Freitag, 25. Juli 2014

Du brauchst keine Angst zu haben. Doch ich bin im Lügen so furchtbar schlecht und du würdest mich durchschaun.

"Du bist der dümmste Mensch der Welt. Du standest vor einem leeren Tor, aber anstatt normal einzulochen, hast du dich umgedreht und bist einfach weggangen.", ruft die Stimme in meinem Kopf. "Haha, du hättest auch einfach 'Entschuldigen Sie, ich bin zu blöd für die Welt' auf die Zettel schreiben können", stimmt die zweite zu. Ich sitze dazwischen, falls es mich noch gibt. Falls es mich jemals gab. Stelle mir Blut vor. Fahrende Züge. Stelle mir vor, wie gut das alles zusammen passt. Ich hab das Gefühl, es wird eine blutige Nacht. Ich hab das Gefühl, dass ich es nicht mehr schaffe. Nicht mehr mit mir allein. Ich fordere die Stimmen hinaus. Hoffe, dass sie nicht still sind. Still, leer, allein. "Was machst du jetzt eigentlich? Bei Aldi an der Kasse arbeiten?", sagt die erste Stimme. "Das hat dein Vater dir schon immer vorausgesagt", sagt die Zweite. "Nimm einfach das Messer.", flüstert die dritte, tiefe Stimme. Ich zittere. "So dumm", schreie ich selbst. Die Stimmen rufen "Genau" in Chor. "Du hast alles verloren, also gib dich geschlagen.", sagt Stimme vier. Sie ist nett, ruhig, zuverlässig. "Selbst wenn du es nochmal versuchst, wie groß wird die Enttäuschung dann? Wie viel Leid kann ein einzelner Mensch ertragen?", fragt sie. "Keins mehr.", flüstere ich. "Genau", rufen die Stimmen erneut zusammen. "Ohne uns wärst du immer allein", sagt Stimme 2. "Also mach, was wir wollen. Wir sind doch deine Freunde", erwidert Stimme 1. "Ihr habt Recht, so Recht", sage ich und erinnere mich wie schön es war, wenn die Leere zu Schmerz wurde und man den Hass ausleben kann. "Dann tus endlich.", sagt Stimme 3.