Bis auf einen Tag ist es 4 Jahre her. Ich könnte euch so viel über diese 4 Jahre erzählen. Was passiert ist. Wie es mir geht. Aber sind wir ehrlich, der Text wäre so lang und vermutlich ist hier eh niemand mehr unterwegs.
Ich habe vor ein paar Tagen an all das hier gedacht. An das Blut, an den Schmerz, daran, dass ich regelmäßig unregelmäßig was geschrieben habe. Ich habe inzwischen lange nicht mehr geschrieben. Lustlose E-Mails und Whatsapps sind wohl alles.
Ich habe viele Posts hier gelesen. Weniger die mit Blut und Schmerz, mehr die, die knistern, die aufregend waren, die mich heute herzlich zum Lachen bringen.
Viele der Personen von damals sind heute noch in meinem Leben, manche sind immer noch in ihren Beziehungen, manche sind weiter entfernt. Aber so ist das Leben wohl. So ist es, wenn man "Erwachsen" wird.
Alles hier, ihr alle, wart Teil von meinem Leben und während ich denke "ich hab's geschafft", hoffe ich umso mehr, dass ihr dies auch denken, sagen, beinahe herausschreien könnt. Ich würde nie behaupten, dass ich heute psychisch gesund bin. Meine Körperwahrnehmung ist immer noch mehr als schwierig, aber ich bin so oft glücklich. Ich habe so viel geschafft. Ich definiere mich vielleicht zu viel über Arbeit, aber hab auch Menschen, die auf mich aufpassen.
Ich habe den besten Job der Welt. Weil ich gekämpft habe. Weil ich Dreck gefressen habe. Weil ich es so unbedingt wollte. Und weil ich auch hier und da Glück hatte. Glück, dass andere Arbeitgeber so schlecht waren, dass ich gehen musste. Glück, dass ich nicht einfach aus einem Anflug von Unvernunft weggezogen bin.
Und vor allem habe ich gelernt mich selbst an erste Stelle zu stellen. Ich bin nicht dafür da, dass andere glücklich sind. Andere werden mich nie vollkommen erfüllen. Ich liebe meine Freund/innen und für jede/n würde ich mein letztes Hemd geben, versteht mich nicht falsch. Aber ich würde mich nie wieder aufgeben.
In einer parallelen Welt sitzen wir gerade alle zusammen in einem Cafe und stoßen auf unser Leben an. Darauf, dass wir hier sind. Dass wir anonymen Menschen uns Halt gegeben haben. Dass wir immer wussten, wir sind nicht allein. Dass wir wussten, wir werden verstanden, akzeptiert, sogar gemocht.
Wenn ich euch als meine (stillen) Leser/innen nicht gehabt hätte, wäre ich vielleicht nicht mehr hier. Wäre ich vielleicht ganz woanders abgebogen. Wäre vielleicht den dunklen Gedanken mehr hinterher gejagt. Ihr habt euch so viel Zeit genommen. Das hier zu lesen. Das hier zu kommentieren. Mich zu retten. Das ist auch euer Verdienst. Auch wegen euch, kann ich heute sagen:
Hallo, ich bin Denise und ich liebe das Leben.