Sonntag, 29. Dezember 2013

Mach das Fenster auf, lehne dich hinaus. Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum. Wenn du willst dass sich was ändert musst du jetzt dran glauben. Aus jedem Stein auf deinen Wegen kannst du etwas baun'.


Es war ein Donnerstagabend als mein Herz so tief in meine Hose rutschte, dass ich dachte, dass ich es nie wieder sehen werde. Ich schreibe mit Maxi über Anna und ihre momentane Zuneigung zu Tobias, die irgendiwe kurios ist. Plötzlich ergab sich folgendes Gespräch:
Maxi: weißt die eigentlich dass du mir das sagst? :D
Ich:  Nö. :D ich vertrau dir einfach so sehr, dass du das für dich behälst.
Maxi: also bin ich der einzige? :D
Ich: klar. ganz so scheiße bin ich nicht, dass ich das jedem erzähle :D oh gott, denkst du jetzt dass ich in der hinsicht voll scheiße bin oder was?
Maxi: nö eher genervt von der du brauchst daher ein ansprechpartner so wie mich der seines gleichen sucht...
Ich: der seines gleichen sucht? wie meinst du das?
Maxi: einfach dass ich toll bin
Ich: Vielleicht bin ich schwer von begriff, aber glaubst du gerade, dass ich dich nur benutze um meinen "müll" irgendwo abzuladen?
Maxi: ja

Ihr glaubt gar nicht, was für eine Angst ich in diesem Moment hatte. Wie ich über mich urteilte, wieviele Entschuldigungen und Erklärungen ich gefunden habe in meinem Kopf um zu sagen, dass ich so nicht bin. Nicht eines dieser Mädchen, die sich durch Schaden anderer interessant machen.

Dann kommt plötzlich von Maxi: nein jetzt aber ein schock bekommen was? :D ich meine einfach nur das du deinen müll irgendwo weiter gibst damit ich daraus was machen kann. ich mag so was wirklich sehr gerne dann hab ich auch was zu lachen :D außerdem finde ich es irgendwie cool das ich der einzige bin dem du das sagst :D
Ich: Man, das ist echt nicht witzig! Sowas kannst du doch nicht bringen.. Hättest du ne webcam installiert bei mir, hättest du noch mehr spaß. ich glaub so irritiert sah ich noch nie aus. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen und hundert erklärungen im kopf !:D
Maxi: hab ich glaube schon mal erwähnt dass ich gerne leute verarsche :D
Ich: ja, aber ich dachte, das würde bei mir nicht mehr klappen, nur der "Du-machst-alles-falsch"-Theorie glaube ich immer :D

Ich war unglaublich erleichtert. Auch, wenn ich seinen Humor an dieser Stelle beinahe verachtet habe, aber wisst Ihr, ich glaube meistens ist es so, dass wenn man in der Gefahr ist jemandem zu verlieren, auch wenn es nicht ernst gemeint ist, plötzlich die Wichtigkeit dieser Person einem klar wird. Ich hatte selten so einen Drang jemandem zu sagen, dass da mehr ist als Freundschaft. Dass ich mehr fühle. Aber wenn ich vor ihm stehe, könnte ich das sowieso nicht sagen. Wie meine beste Freundin L. Freitagabend schon feststellte: Denise ist auf Maxi fixiert und vermutlich sogar verliebt, aber zwischen diesem sehr starken Mögen Gefühl bis zur Liebe und zur Beziehung ist ein tiefer schwarzer Abgrund. Und beide fallen darein, sobald sich sich vertrauen. Und das tun Maxi und Denise. Und die Spannung ist, ob sie da zusammen wieder rauskommen oder ob er sich nur um sich kümmert und allein hinaus geht und Denise dann von mir gerettet werden muss... Ich weiß nicht, ich finde das ist sehr anschaulich. Auch wenn ich es nicht mag, wenn msn mich so durchschauen kann. 

Silvester bin ich 898 Kilometer von ihm entfernt, weil er in Österreich ist und ich zuhause. Seit er in Österreich ist, hat er sich nicht mehr gemeldet, aber ich kann das voll verstehen. Er sieht seinen besten Freund nicht sooft und deshalb möchte ich ihm seinen Raum lassen und ihn nicht zutexten. Neujahr nachts hoffe ich natürlich auf seine Worte, wenn ich schon nicht seine Lippen habe. haha, ich guck zuviele Serien.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Ich war kalt, ohne Heimat und alleine Bevor du kamst, war ich nur einer dieser Steine Ich war so staubbedeckt, bevor du mich gefunden hast Hast mich in Gang gesetzt, mir endlich neuen Schwung gebracht.

Ich sitze in Timos neuem Haus und betrinke mich. Nicht aus schlechter Laune oder sowas, sondern weil ich mit meinen Freunden dort sitze. Der weiße Rum knallt in meinem Kopf. M. fängt an von A. zu reden. Ich könnte brechen. Plötzlich schreibt genau dieser mich an.
A: Kuck Kuch, hier ist A. Biste wieder unterwegs.
Ich: Ich hab soviele bessere Menschen kennengelernt als dich.
A: Bin ein schlechter Mensch, kennst mich ja. Aber daran kann man ja nichts machen oder?
Ich: Wieso schreibst du mir jetzt?!
A: Damit M. mich nicht um die Zeit anruft.
Ich: Es interessiert mich echt nicht, was du für Probleme hast.
A: M. meinte ich soll dir schreiben.
Ich: Glaub mir, das musst du nicht.
A: Warum kannst du nicht mehr?^^
Ich: Ich bin so sehr über dich hinweg.
A: Da habe ich was anderes gehört.
Ich: Nein.
A: Ja dann muss das, was ich gehört habe falsch sein, aber man muss ja nicht glauben, was man so sagt.
Ich: Muss wohl.
A: Gehe ich dir grad auf die Nerven? Kannst du ruhig schreiben.
Ich: ja tust.
A: Okay, und keine Sorge, das war jetzt keine Anmache.
Ich: das wäre auch sehr falsch.

Gibt es sowas wirklich? Ganz ehrlich liebe Leser, aber habt ihr sowas schonmal gelesen/von so einem Menschen schonmal gehört? Das ist glaube ich, das arroganteste, dreisteste und iditiostistes Verhalten, das ich jemals gesehen habe. Es ist eine bodenlose Frechheit überhaupt in seiner Position soetwas zu behaupten. Eigentlich hätte er noch fragen müssen, ob jemand meine Narben nicht wollte oder wieso ich noch allein bin. Oh gott. Ich weiß, ich hätte gar nicht antworten sollen, aber das...Unfassbar. Es ist so tief, dass ich gar nicht weiß, der wievielte Keller des Niveaus das eigentlich ist. Am liebsten wäre ich sofort zu Maxi gelaufen und hätte ihm gesagt, was für ein wunderbarer, wunderbarer Mensch er ist und dass er das beste ist, was ich je gesehen habe und unter keinen Umständen jemals jemand anderen nahe sein möchte, weil wenn man jemanden so wie A. kannte, sein ganzes Leben wegen ihm beinahe weggeworfen hat, ist Maxi der Engel, der einem zeigt, was Leben ist und was man eigentlich verdient hat. Und ja, ich gehe soweit zu sagen, dass ich sowas wie A. nicht verdient habe. Diese unglaubliche Erniedrigung steckt noch heute manchmal in meinen Knochen, man sieht sie auf meinen Beinen. Davon abgesehen, bin ich nur stärkter geworden, und schlauer, zumindest etwas.

Übrigens habe ich die beiden Taggs beantwortet - falls es euch interessiert schaut nach. Und danke für alle, die meinen inzwischen viel zu unregelmäßigen Blog immernoch lesen. Ich seid Mitgrund dafür, dass ich das alles schaffen kann.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Diese Liebe, is wenn du weißt was du am anderen hast. Und nicht wegen jeder kleinen Streiterei den andern hasst. Liebe, heißt den Rechner auch mal runterfahren. Und das wir immer noch zusammen sind in hundert Jahren. Liebe, is Schuld daran das man nicht mehr schlafen will. Weil das wahre Leben schöner is als jeder Traum. Liebe, is mal leise mal laut, das weiß ich jetzt auch. Darum schrei ich es raus, dass ich dich Liebe.

Ich werde genötigt von meinem Freunden zu einer Party zu gehen. Eine dieser Abitur-Vorfeten. Ironisch, wenn man denkt, dass wir alle unser Abitur haben, aber natürlich kennt man einige Leute, die da sind und sich noch danach sehnen. Nach einigem Überreden, treffen wir uns bei L. und trinken vor. Nach einer Viertel Flasche Whisky komm ich langsam in Stimmung. Um halb elf gehen wir langsam rüber. Ich trink drei komisch geschmischte Cocktails und unterhalte mich mit Leuten, die ich eine gefühlte Ewigkeit nicht gesehen habe. Bin ich schon so lange Student? Nein, nicht wirklich. Aber es fühlt sich so an. Ich stehe an der Theke, warte auf jemanden, der meine Pegel dazu bringt, nicht zu fallen, als sich jemand sehr nah neben mich stellt. Ohne zu wissen, wer da wirklich steht, wusste mein Körper es genau. Kein Unwohlsein oder Wegspringen. Maxi. Ich atme ein, lächele so frei wie so selten in den letzten Wochen. "Na endlich treffe ich die Person, die ich schon die ganze Zeit erwarte.", sagt er und umarmt mich. "Du bist hier. Wieso haste denn nichts gesagt, man?", frage ich ihn. "Das war eine spontane Aktion, eigentlich hatte ich keine Lust. Ich hatte gedacht, dass ich hier so als cooler Mathestudent ankomme und alle Mädchen nur mich wollen." Er lächelt kurz. "Hm. Scheint ja nicht zu klappen, wenn du dann selbst die heißbegehrte Mathestudentin aufsuchen musst." Wir lachen beide. "Tja, was zusammen gehört und so.", lacht und ext mein Bier weg. "Sag mal...". Er zieht die Schultern hoch und lächelt, lächelt so wunderbar wie immer. Soll er doch mein Bier trinken. Ist vermutlich besser so. Ich würde mich verfluchen, wenn ich auch nur eine Sekunde dieses Abends vergesse.

Wir stehen noch immer zu zweit dort, neben den Menschen und doch irgendwie dazugehörig. Drei Leute aus seiner Fußballmannschaft kommen an. "Oh, Maxi, hallo. Du scheinst ja in netter Begleitung", sagt er. Er schaut mich an. Von oben nach unten und wieder zurück. "Vielleicht sollte sie lieber mit mir nach Hause gehen", fährt er fort. Ich guck zu Maxi, der keine Reaktion zeigt. "Ich glaub, ich fühl mich hier ganz wohl.", sage ich und merke wie ruckartig Maxis Hand an meine Hüfte geht und mich ein Stück an ihn ranzieht. Mein Herz schlägt millionenwach. Im Laufe des Abends versucht dieser Mannschaftskollege es noch häufiger. Doch das war mir egal. So unglaublich egal.

"Denise, ich hab voll die gute Idee, was mir demnächst mal machen können, anstatt immer ins Kino zu gehen!" Erwartungsvoll schaue ich ihn an, denn ich weiß, dass er sich grundsätzlich seltener Gedanken über Planungen macht. Schon seit fast 2 Wochen sind wir am überlegen, was wir tun können, weil wir beide sehr schlecht in solchen Dingen sind. "Wir gehen einfach Eislaufen". Ich schaue beschämt auf den Boden. "Sag nicht, du kannst nicht eislaufen?", fragt er betrübt. "Nein, tut mir Leid. Jetzt habe ich deine Idee kaputt gemacht." Maxi streicht mir über den Rücken. "Macht doch nichts. Für dich finde ich auch eine zweite." Außerdem wartet er noch auf sein Geburtstaggeschenk, was mich leicht überfordert. Habt ihr zufällig zu einem der beiden Probleme eine Idee? Geburtstagsgeschenk, da habe ich so an Tickets für ein Hallentunier (Fußball) gedacht, aber keine Ahnung, ob das so geil ist.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Auf den Schultern von Giganten vielleicht landen wir nie. Augen groß wie der Mond, sieh' wie sich Schatten verziehen. Atme ganz tief, den Moment ein - lass ihn dann nie - los. Spür' wie dein Herz grad 'nen Schlag überspringt.



Sie geht in das Gebäude, was jeder ihrer Mitmenschen von damals nie mehr betreten will. Nie mehr komm ich wieder zurück, nie mehr. Waren ihrer aller Gedanken, doch sie wusste genau, dass sie das Innenleben dieses Ortes nicht vergessen wird. Nicht vergessen kann. Sie kennt noch jeden Gang. Sieht Bilder aus lang vergessenen Tagen vor sich. Hier hat Maxi sie anlächelt und hier hat sie ihn heimlich angestarrt. Und irgendwo dazwischen tat es mal weh. Tut es immernoch. Es verändert sich alles mit der Zeit, aber manche Dinge bleiben, sind konstante Lebensbegleiter: Liebe, Schmerz, allgemein Gefühle. Und irgendwo bei mir, da ist auch die Leere. Doch die Symbiose aus beidem ergibt keine Leere. Die Leere ist unendlich aber sie kann nicht leerer werden. Denn 300 Mal Unendlich ist noch immer unendlich. Heißt es, dass es ein Ende gibt? Irgendwo zwischen vergangenen Gedanken und Erinnerungen, die noch immer in ihren Adern fließen, bleibt sie stehen. „HERR A.“ steht an der Tür. Es ist Elternsprechtag und während sie auf der Suche nach S. ist, sieht sie nur diese Liste mit Namen. Sie rennt hinaus. Wie schon sooft, stellt sie sich hinter die Mauer und weint. Menschen schauen sie an wie einen Verkehrsunfall. Jeder weiß, man sollte wegschauen, aber man kann nicht, weil der Mensch von Natur aus daran interessiert ist, was passiert. Sie weiß nicht genau, wieso sie weint.

 Sie denkt an dieses junge, viel jüngere Mädchen, das nicht unweit von hier ebenso dasaß. Mit einem Unterschied: Sie hatte ein Messer in der Hand und einen blanken Arm. Auch wenn es ihr wie eine Geschichte ihrer Vergangenheit vorkommt, war es vor einigen Tagen. Sie traf, man könnte sagen, die Kopie ihrerselbst. „Was zur Hölle hast du vor?“, rief das Mädchen, dem Wesen, dem das Leben so falsch vorkam entgegen. „Das geht dich gar nichts an. Das kann dir egal sein.“ Das Mädchen nickt. „Natürlich kann es mir egal sein. Aber du sitzt hier genau hier deshalb weil es sovielen Menschen egal ist. Weil niemand mitbekommt wieviel Blut man Nacht für Nacht verliert.“ Das weinende Mädchen schaut traurig. „Er liebt mich nicht, weißt du.“, schluchzt sie. „Erzähl mir von ihm“, fordert sie sie auf und setzt sich neben sie. „Er ist kein schöner Mensch. Er ist sehr Ich-besessen und tut eigentlich nur Dinge, die ihm gefallen. Er nimmt keine Rücksicht, auf niemanden. Alle meine Freunde sagen, dass er schlecht für mich ist. Aber ich denke, dass er mich versteht. Er hilft mir.“ Beide schlucken kräftig. Es ist als wäre dieses Mädchen nicht nur eine Kopie ihrerselbst, nein ihre Geschichten klingen auch noch ähnlich. Sie unterhalten sich viele Minuten bis das weinende Mädchen sich beruhigt hat. „Ich weiß nicht, ob ich all das Blut für immer von mir fernhalten kann, aber zumindest für heute, hast du das geschafft, was niemand anders versucht hat.“ Sie lächelt. „Ich wünschte, ich könnte dir irgendwie danken.“ Sie grübelt. „Du musst mir nicht danken. Dein Lächeln, das reicht mir. Und der Gedanke, dass du für immer eine Narbe weniger am Körper hast.“  

Noch immer lehnt sie an der Mauer. Eigentlich ist ihr alles zuviel. Eigentlich würde sie gerne alles hinschmeißen. Aber etwas hält sie ab. Sie geht auf die Toilette und macht sich frisch. Sie trifft sich mit S., tauscht sich über Studium und Freunde aus. Sie merkt, dass manche Menschen einen immer verstehen, egal wie lange man sich nicht sieht. S. geht zur Arbeit. Sie bleibt stehen, geht noch einmal zurück. Trifft dort noch so einen Menschen, der niemals wieder zurückkommen wollte, aber seinen Bruder abholt, der gerade einen Termin bei Herrn A. hat. Beide gehen vor den Raum und warten. „Ja, wir sehen uns ja dann noch nächste Woche vor der Arbeit“, erschrocken, obwohl sie darauf vorbereitet war, hält sie die Luft an. „Denise?“, fragt er ebenso erschrocken. „Was machst du hier?“. Sie ist still und merkt wie sie wieder atmen kann. Durchatmen. Der Rucksack wird endlich in die Ecke gestellt. „Ich weiß es selbst nicht so genau. Ich hab mich mit S. getroffen und irgendwie dachte ich, ich muss genau hier stehen. Genau jetzt.“ Er lächelt. „Dann komm mal rein.“

Wie in der üblichen Lehrerbesprechen sitzen sie sich gegenüber. „Also mit deiner Leistung Denise bin ich sehr zufrieden. Du glänzt zwar durch Abwesenheit, die ich sehr verachte, aber ich weiß ja, dass du gutes für die Philosophie tust.“ Er lacht. Sie ist noch immer nicht ganz da. „Wissen Sie, ich würde Ihnen so gerne erklären, wie sehr ich es liebe Philosophie zu studieren. Wie ich jeden Sokrates Dialog vergöttere und gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, Ihnen davon zu erzählen. Aber ich müsste lügen.“ Er schaut sie an mit diesem Blick, den sie nur zu gut kennt: ein Misch aus Analyse und Mitleid, beinahe Schmerz. „Ich war mir so sicher, dass du Philosophie liebst und auch lieben wirst…“, flüstert er. „Ich liebe die Philosophie, ich liebe jedes Seminar, jeden Text, den ich lesen darf. Nur gibt es da den Gegenspieler Mathe, wissen Sie. Dieses Fach, das etwa 200 Stunden pro Woche braucht.“ Er runzelt die Stirn. „Denise, die Woche hat keine 200 Stunden.“ – „Das ist das Problem. Glauben Sie mir, Ich bin gut in Philosophie. Vielleicht nicht die beste, aber naja in der Uni zählen ja nur schriftliche Dinge bisher, also werde ich das wohl packen. Aber Mathe tötet mich.“ Er schüttelt den Kopf. „Weißt du noch, als du vor mir saßst, weinend weil du eine 2- in Philosophie geschrieben hast und glaubtest, dass du so niemals Philosophie studieren sollst? Und wo bist du jetzt? Du sitzt vor mir und tust genau dasselbe nur diesmal mit Mathe. Also komm in ein paar Jahren wieder und erzähl mir, wie grandios du warst. Also wie immer.“ Auch sie lächelt jetzt. „Ah, da ist es ja wieder. Selten gesehen, aber immer geschätzt“, wirft Herr A. ein. „Wie machen Sie das eigentlich immer?“, fragt sie. „Was genau?“ – „Mir selbst glaubhaft machen, dass ich was kann.“ – „Du weißt es. Manchmal muss man dich nur daran erinnern. Du bist einer dieser Überflieger, die man in beinahe jeder Stufe hat. Diese Person, die charakterlich meistens anders ist, aber gut ist. Nicht, weil sie viel lernt, sondern weil sie es im Blut und du, du hast die Philosophie im Blut.“ Mit jedem Wort fühlt sie sich besser. „Können Sie mir dann zufällig Mathe spritzen oder so?“ Sie lacht. „Ach, das hast du im großen Zeh, das muss nur noch den Körper durchlaufen.“ Beide lachen. Und als sie auf die Uhr schaut, ist es 20:30 Uhr und der Elternsprechtag offiziell seit 2 Stunde beendet. „Da haben wir uns wohl verquatscht, jetzt schläft Ihr Sohn sogar schon. Tut mir Leid!“, entschuldigt sie sich. „Kein Problem. Er wird verstehen, dass du für einen Tag mal wichtiger bist.“ Aus der zugeschlossenen Schule befreit, folgt ein kurzes: „Lass dich bei Gelegenheit mal wieder blicken“. Dann trennen sich die Wege und sie könnte tanzen vor Freude, vor Energie und Geborgenheit. Das Leben ist noch da, irgendwo dazwischen. Da wo es manchmal weh tut. Und da, wo es sich manchmal so unglaublich gut anfühlt.