.

Sonntag, 18. August 2013

Schmor in der Hölle, so lange du lebst. Im Flammenmeer wart ich bis du unter gehst. Schmor in der Hölle, küss dem Teufel den Arsch und ich verfluche deine Seele Tag für Tag.

Morgenfrüh fahr ich mit meinen Freunden nach Holland. Ich wollte mich eigentlich nur kurz abmelden. Mir fehlen die Worte mehr zu schreiben. Ich weiß nicht, was los ist. Aber jeder Teil meines Lebens geht Richtung Sinnlosigkeit. Selbst das kann ich nicht erklären. Es war nett von euch zu sagen, dass ich nur Philosophie studieren soll, aber das ist nicht möglich. Verflucht nochmal einfach nicht möglich.
Währenddessen verkrieche ich mich in Gossip Girl Staffeln und wünsche mir ein Leben  voller Lügen, Intrigen und Unzucht. Wieso? Weils dann wenigstens ein Leben ist. Ich bin nicht sehr motiviert in den Urlaub zu fahren, wo ich 2 von 5 Mitfahrern nicht lange ertragen werde. In einen Urlaub, wo ich Bikinis trage und mich fett fühle. Wo ich essen muss, weil sie sonst fragen stellen. Wo ich wahrscheinlich noch mehr zunehme, als ich jetzt schon tue, obwohl ich mehr Zeit im Fitnessstudio verbringe als mit Schlafen. Ich geh hier noch kaputt und die nächste Woche wird die Hölle.
Auf wiedersehen Mitmenschen, willkommen Teufel.