Es ist Freitag, 17:30
Ich: Hallo, wie siehts denn mit heute aus? :)
Marco: Hey, ich hab dich nicht vergessen :D Ist halt mega warm. Was sagst du denn?
Ich: Gut zu wissen. :D Ich kann nur zustimmen, dass es mega warm ist
Er: Ich würde sagen, dass wir wenn dann später gehen :D
Ich: Das Anschreiben war auch gar nicht so gedacht, dass ich jetzt sofort was machen will.
Er: Ich geh jetzt erstmal duschen :)
Gute Eigenschaft vor so einem Treffen duschen zu gehen, finde ich. Denke mir, dass es ja erst Nachmittag ist und wir ja Zeit haben, das noch zu klären.
Es ist immernoch Freitag, 20:00
Er: Ehrlich gesagt bin ich bei der Wärme ja doch ein bisschen erschöpft ne :D also feiern gehen oder so würde ich auch lassen oder?
Ich: Ja also ich glaube feiern gehen ist echt zu anstrengend. :D bin froh, dass du das genauso siehst. Nicht, dass ich der Spielverderber bin... :D
Er: Ne, das sehe ich genauso. Also wenn dann was chilliges oder wir schieben es ein paar Tage nach hinten. :) Weil ich doch ein bisschen in Zeitnot geraten bin und jetzt erst fertig bin quasi.
Ich: Oh okay. Grundsätzlich wäre ich für alles chillige offen :D Ich kann auch irgendwie mehr in deine Richtung fahren oder irgendwie sowas :D
Ab dem Moment habe ich eingestellt mich fertig zu machen. Ich habe mir meine Joggingshorts angezogen, mir Fußball angemacht und wusste, wusste einfach, was passieren wird.
Es ist leider Freitag, 21:00
Er: Jaa ein bisschen stressig schon, war jetzt gerade noch kurz bei meinen Eltern.. Kannst du die nächsten Tage alternativ? :)
Ich: Achso, Hm keine Ahnung. Muss halt die komplette nächste Woche arbeiten.
Er: Ach mies.. Schlag mal einfach was vor dann :)
Es ist gottseidank Samstag, 00:30 in der Früh. Seine Smileys kann er sich in seinen Allerwertesten schieben. Das Gespräch ist übrigens genauso abgelaufen. Ich hab nichts zwischendurch weggelassen. Außer die Warteminuten. Die Minuten, wo ich drüber nachgedacht habe, ob einfach was passiert ist. Die Minuten, in denen ich mich immer wieder fragte, wie blöd man eigentlich sein muss. Wie blöd ich eigentlich immer wieder bin.
In meinem direkten Freundeskreis sind momentan bis zu 6 Leute, die sich unbedingt mit mir treffen wollen, aber ich habe wegen der Arbeit fast keine Zeit und ihm fällt nichts besseres ein als mich zu versetzen, weil er gestresst ist? Aber hauptsache er kann bei seinen Eltern sein. Nee ist okay. Moment.. Nein, doch nicht. Was ist sein Problem? Wollte er feiern gehen und mich flachlegen? Und da es so warm war, hatte er keine Lust? Steht denn echt so dick blöd auf meiner Stirn?
Wisst ihr, wenn er sich wenigstens entschuldigt hätte, wäre ich vielleicht nicht halb so genervt wie ich es jetzt bin. Wenn er wenigstens eine Begründung geliefert hätte. Irgendwas. Ich werde auf jeden Fall nicht darauf antworten. Das ist mir zuwider. Ich bin kein Mensch, der nicht u.U. eine zweite Chance gibt, aber so? Gibt es auch noch Menschen, die das Wort Respekt in gewisser Weise kennen? Ja, ich bin ein Mädchen. ja mein Geschlecht und vor allem meine Generation zeigt sich momentan oft nicht von seiner besten Seite, aber deshalb kann man nicht alle weiblichen Geschöpfe zum Objekt deklassieren, welches Lust zu haben hat, wenn er Lust hat. Ja ich reagiere über. Aber ich bin genervt und dann tue ich sowas schonmal. So bin ich halt.
Samstag, 27. August 2016
Dienstag, 23. August 2016
Wir beide sind Meister im Narben vergleichen. Im eigentlich so nah sein und doch nicht zu erreichen. Im Wegwünschen, was man vermisst
Ich brauche momentan einfach jemanden, der mir zeigt, dass ich es wert bin geliebt zu werden. Eigentlich weiß ich das. Eigentlich bin ich alleine zufrieden. Aber momentan ist da dieses riese Loch. Ich weiß nicht, wo der Platz herkommt in meinem vollgestopften Leben. Und ich weiß, dass meine Freunde mich mögen. Und ich weiß, dass ich ständig neue Leute kennenlerne, die mich offensichtlich mögen. Aber dieses Mögen macht mich wahnsinnig. Wieso zur Hölle bin ich eigentlich als dieser komische Kumpeltyp geboren, bei dem alle Kerle sagen, dass sie das bei Frauen klasse finden? Und wieso findet es nie wirklich jemand klasse? Und da soll mir mal einer sagen, ich sei kompliziert.
Marco und ich treffen uns Freitag. Eigentlich wollen wir in einen Club oder Ähnlichem, aber wenn die grausamen Temperaturen anhalten, machen wir was anderes, glaube ich. Ich werde da nicht so schlau raus. Ich halte mich für mehr oder weniger intelligent, aber in menschlichem Verständnis fehlt eine ganze Menge. Und das Problem ist, dass es keine guten Bücher darüber gibt. Keine Fortbildungsmöglichkeit vorhanden, außer immer wieder hinzufallen und aufzustehen.
Und auch wenn dieser Post hier so klingt als hätte sich das mit Marco schon wieder geklärt, weil ich mal wieder auf die Einsamkeit und männliche Wesen schimpfe. Es hat sich erledigt. Vermutlich ist es so offen wie nie zuvor. Und genau das treibt mich an den Rand der Verzweiflung. Ich verzweifle zugleich an mir, der Welt und jedem Gefühl. Aber ich zweifle nicht an der Vorstellung von mir und ihm. Nicht daran, dass ich das wirklich will. Und nicht aus Einsamkeit.
Das Loch ist nur da, weil er genau da sein soll. Neben mir. Bei mir.
Marco und ich treffen uns Freitag. Eigentlich wollen wir in einen Club oder Ähnlichem, aber wenn die grausamen Temperaturen anhalten, machen wir was anderes, glaube ich. Ich werde da nicht so schlau raus. Ich halte mich für mehr oder weniger intelligent, aber in menschlichem Verständnis fehlt eine ganze Menge. Und das Problem ist, dass es keine guten Bücher darüber gibt. Keine Fortbildungsmöglichkeit vorhanden, außer immer wieder hinzufallen und aufzustehen.
Und auch wenn dieser Post hier so klingt als hätte sich das mit Marco schon wieder geklärt, weil ich mal wieder auf die Einsamkeit und männliche Wesen schimpfe. Es hat sich erledigt. Vermutlich ist es so offen wie nie zuvor. Und genau das treibt mich an den Rand der Verzweiflung. Ich verzweifle zugleich an mir, der Welt und jedem Gefühl. Aber ich zweifle nicht an der Vorstellung von mir und ihm. Nicht daran, dass ich das wirklich will. Und nicht aus Einsamkeit.
Das Loch ist nur da, weil er genau da sein soll. Neben mir. Bei mir.
Freitag, 12. August 2016
Ich entschuldige mich für den sinnlosen und inhaltsleeren Post, erhoffe mir aber durch Loswerden der Gedanken, die Lösung meiner Probleme.
Es ist Freitagabend. Ich gehe nie gern aus. Aber ich bin ein Mensch. Leider will ich somit immer das, was ich nicht haben kann. Und egal, wen meiner Freunde und Bekannten ich frage, niemand hat Zeit. Aber ich will was unternehmen. Unternehmen, um mich abzulenken. Ich will einfach nicht länger darüber nachdenken, was Marco macht. Ja, er hat meine Gedanken übernommen. Verwundert euch vermutlich weniger als mich. Heute ist er das dritte Mal hintereinander auf der Kirmes. Nicht mit mir. Mit irgendwem. Und gestern hat er sehr oft mit mir geschrieben und mir ständig Sprachnachrichten mit irgendwelchen Schlagern (Schenk mir dein Herz, ahja) geschickt. Und trotzdem macht es mich nervös, was einerseits daran liegt, dass ich schlechte Laune habe, weil niemand Zeit hat und ich gerade verlernt habe, mich zu beschäftigen. Andererseits liegt es daran, dass ich nicht weiß, ob er nicht jeden Abend mit jemand anderen zur Kirmes geht. Was ist, wenn ich nur eine von vielen bin? Falls ich überhaupt eine von denen bin. Falls ich überhaupt interessant bin. Dieses Alleinsein bekommt mir in der Stimmung überhaupt nicht. Ich brauche Ablenkung. Es ist übrigens keine sinnvolle Ablenkung darüber nachzudenken, wie die anderen wohl so sind. Meine andere Möglichkeit ist zu trinken. Ist alleine aber auch deprimierend und führt zu noch dümmeren Ideen.
Fakt 1: Kein Kerl schreibt mit jemanden, wenn er wirklich ein Date hat. Deshalb hatte Marco gestern kein Date. Heute schreibt er nicht. Vielleicht hat er heute eins.
Fakt 2: Während wir weg waren, hatte er sogar sein Handy aus. Zumindest hat er das gesagt. Er hatte es auch nie in der Hand.
Fakt 3: Wir hatten also ein Date. Ist das überhaupt ein Fakt? Auf meiner Liste schon.
Fakt 4: Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, habe ich auch nicht oft mein Handy in der Hand.
These: Er hat kein Date. Ich halt den Mund, versuche was Intelligentes wie Lesen, um mich abzulenken. Notfalls muss irgendeine Serie herhalten. Vielleicht fange ich wieder mit Hannibal an. Oder mit irgendeiner anderen Serie wo keine Liebesszenen drin stecken. Wie Sons of Anarchy oder Bates Motel.
Ich weiß nicht was passiert, wenn meine Mitbewohnerin ausziehen sollte. Ich bin hoffnungslos verloren. Ich bin völlig abhängig von Menschen. Das widert mich an und zeigt mir gleichzeitig, was für wundervolle Menschen ich offensichtlich kenne. Diese wundervollen urlaubmachenden Menschen. Morgen kommt C., Dienstag kommt meine Mitbewohnerin. Das schaff ich noch. Ganz sicher. Kurz bevor ich dann irre werde. Bis Dienstag unterhalte ich mich dann mit arbeiten und meiner Hausarbeit.
Meine Selbstanalyse hat übrigens ergeben, dass ich eifersüchtig bin, wenn ich nicht mit jemandem zusammen bin. Oder halt nichts geklärt ist. So ein bisschen. ich würde es niemals zugeben aber vor euch kann ich es ja sagen. Ich schreibe als wäre ich schon betrunken. Nur Schwachsinn und der Zusammenhang existiert nur in meinem Kopf. Entschuldigt aber manchmal fällt auch hier das Niveau Richtung Boden. Bevor es noch tiefer geht, schließe ich es ab. Das Gedankenloswerden. Das Rumheulen. Das Menschsein.
Nachtrag (2 Stunden später): Er schreibt mit mir. Er ist nett zu mir. Also alles wie immer, obwohl ich ein kopflastiger Idiot bin. Ein Idiot mit so komischen Gefühlen.
Plötzlich kann ich mich auch wieder beschäftigen.
Fakt 1: Kein Kerl schreibt mit jemanden, wenn er wirklich ein Date hat. Deshalb hatte Marco gestern kein Date. Heute schreibt er nicht. Vielleicht hat er heute eins.
Fakt 2: Während wir weg waren, hatte er sogar sein Handy aus. Zumindest hat er das gesagt. Er hatte es auch nie in der Hand.
Fakt 3: Wir hatten also ein Date. Ist das überhaupt ein Fakt? Auf meiner Liste schon.
Fakt 4: Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, habe ich auch nicht oft mein Handy in der Hand.
These: Er hat kein Date. Ich halt den Mund, versuche was Intelligentes wie Lesen, um mich abzulenken. Notfalls muss irgendeine Serie herhalten. Vielleicht fange ich wieder mit Hannibal an. Oder mit irgendeiner anderen Serie wo keine Liebesszenen drin stecken. Wie Sons of Anarchy oder Bates Motel.
Ich weiß nicht was passiert, wenn meine Mitbewohnerin ausziehen sollte. Ich bin hoffnungslos verloren. Ich bin völlig abhängig von Menschen. Das widert mich an und zeigt mir gleichzeitig, was für wundervolle Menschen ich offensichtlich kenne. Diese wundervollen urlaubmachenden Menschen. Morgen kommt C., Dienstag kommt meine Mitbewohnerin. Das schaff ich noch. Ganz sicher. Kurz bevor ich dann irre werde. Bis Dienstag unterhalte ich mich dann mit arbeiten und meiner Hausarbeit.
Meine Selbstanalyse hat übrigens ergeben, dass ich eifersüchtig bin, wenn ich nicht mit jemandem zusammen bin. Oder halt nichts geklärt ist. So ein bisschen. ich würde es niemals zugeben aber vor euch kann ich es ja sagen. Ich schreibe als wäre ich schon betrunken. Nur Schwachsinn und der Zusammenhang existiert nur in meinem Kopf. Entschuldigt aber manchmal fällt auch hier das Niveau Richtung Boden. Bevor es noch tiefer geht, schließe ich es ab. Das Gedankenloswerden. Das Rumheulen. Das Menschsein.
Nachtrag (2 Stunden später): Er schreibt mit mir. Er ist nett zu mir. Also alles wie immer, obwohl ich ein kopflastiger Idiot bin. Ein Idiot mit so komischen Gefühlen.
Plötzlich kann ich mich auch wieder beschäftigen.
Dienstag, 9. August 2016
Ist die Angst schon geringer, und der Körperkontakt ist Gefühlsüberbringer, trotzdem ist jeder allein; und es gibt keinen, der die Macht hat, es zu steuern.
Seit ich denken kann, habe ich Distanz zu körperlicher Berührung. Wenn
meine Mutter mich als Kind gebeten hat, jemandem Hallo zu sagen, habe
ich niemals meine Hand ausgestreckt, höchstens gewunken. Wenn andere
Kinder ihre Eltern angesprungen haben, wenn sie von der Schule abgeholt
haben, habe ich maximal gelächelt. Meist über die Erleichterung nicht
mehr unter 30 anderen Menschen zu sein. Als später das Umarmen als
Kriterium der Freundschaft galt und nur die wirklichen Freunde so
begrüßt wurden, hätte man meinen können, dass ich keine Freunde hatte.
An Weihnachten ist es bis heute eine Qual. Das Drücken, das ganze Getue,
die Verwandten, die drauf bestehen. Warum fühlen sich Menschen denn nur
so wert geschätzt? Liebe oder Zuneigung ist ein Gefühl, kein Körperkontakt.
Heute kann ich bei manchen Menschen damit umgehen. In gewisser Weise bin ich erwachsen geworden und füge mich. Oder ich hab den Widerstand aufgegeben. Vielleicht kommt das auch zusammen. Aber oft wenn ich Menschen dann so sehr mag, dass ich sie bei der Begrüßung umarme, höre ich oft: „Du kannst mich auch anfassen“ oder "Ich geh so schnell nicht kaputt". Oft erschrecke ich dann. Ich fühle mich als würde ich zu viel berühren, zu viel Nähe haben und sie empfinden es genau andersherum.
Als ich mit meiner Mutter im Supermarkt an der Kasse stehe, fragt sie mich, wie die Kirmes mit Marco war. Manchmal erwähnt man Namen und Menschen unterbewusst zu oft. Ich erzähle völlig detaillos, dass es gut war. „Wieso habe ich immer das Gefühl, das Menschen nicht verstehen, wenn ich was gut fand? Kann man mich so wenig einschätzen?“, frage ich. Meine Mutter sieht mich an und zuckt die Schultern: „Mich würde es auch sehr wundern, wenn das jemand kann, wenn ich das selbst nach fast 22 Jahren nicht schaffe. Ich weiß bis heute nicht, ob dir das, was wir machen gefällt oder nicht.“ Ich seufze. „Aber was mach ich denn anders als andere?“ – „Andere zeigen, was sie fühlen“, sagt sie und bereut es kurz darauf so ehrlich gewesen zu sein. „Mach beim nächsten Mal ein paar Luftsprünge oder so“, ergänzt sie lächelnd. Sie meint es nur gut.
Mich selbst stellt es vor die ungläubige Tatsache, dass sie alle recht hatten. Maxi konnte nicht wissen, was ich fühle. Tims „Anschuldigung“ war gerechtfertigt. Meine eigene Mutter. Verflucht. Und was bedeutet das jetzt für mich? Muss ich mich ändern? Ich zeige ganz offiziell keine Gefühle. Aber es ist doch so viel mehr als körperliche Reaktion. Es ist doch in mir drin. Und davon jede Menge. Muss ich mich ändern? Soll ich jetzt vor anderen weinen, damit sie mich für einen Menschen halten? Vor jedem mein Herz ausschütten? Sagt mir, was soll ich tun? Das ist übrigens ein Ausdruck der Verzweiflung, falls das nicht offensichtlich ist.
Heute kann ich bei manchen Menschen damit umgehen. In gewisser Weise bin ich erwachsen geworden und füge mich. Oder ich hab den Widerstand aufgegeben. Vielleicht kommt das auch zusammen. Aber oft wenn ich Menschen dann so sehr mag, dass ich sie bei der Begrüßung umarme, höre ich oft: „Du kannst mich auch anfassen“ oder "Ich geh so schnell nicht kaputt". Oft erschrecke ich dann. Ich fühle mich als würde ich zu viel berühren, zu viel Nähe haben und sie empfinden es genau andersherum.
Als ich mit meiner Mutter im Supermarkt an der Kasse stehe, fragt sie mich, wie die Kirmes mit Marco war. Manchmal erwähnt man Namen und Menschen unterbewusst zu oft. Ich erzähle völlig detaillos, dass es gut war. „Wieso habe ich immer das Gefühl, das Menschen nicht verstehen, wenn ich was gut fand? Kann man mich so wenig einschätzen?“, frage ich. Meine Mutter sieht mich an und zuckt die Schultern: „Mich würde es auch sehr wundern, wenn das jemand kann, wenn ich das selbst nach fast 22 Jahren nicht schaffe. Ich weiß bis heute nicht, ob dir das, was wir machen gefällt oder nicht.“ Ich seufze. „Aber was mach ich denn anders als andere?“ – „Andere zeigen, was sie fühlen“, sagt sie und bereut es kurz darauf so ehrlich gewesen zu sein. „Mach beim nächsten Mal ein paar Luftsprünge oder so“, ergänzt sie lächelnd. Sie meint es nur gut.
Mich selbst stellt es vor die ungläubige Tatsache, dass sie alle recht hatten. Maxi konnte nicht wissen, was ich fühle. Tims „Anschuldigung“ war gerechtfertigt. Meine eigene Mutter. Verflucht. Und was bedeutet das jetzt für mich? Muss ich mich ändern? Ich zeige ganz offiziell keine Gefühle. Aber es ist doch so viel mehr als körperliche Reaktion. Es ist doch in mir drin. Und davon jede Menge. Muss ich mich ändern? Soll ich jetzt vor anderen weinen, damit sie mich für einen Menschen halten? Vor jedem mein Herz ausschütten? Sagt mir, was soll ich tun? Das ist übrigens ein Ausdruck der Verzweiflung, falls das nicht offensichtlich ist.
Sonntag, 7. August 2016
And the worst part of a good day is the one thing you don't say
Ich war vorhin mit Marco auf der Kirmes. Ich war etwas zu früh am Treffpunkte, er etwas zu spät. Dann sind wir zur Kirmesplatz gegangen und verflucht war das groß. In diesen Momenten merke ich immer, dass ich doch in einer Kleinstadt aufgewachsen bin. Wir sind locker 1,5 Stunden dadrüber gelaufen und hatten nichts doppelt besucht. Solange braucht man bspw. nichtmal für die Innenstadt meiner Heimatstadt.
Dann sind wir zusammen dieses "Kettenkarussel" für Erwachsene gefahren, das war irgendwie schön. So zu zweit, im dunkeln, über der Kirmes und dem Kanal nebenan. Ein Hauch Romantik, sozusagen. Und danach noch eine Runde herum geschlendert und uns einfach gepflegt unterhalten. Das ist etwas, wovor ich bei Marco immer am meisten Angst hatte: Dass wir uns nicht unterhalten können. So miteinander über die Uni etc. schreiben, ist keine Schwierigkeit, aber mal außerhalb, mal privat? Offensichtlich ist auch das kein Problem.
Da Marco schon deutlich mehr Partymensch ist als ich, haben wir uns in ein Zelt gestellt, ein paar Bier getrunken und getanzt. Immer wenn irgendein Schlager läuft, muss ich lachen, weil ich kenne echt viel Musik, aber da verläuft halt eine Grenze. Direkt zwischen Musik und Schlager. Marco sieht das etwas anders, ist aber auch kein schlimmer Ballermann-Fan, wie er mir mehrfach versichert. Nur um mir besser zu gefallen? Ich bin mir da nicht so sicher.
Wir gehen zurück und aus irgendeinem Grund unterhalten wir uns übers Kinder kriegen. "Ja, wenn sie schwanger wird, ist sie auch schuld." Mit weit offenem Mund starre ich ihn an. "Natürlich, nur die Frau kann verhüten oder was?" - "Nein, aber wenn sie ohne Wissen des Mannes die Pille absetzt, kann sie halt schwanger werden, ohne, dass der Mann was davon weiß." Ich muss lachen. Wir reden einfach über komplett andere Verhältnisse. "Ich meinte in einer ganz normalen Sexsituation", sage ich und muss schon über den Term "Normale Sexsituation" lachen, immerhin ist sowas bei mir alles andere als normal. "Aber selbst da kann die Frau selbst entscheiden. Ich meine natürlich bei sowas nicht, dass der Mann das nicht auch kann, aber die Frau ist halt allmächtig sozusagen". Es ist merkwürdig, dass ich manchmal mit Menschen besser über sowas reden kann, als ich es mit meinen besten Freundinnen oder gar mit meinem Ex konnte.
An der Haltestelle sage ich ihm, dass ich die Bahn und nicht den Bus nehme und deshalb 10 Minuten warten muss, aber er ruhig fahren könne. "Unter keinen Umständen lasse ich dich hier alleine. Ich kenn mich hier im Gegensatz zu dir aus und weiß, was hier so rumläuft." Er grinst und während meine Bahn einfährt, sagt er "Ich hoffe der Abend hat dir gefallen" synchron zu meinem "Danke für den schönen Abend." Wir lachen beide und umarmen uns. Und die Frage die bleibt: Ist das ein Date mit Anstand? Eines mit Zurückhaltung, wie ich es mir immer gewünscht habe oder ist das nur Freundschaft, die ich fehlinterpretiere?
Später schreibt er mir noch einmal, etwas in der Art "Ich hoffe, es hat dir gefallen" und das macht mir sorgen. Ich glaube, man hat wieder nicht gemerkt, wie gut ich es fand. Ich glaube, ich bin ein geschlossenes Buch, für jeden. Ich will, dass mal jemand merkt, dass mir sowas wichtig ist. Was soll ich denn tun? Wieso ist es bei jedem angeblich so offensichtlich aber bei mir nicht? Was machen alle anders?
Dann sind wir zusammen dieses "Kettenkarussel" für Erwachsene gefahren, das war irgendwie schön. So zu zweit, im dunkeln, über der Kirmes und dem Kanal nebenan. Ein Hauch Romantik, sozusagen. Und danach noch eine Runde herum geschlendert und uns einfach gepflegt unterhalten. Das ist etwas, wovor ich bei Marco immer am meisten Angst hatte: Dass wir uns nicht unterhalten können. So miteinander über die Uni etc. schreiben, ist keine Schwierigkeit, aber mal außerhalb, mal privat? Offensichtlich ist auch das kein Problem.
Da Marco schon deutlich mehr Partymensch ist als ich, haben wir uns in ein Zelt gestellt, ein paar Bier getrunken und getanzt. Immer wenn irgendein Schlager läuft, muss ich lachen, weil ich kenne echt viel Musik, aber da verläuft halt eine Grenze. Direkt zwischen Musik und Schlager. Marco sieht das etwas anders, ist aber auch kein schlimmer Ballermann-Fan, wie er mir mehrfach versichert. Nur um mir besser zu gefallen? Ich bin mir da nicht so sicher.
Wir gehen zurück und aus irgendeinem Grund unterhalten wir uns übers Kinder kriegen. "Ja, wenn sie schwanger wird, ist sie auch schuld." Mit weit offenem Mund starre ich ihn an. "Natürlich, nur die Frau kann verhüten oder was?" - "Nein, aber wenn sie ohne Wissen des Mannes die Pille absetzt, kann sie halt schwanger werden, ohne, dass der Mann was davon weiß." Ich muss lachen. Wir reden einfach über komplett andere Verhältnisse. "Ich meinte in einer ganz normalen Sexsituation", sage ich und muss schon über den Term "Normale Sexsituation" lachen, immerhin ist sowas bei mir alles andere als normal. "Aber selbst da kann die Frau selbst entscheiden. Ich meine natürlich bei sowas nicht, dass der Mann das nicht auch kann, aber die Frau ist halt allmächtig sozusagen". Es ist merkwürdig, dass ich manchmal mit Menschen besser über sowas reden kann, als ich es mit meinen besten Freundinnen oder gar mit meinem Ex konnte.
An der Haltestelle sage ich ihm, dass ich die Bahn und nicht den Bus nehme und deshalb 10 Minuten warten muss, aber er ruhig fahren könne. "Unter keinen Umständen lasse ich dich hier alleine. Ich kenn mich hier im Gegensatz zu dir aus und weiß, was hier so rumläuft." Er grinst und während meine Bahn einfährt, sagt er "Ich hoffe der Abend hat dir gefallen" synchron zu meinem "Danke für den schönen Abend." Wir lachen beide und umarmen uns. Und die Frage die bleibt: Ist das ein Date mit Anstand? Eines mit Zurückhaltung, wie ich es mir immer gewünscht habe oder ist das nur Freundschaft, die ich fehlinterpretiere?
Später schreibt er mir noch einmal, etwas in der Art "Ich hoffe, es hat dir gefallen" und das macht mir sorgen. Ich glaube, man hat wieder nicht gemerkt, wie gut ich es fand. Ich glaube, ich bin ein geschlossenes Buch, für jeden. Ich will, dass mal jemand merkt, dass mir sowas wichtig ist. Was soll ich denn tun? Wieso ist es bei jedem angeblich so offensichtlich aber bei mir nicht? Was machen alle anders?
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