Sonntag, 30. Dezember 2012

Hochspannung bis zum Ende

Das elendigste aller Jahre atmet seine letzten Züge. Ich bin froh darüber, dass es noch atmet, dass ich noch atme. Nennt mich naiv, zu hoffnungsvoll oder gar optimistisch, aber morgen endet das Jahr so wie ich es wollte. So wie ich es immer wollte. Sofern die Selbstheilungsgöttin auf meiner Seite ist, wird A. gesund sein und zu uns kommen. Zwar später, aber er kommt. Aber bevor wir zum letzten Tag des Jahres kommen, muss ich euch von gestern erzählen. T. und K. haben Geburtstag gefeiert, alles ganz nett und so. Ich hatte mal wieder nichts besseres zu tun, als mit A. zu schreiben. Und er war ganz nett und so, aber nichts wirklich spektakülares. Dann sind die Familien und nicht zur gruppe gehörenden Freunde gegangen und wir haben ne Runde geredet. Als ich mit M. und Lu. (beide gute Freunde von A.) draußen rauchen war, wurds ziemlich lustig. "Wenn ein Junge auf einer Lan während alle das Lieblingsspiel des Jungen zocken, lieber mit einem Mädchen per Facebook schreibt und deshalb verliert und das einfach hinnimmt, ist das nicht nur Freundschaft. Das tut man nichtmal für die Freundin, nichtmal für die eigene Mutter, verdammt." klärt Lu. mich auf. M. ergänzt: "Du und A. seid eh voll dicke. Ihr schreibt ständig. Immer. Wenn ich frag, was A. macht, kommt immer: Mit Denise schreiben." Ich lächele bis zu beiden Ohren. Innerlich verwirrt es mich. Sooft schreiben wir nur in letzter Zeit, weshalb auch immer. Aber die Ursache ist mir egal, solange die Wirkung dieselbe bleibt. M. geht rein, weil T. ihn ruft. Ich schaue Lu. an. "Was hält er wirklich von mir?", flüstere ich. "Du bist einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben und die einzige, mit der ich ihn teilen würde, liebste Ex-Info-Partnerin. Ob das jetzt intensive Freundschaft ist oder eine Herzensangelegenheit, kann und wenn möchte ich dir auch gar nicht sagen. Das musst du herausfinden, Sherlock Holmes", er legt den Arm um mich. "Lu, wir machen viel zu wenig." Er lacht bereits bevor er spricht: "Also sind wir uns nicht nah genug, oder was? Ich weiß, dass du auf mich stehst, aber ich nehme echt nicht jede". "Du bist gar nicht mein Typ, man.", rufe ich und gehe einige Schritte von ihm weg. "Stimmt, dein Typ ist eher so ähnlich wie mein bester Freund, was?" Erstaunt schaue ich ihn. "DU hast Freunde!?" ich lache. Friedlich, schmerzlos, befreit. Nach dem Abend färbte sich mein Herz für kurze Zeit rot und hörte auf zu klagen. Der Schmerz fiel von mir, wie Federn eines Vogels.
"Meine kleine Reise geht vom Kopf zu meinem Bauch.
Es sind Körperteile, Galaxien sind es auch.
Abermillionen kleine Zyklen nehmen ihren Lauf.
Abermillionen kleine Lügen nehmen wir in Kauf.
Du bereicherst mich
denn ohne Dich fühl ich mich leer und verbraucht.
Du bereicherst mich
Bist Du bei mir spür ich die Wärme im Bauch."

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Denn man bereut im Rückblick nichts davon was man getan hat, doch was man nicht getan hat schon!

Jeder, der heute ein Smartphone besitzt, kennt das. "Sms An XY" und schon öffnet sich ein Fenster. Wisst ihr, ich bin froh, dass mein Laptop keine Spracherkennung hat, zumindest nicht mehr als "Ein" oder "Aus". Wie schrecklich wäre es, würde der Laptop abtippen, was ich sage. Manchmal beleidige ich Menschen, manchmal nur mich, manchmal den gegenüber. Ich führe selbstgespräche, weil ich schlecht darin bin den Mund zu halten. Schreiben würde ich diese Dinge aber nie. Überlegt mal, ihr säßest vor dem Pc und würdet jemanden beleidigen und weil die Technologie ja ach so weit ist, wäre das Ausgesprochene gesendet. Es gäbe mehr Streit, mehr Beleidigungen.

Aber wisst ihr, ich kam nicht auf die Idee, weil ich hier sitze und ständig Leute beleidige. Ich sitze hier, wie sooft zuvor und starre ununterbrochen auf mein Skype-Fenster, weil ich weiß, dass A. gleich schreiben wird. Er redet von Schönen Dingen, hat für Silvester noch immer nicht ab-, aber auch nicht zugesagt. Ich sitze und flüstere einem Skype-Dialog entgegen, dass ich in ihn verliebt bin. Spracherkennung wäre jetzt nicht gut. Spracherkennung würde nur die Wahrheit hervorbringen, die keiner hören will. Vielleicht würde sie das zwischen uns zerstören, vielleicht mich nur bloßstellen. Es ist aber völlig egal, denn es gibt keine Spracherkennung und auch keine Sprache zwischen uns. Noch bleibt das alles ein Skypegespräch mit ausgesuchten Worten und üblichen Dialogen.

Aber vielleicht sollte ich anfangen etwas zu wagen, da ich sowieso schon fast alles verloren habe. Was ist, wenn ich überlebe, meine Jugend, meine Schule, die Uni ? Würde ich es bereuen. Bereuen, nie die Wahrheit gesagt haben? Bereue ich es nicht jetzt schon?

Morgens, halb 9 im größten Kaff der Welt

Ich habe über Weihnachten 1 Kilo abgenommen. Glaubhaft? Fand ich auch nicht, als ich heute früh meine Waage fragte, ob sie mich verarschen will. Kurz bevor ich den Erfolg mit einem Glas Wasser feierte. Dann fiel mir aus, dass ich vor riesiger Freude mein ganzes Frühstück weggetrunken hatte. Schade, dabei frühstücke ich doch sonst viel langsamer. Ich machte mir einen Tee, freute mich über das Gewicht. Ich schaue auf mein neues Handy, frage mich, was es wohl alles so kann und was davon ich noch nicht herausgefunden habe. Ich starre auf die grünen Live-Kacheln, sehe wie sich eine neue Nachricht breitmacht. "Guten Morgen, Fräulein. Ich hoffe, du hast einen schönen Tag und hast Weihnachten überstanden. A." Okay, das ist zuviel am Morgen, vieeel zu viel. Ich nehme meinen Tee, lege mich wieder in mein Bett, schließe die Augen. Und jetzt den Tag beenden, nur damit ich sagen kann, dass es ein guter Tag war. Aber der Tag geht weiter, vielleicht wird er noch hässlich, vielleicht passiert auch gar nichts mehr. Wir werden sehen. Alles was bleibt, wird die Erinnerung sein. Die Erinnerung an einen guten Morgen. Vielleicht ist das für euch nicht viel, vielleicht habt ihr das häufiger. Aber für mich ist es ein Funken Hoffnung, ein Stücken Leben, ein Teil von mir.

Dienstag, 25. Dezember 2012

Weihnachten !

"It was christmas eve babe. In the drunk tank An old man said to me: will not see another one And then they sang a song. The rare old mountain dew. I turned my face away and dreamed about you, Got on a lucky one. Came in eighteen to one,  I have got a feeling This year is for me and you. So happy christmas, I love you baby. I can see a better time, Where all our dreams come true."
Irgendetwas stimmt heute nicht. Es läuft zu, viel zu gut. Nicht mit meiner Familie, da ist das gleiche Theater und Schauspiel wie immer. Aber erst schreibt A. mich an, fragt mich wies mir geht und alles. Danach zieht Lu. genau dasselbe ab. Was ist denn da los? Sind ja Zufällig nur ziemlich gute Freunde und haben das komplette letzte Wochenende komplett miteinander verbracht. Und dann sind sie immer plötzlich beide still. Ich bin ja sowieso schnell misstrauisch, aber das würde jedem auffallen. Oder doch nur ein weihnachtlicher Zufall? Was solls, ich bin froh, dass sich beide mal melden, bzw. dass ich überhaupt mal etwas von denen höre. Besonders von A. Zweite Mal in 3 Tagen, dass er sich meldet. Gruselig ist das. Und wunderschön.
Außerdem habe ich heute nuuuur gegessen. So pass ich wohl nie in das Outfit für Silvester, wobei ich noch gar nicht weiß, was ich anziehe. Notfalls kommt halt der Kartoffelsack. Der ist ja auch viel leichter auszuziehen. Kann mir mal jemand erklären, warum solche Dinge immer meine ersten Gedanken sind? Und dabei habe ich noch gar nichts getrunken. Ich freue mich auf Silvester irgendwie. Irgendwie zu sehr, glaube ich. Wenn A. nicht kommt, schieß ich mich eh wieder ab, wie letztes Jahr auch. Und dann fang ich wieder fast etwas mit P. an. Immerhin hat P. gerade wieder mit seiner Freundin Schluss gemacht. Ein Arsch bleibt er in der Hinsicht eh. Und was anfangen mit ihm, will ich auch nicht. Nachher findet das kein Ende oder so.
Frohe Weihnachten euch allen. Und lasst das rote in eurem Leben mal zur Abwechslung der Schmuck am Baum sein.

Sonntag, 23. Dezember 2012

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Er meinte, ich bekomme die Email bis Sonntag. Jedes Mal, wenn ich eine Email bekomme, zucke ich zusammen. Dieser Sonntag, doch ist der schon beinahe vorbei. Weihnachten bleibt also die vorhergesehene Tragödie. A. überlegt sich, ob er Silvester mit uns, mit mir feiern will und wird. Ich weiß nicht, ob es nicht besser wäre, wenn er nicht kommt. Ich weiß nicht, ob es mich dann vielleicht umbringen würde. Eigentlich habe ich nur einen Plan momentan: Überleben bis zum Jahresende und dann? Dann habe ich hoffentlich endlich genug Motivation das alles zu beenden. Solange muss wohl weihnachtliches Rot und funkelndes Silber reichen.


Es ist nicht leicht einen Menschen mit wenigen Worten zu beschreiben, der seit vielen Jahren an meiner Seite ist. Sie ist eine meiner guten, guten Freundinnen, sagt man. Ich mag sie so sehr, dass ich ihr meine schlechte Seite verheimliche. So sehr, dass sie meine Narben nicht kennt, nicht meine Depressionen. Aber es geht nicht darum, wie sie mich beschreiben wird, sondern, dass ich nach all den Jahren noch immer nicht weiß, wie man sie beschreiben kann. Sowas wie "nett" oder "toll" passt nicht zu mir. das schreibt jeder, das kann ich nicht.

Ich habe weder auf Weihnachten noch auf irgendetwas anderes Lust. Ich bin heute Mittag um 13 Uhr das erste und einzige Mal aus meinem Zimmer gekommen. Ich kann nur hier bleiben, für immer. Bis ich daran verrecke, an der Einsamkeit. An meinen Gedanken. Das Jahr zieht sich viel zu lang, aus seinen letzten Metern.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Du bist die Nächste

Ich gehe raus zur Notenbesprechung. Nachdem ich mir in den letzten Tagen den linken Oberschenkel so zugerichtet habe, dass ich eher humpele als gehe, finde ich dennoch den Weg raus.
"Insgesamt ist das eine 2- für dich in Philosophie." Ich denke an die Klinge, die meine Arme vorsichtig streichelt.
"Das ist nicht Ihr ernst oder?" Ich sehe ihn an.
"Doch, leider schon. Du hast abgebaut. "nur" eine 2- in der Klausur, ich kann da nichts machen."
"Aber Nina, Nadia, verdammt der halbe Kurs steht 2-, das können Sie nicht ernst meinen."
"Tut mir Leid, die nächste ist Hannah."
Meine Augen brennen. Ich schlucke, schlucke, schlucke. Ich blinzele als hätte ich etwas im Auge. Es ist die Wut, die Trauer, die Verdamnis.
Ich setze mich hin, greife zu Kafkas "Die Verwandlung" und versuche mich darauf zu konzentrieren. Mein Lehrer kommt wieder rein. "So alle können gehen, außer Denise."
Ich kann hier nicht bleiben. Ich brauch flüssiges. Ich brech gleich zusammen, ich kann nicht mehr. Ich bin so dumm, dumm, dumm. Ich schlage eine Seite weiter, ohne auch nur irgendetwas verstanden zu haben. Die Schüler verlassen die Klasse.
"Denise, komm mal nach vorne." Langsam lege ich das Buch weg, versuche zu atmen, doch meine Atemwege sind zugepflastert, wobei es keine Pflaster gibt, die diese Wunden heilen könnten.
"Ich hab gedacht, die 2- steht?" sage ich, um all das schnell hinter mich zu bringen.
"Du hast dir das so schön aufgeschrieben, deine Meldungen, es tut sogar mir weh, dass ich dir die schlechtere Note geben muss." Tränen laufen mir über die Wange. Verdammt, nicht hier. ich bin stark, ich bin stark, ich bin ... am Ende.
"Tut mir Leid, ich hab mich grad nicht im Griff. Vielleicht sollten wir..." Er streicht mir kurz über den Arm, zieht dann zurück, weiß genau, dass ich es nicht ertrage.
"Wir machen hier und jetzt weiter, Emotionen beleben das Geschäft.", er lächelt. "Wieso geht dir dieser Punkt so nah?"
"Weil es meine Zukunft ist, mein vorgestelltes Leben. Und ich nichtmal das kann. Wie soll ich da überhaupt etwas können."
"Das hier, das was wir machen ist keine Philosophie. Das ist Langeweile. Glaub mir, ich war damals genauso wie du in meiner Jugend. Ich war kein guter Schüler. Aber du bist Kursbeste. Nicht von der Note her, vielleicht auch nicht vom Sozialen Verhalten her. Du bist besonders, im Studium legst du deine erste Hausarbeit dahin und dein Professor wird sagen: Was hattest du denn für einen dummen Lehrer, der dir nur eine 2- gibt?. Wobei das interessiert da niemanden. Überhaupt nicht. Ich könnt dir auch ne 6 geben, wäre denen egal." ich glaube ihm, ich muss ihm glauben, damit ich am nächsten Tage noch atme.
"Also soll ich noch immer Philo studieren?"
Ungläubig schaut er mich an. "Ja. Und wehe du tust was anderes. Ich verspreche dir: ich find das heraus und jage dich." 15 Minuten sitzen wir allein in der Klasse, schicken andere Leute heraus, die rein wollen. Er wird sich meine Note überlegen, nicht weil ich geheult habe, das hat er mir versprochen. Nein, weil ich es kann. Die nächste Email wird mich also entweder zerstören oder vielleicht kurz zum Lächeln bringen.
Wir treten beide aus dem Raum. "Oh, da hat jemand geheult." Vielleicht ist es auch die Anstrengung beim Sex." "Schon bitter, wenn man sich so sein Abi erarbeiten muss." Die Mädchen lachen. Aber ich werde als letztes Lachen. Ich werde besser lachen. Sofern ich überhaupt noch lachen kann.

Montag, 17. Dezember 2012

Sometimes Things just happen

"Ich isolier mich, tret nen Schritt zurück aus euerm Leben, denn ihr bewegt zwar die Lippen, doch die Worte die ihr sprecht machen mich verrückt, verlieren den Klang in meinem Kopf, wieso ist niemand wirklich? ich dreh mich weg, schrei, niemand hört mich, bleib allein und schweig, bitte ignoriert mich! will kein Teil von dir sein oder Irgendeinem, ich verzweifel im Beisein von euch."
Die Welt wird mich hassen, egal wie schön ich mich kleide. Ich bestehe laut der Menschen nur noch aus Selbsthass, aus Mitleid. Doch frag ich mich: Welches Mitleid? Für euch Kackgesichter dadraußen, die mein Leben zu dem machen, was es ist. Mitleid für mich selbst? Was ein Witz, ich hass mich mehr als ich euch hassen kann. Mitleid habe ich nur mit mir, weil ich mich selbst ertragen muss. Aber sonst eher weniger. Ich wurd gefragt, warum ich mir überhaupt noch die Mühe mache zu leben. Ja, das frage ich mich auch, meine Freunde. Ich weiß es doch selbst nicht. Ich sei erbärmlich, ich sei das Letzte und wir sollen am Besten nie wieder miteinander reden. Sowas nenn ich doch mal Freunschaft. Ich habe das größte Glück der Welt und niemand kann es mir nehmen, außer mir selbst, denn ich bin Schuld. Ich mache immer die Fehler. Nein, es Streiten sich nicht zwei Menschen, sondern eine Person und die bin ich. Ich sorge dafür. Für alles übel. Klimawandel, Krieg, Amokläufe. Ich bin alles Übel der Welt. Aber wisst ihr, ihr Ungeheuer, die mich beleidigen, wieso, wenn ich doch so schrecklich bin, kommt ihr immer wieder angelaufen, wenn ihr was braucht? Bin ich etwa doch nicht so blöd wie ich mich angeblich verhalte? Ach, echt. Aber wisst ihr, beim nächsten Mal spucke ich euch ins Gesicht. Ihr seids nicht wert, dass ich meine wenige Zeit mit euch verbringe. 
DESTROY WHAT DESTROY YOU!

Samstag, 15. Dezember 2012

Vor-Abi-Fete in der großen Halle

Die Masse tanzt, die Masse springt, die Masse trinkt. Komischerweise habe ich, wenn ich nur mit bestimmten Mädels unterwegs bin, weniger Probleme damit. Mit tanzen, springen, trinken. Naja, mit dem Trinken habe ich sowieso weniger Probleme. Aber wie ihr an diesem Text hoffentlich erkennen werdet: Ich weiß was ich tue und in diesem Fall schreibe. Im folgenden kommen ein paar Szenen des Abends.
Ein guter Freund von A. starrt mich an. Ich zeige mich wahrscheinlich anders als die Beschreibung von A., falls es sie je gab, es schildert. Er kommt an, baut Blickkontakt auf. "Du fehlst ihm.", flüstert er mir ins Ohr, während die Akustik im Raum ein Verständnis größtenteils verhindert. "Wieso meldet er sich dann nicht?" Er legt dem Kopf schief, dann blickt er auf den Boden. "Weil er A. ist und melden nicht seine große Stärke ist.". Eine Freundin holt ihn und er ist weg. Verwirrt bleibe ich zurück.
Ich spüre die Blicke von A's Schwester J. auf mir. Sie läuft an mir vorbei. Sie ist so unglaublich dünn, so schön, so perfekt. Ich sehe wie Lu. zu ihr geht, mich zu sich winkt. Ich gehe zu den beiden. Lu. fragt mich, was A. davon halten würde, wenn er etwas mit seiner Schwester anfängt. Ich sehe Lu. an. "Nicht dein Ernst, er ist dein bester Freund, man.", ist das einzige, was aus mir rauskommt. "Ach Denise, was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß. Aber, weißt du, ich hab eh ewig außerhalb des Zocken nicht mit ihm geredet. Hast du was von ihm gehört?" Seine Schwester sieht mich an. Ich weiß nicht, ob sie das Gespräch hören kann. Ich schüttele den Kopf. Ich habe nichts gehört. Weil ich zu feige, weil ich zu schwach bin. Lu. hat nichts mit J. angefangen. J. ist auch zu perfekt für Lu. Er ist zwar ein guter Freund, aber ein mieser fester Freund und ein reines Arschloch, was Affären etc. angeht. Ich laufe nach Hause denke darüber nach, dass es klar ist, dass A. nicht auf mich steht, wenn er in seiner Schwester schon Perfektion hat. Denn Geschwister findet man nicht heiß. Die Freundin muss also noch besser sein. Und das, das bin ich sowieso nicht.
Ni. kommt an, ich kenne ihn seit der ersten Klasse, bald trennen sich unsere Wege. Es ist ein merkwürdiges Gefühl. "Was ist los? Dir gehts mega beschissen momentan oder?". Er legt den Arm um mich. "Mir gehts nie gut. Ich kenne das gar nicht mehr." Er hält mir sein Wodka-Glas hin. ich lehne ab. Das machts nicht mehr besser. Ich muss das aussitzen, durchstehen, überleben.
Während ich das hier schreibe, wird mir mehr und mehr bewusst, dass mein Leben nicht gut werden kann, solange A. da ist. Solange A. in dieser Form da ist, weil er zu wenig zu viel ist. Weil er einen Wert hat den seine Existenz nicht rechtfertigt. Weil er nunmal er ist und mein verdammtes Herz hat. Und ohne Herz kann es mir nicht gut gehen.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Unklarheiten

"Ich möchte die Klausur nicht vor den Ferien wiederhaben", sagt ein Mädchen aus meinem Philosophie-Kurs.
"Ich weiß doch sowieso nicht, ob ich das schaffe.", sagt mein Lehrer.
"Dann freue ich mich schon auf eine Weihachts-Email", sage ich grinse.
"Du glaubst, ich arbeite über Weihnachten?"
"Für mich tun Sie das bestimmt. Und übrigens wenn es schlechter als 2 ist, bitte erst nach den Ferien, danke.", sage ich und wollte mich meiner Analyse widmen.
"Schlechter als 2? Du? Tzz.", sagt er, guckt ebenfalls auf den Text. 2 Minuten später, ich hatte die Einleitung gerade zu Papier gebracht. "Ach, Denise, wie weit bist du eigentlich mit meinem Buch?" Der ganze Kurs guckt mich an. "Noch gut 100 Seiten, denke ich. Kann ich Ihnen das auch nach Weihnachten wiedergeben? Das ist ja nicht so flüssig zu lesen und deshalb brauch ich da immer etwas länger für, wissen Sie.", versuche ich mich zu entschuldigen.
"Nee, ist klar. Du liest Kant in 2 Minuten, Schiller, Hobbes, Locke, Nietzsche und was weiß ich wen, aber bei deinem Spezialgebiet Schopenhauer brauchst du länger oder was?" Er sieht mich unglaubwürdig an.
"Nein, eigentlich nicht. Aber ich genieße. Und wenn er einen Satz geschrieben hat, muss ich über den Nachdenken und dann zieht sich das Buch, wenn plötzlich nicht nur ein Gedanke eine Rolle spielt sondern meine 10 Gedanken auch noch.", ich lache. Er lacht. Der Kurs versteht nichts. Die typische Situation am Donnerstag und Freitag morgen.
"Lass dir Zeit mit dem Buch. Es ist ja erst ein Jahr her.", er schmunzelt, sieht mich aber nicht böse an. Ich hab ein schlechtes Gewissen deswegen. Überlege, ob ich es frühzeitig abgeben soll, aber ich weiß auch nicht. Ich habe mir geschworen, dass ich dieses Buch nicht nur lese, sondern Durcharbeite. Dass ich es verinnerliche. Schätzen lerne.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Hoffnung?

Es sind immer die gleichen Stimmen gewesen. Du bist hässlich. Du bist fett. Du wirst es niemals zu etwas bringen. Schneide dich. Die anderen, sie lügen. Beende alles. Niemand mag dich. Doch seit ein paar Tagen flüstert etwas in meinem Kopf, eine neue Stimme. Ich rechnete mit allem. Aber nicht damit. Was ist, wenn du doch eine Zukunft hast? Was ist, wenn die ganzen Menschen dich nicht belügen? Vielleicht bist du doch mehr wert als purer Dreck. Die anderen Stimmen schrien dagegen an, wollten das Wimmern, das letzte Aufbäumen nicht zulassen. Irgendetwas in mir will nicht sterben. Irgendetwas wehrt sich, sonst wäre ich schon nicht mehr hier. Es ist der Kampf gegen die Menschen. Ich gegen den Rest der Welt. Ich gegen die Menschen, die mir etwas bedeuten und wo ich mir anrede, dass sie lügen. Dass sie mich nur weiter quälen wollen. "Du bist ein Talent [...] Verdammt, glaub endlich an dich. Ich bin streng und böse. Ich sag das nicht zu jedem." Wie oft habe ich das inzwischen so gehört? Wie oft alleine von meinem Lehrer? Wie oft von euch dadraußen? Wie oft von meiner wundervollen Mutter? Hier sind 73 tolle Menschen, die sich meinen Mist durchlesen. Und das einzige, was mir dazu einfällt ist: Vielleicht bin ich nicht der dümmste, aber der hässlichste Mensch auf der Welt. Schweigt, Schweigt, Schweigt. Ich will euch nicht mehr hören, ihr Stimmen. Ich will nicht mehr auf euch hören. Ich will nicht. das erste Mal seit langem, dass ich euch nicht mehr ertrage. Ich kann nicht Schulstress und Stimmen auf mich wirken lassen. Also lasst mich in Ruhe, geht weg. Sucht euch ein Schlammloch in dem ihr euch wohlfühlt. Ich kann kein Blut mehr sehen, nicht mehr die Reste von meinen Fingern waschen. Ich gehe daran kaputt, dass ich kaputt bin. Und schlussendlich macht mich das vollständig kaputt. Auch kaputte Menschen können weitermachen. Deine Wunden können zu Narben werden, wenn du sie lässt.

Freitag, 7. Dezember 2012

Die Berühung mit Schnee

Ich bin Schnee. Ich falle ständig, lande auf dem Boden, verschmelze mit ihm. Ich verbreite Chaos, bin selbst Chaos in mir drin und dennoch finden manche mich beruhigend. Ich erscheine Fehlerlos, sorge aber immer wieder für Unfälle, Blut, Schmerz. Ich sehe lieblich aus, kann Menschen aber zum erfrieren bringen, während ich selbst längst erfroren bin. Ich wechsele meinen Formen, ich wechsele mein Gesicht. Manchmal sieht man mich Monatelang nicht, doch man denkt oft an mich. Man verbindet mich mit guten Gefühlen, Heiterkeit, doch wenn ich da bin, höre ich nur Kritik. Ich bin wie Schnee, ich falle leise, zerbreche lautlos, gehe still von dieser Welt. Ich bin nicht makellos, werde oft zu Matsche, kombiniert mit Dreck. Auf mir wird herumgetrampelt und die Menschen finden es schön, wenn ich knirsche. Ich zerstöre mich auch selbst, immer dann, wenn meine Freunde nicht da sind. Wenn meine Liebe die Wolken nicht da sind. Denn dann kommt das Böse, die Sonne, über mich und zerstört mich, in nur einem kurzen, kleinen Moment. Ich bin Schnee. Verloren in der Einsamkeit dieser Welt und doch nie so richtig allein.

Der Gedanke darüber etwas zu schreiben, schwirrt seit gut 15 Stunden in meinem Kopf. Während ich meine Philosophieklausur geschrieben habe, fiel der Schnee, macht alles heller strahlender. Wenn es schneit, denke ich noch mehr als sonst. Aber das Chaos das in mir ist, wird weniger, wenn das weiße Pulver willkürlich vom Himmel fällt. Es ist merkwürdig, aber Schnee beruhigt mich ungemein. Inzwischen hat es aufgehört zu schneien, leider. Das Chaos in mir schweigt aber dennoch, erinnert sich noch das besinnliche. Ich freue mich auf eine hoffentlich ruhige Nacht, die mir mal wieder mehr Schlaf schenkt als wenige, wenige Stunden.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

homo homini lupus

Mauern des Schweiges umgeben mich. Ich werde meiner Vorstellung von mir nie die das Wasser reichen können. Wie soll ich mein Traumgewicht erreichen, wenn es immer mein aktuelles Gewicht Minus Drei ist? Wie soll ich Bestnoten haben, wenn in meinem Kopf kein Platz mehr ist? Wie soll ich schön sein, wenn Schönheit nie definiert wurde? Wann ist mein Ausreichend klug? Ist das Wissen begrenzt? Sollte ich Dinge aus meinem Kopf streichen, damit wichtigeres Platz findet? Und für wen soll ich überhaupt dünn sein? Fett kann man abtrainieren, Charakter nicht. Die Welt dadraußen denkt, dass sie das Recht hat, Werte und Normen zu definieren. Aber das hat sie nicht. Schon Ernst von Glasersfeld hat gesagt, dass eine objektive Einschätzung nur dann entstehen kann, wenn viele, möglichst alle Menschen bei einem Anblicken einen Objektes dasselbe empfinden und wahrnehmen. Sehen wir uns die Menschen an. Denkt an eure Mutter, z.B. manche werden sie nett finden, andere mögen sie nicht, anderen ist sie egal. Es gibt also keine Norme, keinen absoluten Wert, was ein guter Charakter ist. Über schlechte Eigenschaften sind sich die meisten Menschen einig. Aber es gibt Menschen, die finden Knochen widerlich. Es gibt Menschen, die gerne all ihre Knochen unter ihrer Hand spüren wollen. Es gibt Menschen, die leiden, wenn sie solche Menschen sehen. Aus Sehnsucht oder aus Angst. Es gibt kein Dünn, kein Dick, solange es gesund ist. Es gibt kein zu schlau, kein zu ungebildet, solange man weiß zu überleben. Wissen und Aussehen, Charakter und Haltung besitzen keine Norm. Sie haben Werte, Richtlinien an die Mauern gesprayt bekommen gegen die sich niemand wehrt, denn niemand kann sie erreichen. Niemand kommt mit dem eigenen Wasser so hoch, sie abspülen. Diese Anforderungen, diese Wertungen, diese Zerstörung der eigenen Gesellschaft.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Immer da - soweit weg.

"Was bist du eigentlich schon wieder so 'durch'?", fährt mich eine Freundin an.
"Wieso bin ich durch?", frage ich absolut nichtswissend.
"Du willst alleine sein, versetzt T. ständig. Sag nicht, das ist immernoch wegen A. Das wäre etwas lächerlich.", sie lacht, weil sie glaubt, dass ich jemand anders bin. Das glaubt nämlich jeder.
"Nein, Quatsch. Wieso sollte es an A. liegen? A. und ich sind und waren immer nur Freunde. Außerdem haben wir momentan eh nicht soviel miteinader zu tun." Lüge über Lüge kommt aus meinem Mund. Außer, dass wir uns nicht sehen/hören, das ist schmerzhaft wahr.
"Ist auch besser so für dich. Der Kerl hat sie nicht alle. Der ist einfach total kaputt im Kopf. Nur Pc und Alleinsein, so kann man nicht leben." Besser als mit deinen Worten, besser als mit den Worten von allen Menschen. Du bist so unglaublich widerwertig. Ich schlucke es, nicht angreifbar machen.
"Wenn du meinst. Ich meine, du kanntest ihn ja auch nie richtig.", ich versuche zu lächeln, aber Eis taut so schnell nunmal nicht.
"Ach, Denise, weißt du, ich will ihn auch gar nicht kennen. Er ist absolut nicht mein Typ und so wenig wie er redet, ich bitte dich, da kann ja nie was laufen. Und geil sieht er ja auch nicht aus" Meint sie das tatsächlich ernst? Tut Sie. Ich dachte immer, ich bin krank, aber sie? Das ist abartig. Ich brauch gefühlte zwanzig Minuten um zu antworten, weil keiner meiner Gedanken über "Spuck sie an" oder "Schlag sie, schlag ihr mitten in die Fresse" geht.
"Finds ja total toll von dir, wenn du einen meiner Freunde beleidigst." Wenn du wüsstest, dass ich ohne ihn gar nicht da wäre. Nicht mehr da wäre.
"Ach Freunde, komm schon, ihr trefft euch nichtmal. Ihr habt kaum Kontakt. Wisst ihr überhaupt eure Lieblingsfarben?" Sie lacht. "Das nennst du doch nicht wirklich Freundschaft?" Wieder dieses Lächeln von ihr. Der Wunsch nicht mir sondern ihr irgendetwas scharfes in den Körper zu stoßen. Jeder ihrer Schüsse trifft, das bereits dünne Gewebe, trifft mitten ins Herz.
"Weißt du, ich nenn es auch nicht Freundschaft, wenn man sich in der Stadt trifft und so tut, als würde man sich mögen. Ich nenn es auch nicht Freundschaft, wenn ich hunderte Gedanken erst überdenken muss, bevor ich zu dem Entschluss komme, dass es nicht gut ist, dir mitten ins Gesicht zu schlagen. Weißt du, ich nenn es Freundschaft, wenn man füreinander da ist, genau dann, wenn man wochenlang nichts voneinander gehört hat. Ich nenne es Freundschaft, soviel übereinander zu wissen, dass man nicht einen Steckbrief über einander schreiben , sondern die Person ins Herz schließen kann. Und übrigens, seine Lieblingsfarbe ist schwarz." Ich drehe mich um, laufe weg. Ich renne nicht, auch wenn ich es am liebsten wollen würde. Er wäre für mich da, verdammt. Er würde mir helfen, wenn ich wollte. Ganz bestimmt. Auch wenn wir seit 4 Wochen nichts voneinander gehört haben. Er ist gesund, so wunderschön gesund. Und deshalb kann ich nicht zu ihm. Aber ich weiß, dass er da ist. Er wird immer da sein. Auch nach hunderten Wochen.

Freitag, 30. November 2012

Hello, what the hell am I doing here?

"Neun Monate um einem Menschen sein Leben zu geben. Es braucht nur eine Sekunde um es wieder zu nehmen."

 Die Tabletten, die sich im Körper lösen und jeden Blutfluss stoppen. Die Kugel, die sich in die Schläfe bohrt. Die Klinge, die das Zusammengehören der Pulsadern trennt. Der Körper, der die Höhenluft riecht und sobald den Boden erreicht. Das Tau, das sich in den Hals bohrt und jeden Weg der Atmung verhindert. Die Wellen, die das Leben forttreiben. Der Zug, der den Körper in tausende Teile reißt. Dem letzten Mal dem Alkohol verfallen. Das Auto, das mit mir den Weg in die Hölle geht. Das Gift, das längst in meinem Körper wohnt, bricht endlich aus.
Es gibt soviele Wege, sich selbst das Ende zu suchen. Das Leben ist nicht so vielseitig wie Sterben. Man atmet. Man hat gar keine Wahl, wenn man sich einmal für das Leben entschieden hat. Atmen, Luft aufnehmen, schmutzige Luft abgeben. Solange bis die Luft nicht mehr nötig ist. Solange bis man sich für die Vielseitigkeit entschieden hat.
Wieso also wird das Leben als vielfältig, als abwechselungsreich beschrieben? Wieso wird es als gut beschrieben? Wieso als schön? Wieso als lebenswert? Es ist eine Empfing, eine subjektive. Und meine Empfindung ist stumpfes Atmen. Mehr mache ich hier schon lange nicht mehr und das nur, weil ich es (noch) muss. Denn das Leben bleibt immer gleich elendig für mich. Wieso ist Leben nicht so vielseitig wie Sterben es sein kann?

"Wie kann so etwas Gutes so falsch sein? Warum ist so etwas Schönes so schlecht? Weshalb gibt es auf der Welt keine Liebe?"

Mittwoch, 28. November 2012

"Du gehst gebückt von den Zweifeln die drohen dich grad unter sich zu zerdrücken... "

Verdammt, geh aus meinem Kopf raus. Was, Stimme, willst du noch von mir? Ich weiß doch, dass ich hässlich bin. Ich weiß, dass ich nie glücklich sein kann. Meine Oberschenkel haben keinen Platz mehr für Wunden momentan. Es verheilt einfach nicht mehr so schnell, wenn die Wunden tiefer werden. Ich hab so gut wie ausgehört zu essen. Was willst du noch? Willst du meine Schulkarriere endgültig vernichten? Ich muss lernen, mich konzentrieren. Morgen schreibe ich Info. Meinen verfluchten Lk. Und es muss gut werden nachdem ich heute schon Mathe in den Sand gesetzt habe. Seit 5 Stunden sitze ich vor diesem Pc und lese Quelltexte über Backtracking-Verfahren und jede Information wird einfach von dir weggeschoben. Backtracking heißt zurückziehend. Soll ich mich zurückziehen? Aus dem Leben? Aus dieser Welt? Dann, Stimme, mach es mir nicht so verflucht schwer. Dann, Stimme, mach es leichter. Nimm mir alles, was mir noch geblieben ist und dann hält mich hier wirklich nichts mehr. Aber momentan würde ich zuvielen Menschen wehtun. Momentan habe ich nichtmal die Kraft gegen mein eigenes Leben zu kämpfen. Das Jahr zieht sich so unglaublich in die Länge und doch habe ich zu wenig Zeit. Im nächsten Sommer gehe ich nicht mehr zur Schule. Im nächsten Sommer müsste ich mir ein Leben aufbauen, kann nicht mehr der Gewohnheit nachgehen. Und davor habe ich Angst. Angst, dass ich versage. Angst, dass ich was falsches tue. Angst, ich vielleicht doch ein Leben finde. Angst, dass ich dich dann nie wieder sehe. Es kommt mir jetzt schon vor, wie ein nie wieder. Die Klinge ist schon lange kein Ersatz mehr für das alles. Die Klinge sorgt nur dafür, dass ich auch mal atme und es nicht einfach vergesse. Und ich weiß, dass ich sie gleiche wieder suchen werde, damit ich überlebe, wobei das das ist, was ich am wenigsten will. Leben. Atmen. Leiden.
"...Kein Lächeln, nicht eine Silbe der Zuversicht verlässt deine Lippen."

Dienstag, 27. November 2012

Sollte ich es glauben?

"Denise, schön dich mal wieder sehen", sagt T.s Mutter so ehrlich, dass man es nicht nicht glauben kann. Wir reden immermal wieder während des Sports. "Du hast aber ganz schön abgenommen, kann das?", fragt sie und lächelt wie sooft. Sie ist eine fröhliche Person. Fröhlichkeit, die auch mir fehlt. "Hm, ja kann sein.", murmele ich. "Ach komm, mindestens 8 Kilo, oder?" Ich schüttele den Kopf. "12", flüstere ich. "Was? 12 Kilo? Mein Gott, das erklärt wieso du plötzlich so gut aussiehst. Aber pass auf, dass du nicht zu dünn wirst, ja?" Ich nicke zwar und versichere ihr beste Gesundheit, aber ich weiß, dass es noch lange nicht reicht. Nach dem ersten Teil des Sports grüße ich Michael den Chef des Fitnessstudios. Ich lauf die Treppe hoch zum Spinning-Raum und währenddessen sieht er mich ununterbrochen an. Ich fühle mich stets unwohl, wenn Menschen mich ansehen. "Was gibts?", frage ich ihn, während ich mitten auf der Treppe stehen bleibe. Er grinst. "Mein Fitnessstudio hats drauf,was." Ich gucke verwirrt, weiß nicht worauf er hinaus will. "Ich meine, wenn ich überlege wie du hier angefangen hast, wieviel hast du abgenommen?" Schon wieder dieses Thema. Können sie mich nicht in Ruhe lassen? "12 Kilo", sage ich so freundlich wie möglich, denn er kann ja nichts dafür, dass ich es nicht hören will. "Wow. Echt klasse. Das steht dir unheimlich." Stimmt, denn Kerle spielen ja doch nur mit Knochen. Ich laufe weiter, Michael folgt mir, weil er in sein Büro möchte. "Achja, Denise, versteh mich aber nicht falsch: Du wärst auch mit ein paar Kilo mehr ein hübsches Mädchen. Aber so: verdammt, ich bin einfach zur falschen Zeit geboren." Jaja, versuch dich zu retten, mein Kopf hats schon anders interpretiert. Es ist zwar nett, aber hoffnungslos. "Ach Michael", antworte ich mit einen gespielten Lächeln, "ich hätte früher doch gar nicht in deiner Liga gespielt." Er lacht auf. "Das stimmt nicht ganz, aber lassen wir das so stehen, bevor die anderen hier noch was falsches denken". Wieso komme ich mit älteren Menschen immer besser klar? Weil unsere Generation absolut beschissen ist (mit Ausnahmen)!

Sonntag, 25. November 2012

Wie ich mich selbst verkaufte

Ich sitze am Bahnhof. Der Wind weht meine Haare durcheinander. Ich fühle mich als hätte jemand meinen Magen zerrissen. Ich bin nicht betrunken genug. Ich blicke auf die vergangene Nacht zurück, während meine Freunde neben mir sich bereits ihren Träumen zuwenden. T. und P. waren beim Tanzen ziemlich aufgeschlossen. Aufgeschlossen ist untertrieben. Der schlimmste Moment war wohl als T. mir von hinten an den Bauch gefasst hat, beim Tanzen. Wie kann er nur meinen hässlichen, fetten Bauch anfassen? Beim Gespräch danach meinte er, er hätte meine Beckenknochen oder Rippen spüren können. Ich würde zu dünn werden, wenn ich so weitermache. Schwachsinn, was redet der da eigentlich? Das schlimmste war, dass er meinte, ich sei dünner als seine Freundin. Alle Menchen sind dünner als ich. Alle. Sowohl P. als auch T. sind in einer Beziehung. Ich würde sie umbringen, wäre einer von ihnen mein Freund. Ich würde sie umbringen, wenn ich mit einem von ihnen zusammen wäre. Gottseidank bin ich das nicht. Gottseidank bin ich mit niemandem zusammen. Weil mich will sowieso niemand. L. hat mit drei verschiedenen Typen rumgemacht. Soviele Typen hatte ich noch nicht in meinem ganzen Leben. Will ich auch gar nicht. Ich hätte das nie getan, ich kann ja nichtmal mit jemandem reden ohne ihn etwas beobachtet zu haben. Aber Küssen? Nee, dafür bin ich wohl zu stumpfsinnig. Dafür bin ich vielleicht einfach zu trist. Oder es ist nur eine Ausrede für meine Hässlichkeit und meinen fetten Körper. Ich esse nie wieder etwas. Ich hasse es feiern zu gehen, in der Öffentlichkeit zu sein. Diese dünnen Körper, die förmlich über die Tanzfläche schweben mit dem besten Taktgefühl der Welt. So wie ich nie aussehen werde. ich werde immer fett bleiben. Und ich als Elefant im Porcellanladen. Egal, wie ich mich bewege ist es falsch. Egal wie ich tanze, man sollte nicht tanzen nennen. Aber ich hatte es versprochen. Meinen Körper für eine Nacht an meine Freunde verkauft und meinen Willen zerstört. Mein ganzes Leben ist wohl neben dem Takt. Außerhalb des Taktes. Ich sehe nur Taktlosigkeit. Geschmacklosigkeit. "Du bist taktlos,taktlos. Bring mich aus dem Takt bloß. Sing mir keine Lieder. Deine Lieder sind geschmacklos"

Samstag, 24. November 2012

We are young - and stupid.

"So, Denise, fass mal die letzte Stunde zusammen." Er weiß doch genau, dass ich es nicht weiß. Soviel zum Thema sprechenen Menschen kann man helfen, von wegen! "Äh, keine Ahnung.", nuschel ich hervor. Er sieht mich an, schüttelt den Kopf. "Versuchs einfach. Ich werd dich schon nicht in der Luft zerreißen." Er lächelt. "Nee, das macht er nur mit uns. Du hast den Sonderstatus", sagt jemand aus meiner Klasse. Er überhört das. Er überhört das immer, obwohl es ihm schadet. Ich stottere meine Erinnerungen und Verständiszweifel der letzten Stunde zusammen und sehe ihn an. Die Klasse runzelt oft die Stirn, aber das tun sie immer, wenn ich rede. Ich bin fertig, ziehe die Augenbrauen hoch und sehe ihn an. "Gut, hier und da etwas schief, aber du konntest schon immer besser schreiben als reden. Somit kommen wir zum nächsten Thema..." Nach der Stunde hält er mich auf: "Ich wusste doch, dass du das kannst." Ich sehe ihn an. "Aber.." Er unterbricht mich. "Kein Aber, hier und da wars falsch, hast du ja Recht, aber ich kann dich doch nicht vor allem bloßstellen."
Wir feiern eine Party in der Schule. Plötzlich bekomme ich Nasenbluten, das bekomme ich oft, besonders wenn ich erkältet bin, wie zu diesem Zeitpunkt. Ich laufe ins Bad, stopfe mir Papierhandtücher in die Nase und schaue an die Decke, während ich mich auf die Kante der Fließen setze. Ich höre wie sich die Tür öffnet, schaue aber nicht nach, weil ich weiß, dass die Nase wieder stärker bluten würde. Wenn ich mich mit etwas auskenne, dann Blut, egal ob Nase oder Bein. Ich muss schmunzeln. Gottseidank kennt keiner meine Gedanken. Dann geht alles schnell. Mein Lehrer steht vor mir, zieht mich aus. Flüstert mir ins Ohr, dass ich schon immer etwas besonderes war. Ich kann mich nicht wehren, ich bin angetrunken, gefühlslos wie immer. Es ist egal was mit mir passiert. Ich wache auf. Schaue an meine grüne, gewohnte Decke, liege in meiner liebsten Ksc-Bettwäsche. Ich schüttele den Kopf. Was soll das eigentlich? Muss mein Kopf mir alles kaputt machen? Das ist total abwegig. Stimmen, Dämonen und Monster in mir, haltet einfach euren Mund. Heute Abend werdet ihr mit Alkohol ertrunken und morgen seid ihr doch wieder da, ich weiß. "Tonight. We are young .So let's set the world on fire. We can burn brighter than the sun"

Donnerstag, 22. November 2012

Unperfekt, dumm, zerstörerisch

"Denise, was ist los mit dir?", er schaut mich an. Entschlossen und doch irgendwie enttäuscht. "Die Dummheit zersetzt mich, hat mich übernommen. Mein Verstand löst sich auf, alles verliert seinen Sinn." Ich selbst bin erschrocken, dass ich dies laut ausgesprochen habe. Es war nur mein erster Gedankengang, der sonst nie raus darf, der sich abends an die Klinge setzt, damit sie leichter durch die Haut gleitet. "Das Mädchen, das mir die beste Facharbeit meines Lebens geschrieben hat; das Mädchen, das Klausuren schreibt über die ich mich freue; das Mädchen, bei der ich mir keine Hoffnungen für die Zukunft machen muss, weil ich weiß, dass sie gut wird; Dieses Mädchen soll von Dummheit zersetzt werden? Das wäre beinahe so als würde bei religiösen Menschen der Teufel den Gott ersetzen." Er schaut mich an, sieht, dass ich nicht überzeugt bin. "Was gibt dir das Gefühl, dass du dumm bist? Oder besser wer?" "Erstmal: Machen Sie sich nicht zuviele Gedanken über die Zukunft, das wäre ein Fehler. Außerdem versteh ich diesen Text nicht, bei dem sich sogar die ganzen Idioten in diesem Kurs melden können, während ich da sitze und noch immer den Unterschied zwischen Evolution und Passung suche." Er schaut mich an, lacht. Ich verdrehe die Augen, drehe mich um. "Bleib hier. Ich lache dich nicht aus. Es ist nur ironisch, dass du den Unterschied nicht erkennst, aber Schopenhauer runterbetest als wäre es das VaterUnser. Was bin ich heute so religiös? Darum geht es ja auch gar nicht. Du bist nicht dumm. Du musst das so sehen: Der Affe wird zum Mensch und das ist evolutionär, dadurch, dass er sich anpasst.." Er redet weiter, erklärt es mir. "...Hast du es jetzt verstanden?" "Nein, mir ist einfach nicht klar, wo der Unterschied zwischen einem Affen und einem Menschen ist. Beide Arten sind instinktgeleitet, schmutzig und naja, der Haarverlust stimmt auch nicht bei jedem. Und Gehirn- und Verstandentwicklung ist ja wohl ein schlechter Scherz." Er lacht. "Mal im Ernst, verstanden?" Ich schüttele den Kopf. "Nein, eigentlich nicht. Das ist absolut zu abstrakt. Ich kann mich gerne damit beschäftigen, wie der Mensch aufgerottet wird, aber die Entstehung von einem Affen in Verbindung mit Philosophie ist doch absolut unzutrefflich." Er sieht mich an. "Ach, und Schopenhauers Metaphysik ist total naheliegend und realistisch?" Ich zucke mit den Schultern. "Wenn man die Menschen ähnlich stark hasst, ist das so." Er zieht einen Mundwinkel zum Lächeln hoch. "Wir besprechen das morgen in der Doppelstunde nochmal, okay? Und dann schauen wir, ob du dich immernoch für dumm hälst." Er lächelt mir noch einmal Mitleidig zu und geht aus der Tür. "Natürlich. Ich bleibe dumm. Ich werds nie verstehen und Sie weiter enttäuschen, wobei Sie der einzige Mensch sind, den ich noch nie enttäuscht habe." Tränen steigen mir in die Augen, ich wünsche mir Blut, weiß, dass der Tag aber noch einige Stunden hat bis ich nach Hause darf. Ich setze mir meine Kopfhörer auf. Ich bin unperfekt - jeder kann meine Fehler sehen. Ich bin wer ich bin. Ja,das klingt ziemlich dumm,"aber nimm mich so hin" sage ich zu mir selbst,doch ich selbst hör' nicht hin,weil ich ziemlich selbstzerstörerisch bin. Und plötzlich macht alles keinen Sinn mehr. Imperialistische Zweifel,pfeifen ihre Hunde nicht zurück und sie beißen. Jede meiner Sicherheiten,dann kann ich mich nicht mehr halten.

Dienstag, 20. November 2012

So, das Jahr ist vorrüber.

Mir ist durchaus bewusst, dass es noch nicht 2013 ist und das schrecklichste Jahr aller schrecklichen - ja ich weiß das jetzt schon - noch nicht begonnen hat, aber durch K., die ihren Geburtstag mit T. Ende Dezember feiert, habe ich erfahren, dass A. nicht eingeladen wird. Fazit: Ich sehe ihn dieses Jahr nicht mehr. Vielleicht laufen wir wortlos in der Stadt aneinandervorbei, aber das ist unwahrscheinlich, dafür müsste er ja seine Kammer des Schreckens verlassen. Anmerkung: Hierbei ist sein Zimmer eine Kammer und er der Schrecken. Mein Schrecken. Mein lebendiger Schrecken. Mein Lieblingsschrecken. Ach, verdammt. Hat doch gar keinen Sinn. Auf jeden Fall sehe ich ihn dann auf dem Geburtstag nicht und Silvester war er ja letztes Jahr auch schon nicht da, von daher bezweifele ich das irgendwie. Zieht mich gerade mehr runter als gedacht, der Gedanke. Ich meine, ich könnte ihn natürlich auch einfach anschreiben, aber nach Freitag habe ich da wenig Lust zu. Einfach so. Wann diese ständige Abhängigkeit wohl aufhören mag? Vielleicht sollte ich mir doch selbst mein Herz entnehmen, dann wär ich der Gefühlslosigkeit und dem Tod so nah wie nur möglich.
Es tut mir Leid, ich kann heute nicht schreiben, die Worte kommen zäh und klebrig wie Kaugummi hierher. Ich danke meinen Lesern, ich weiß echt nicht, wie ihr das ertragen könnt. Dennoch macht es mich irgendwie froh. Froh, dass es doch nicht so allein bin, zumindest nicht außerhalb des wirklichen Lebens.

Sonntag, 18. November 2012

Hallo, ich bins, die bloggt.

Vielleicht haben sich schon viele von euch wundervollen Lesern gefragt, wer ich bin, wie ich aussehe, wieso ich mich so sehr hasse. Den Grund seht ihr links. Und wahrscheinlich werden jetzt viele sagen: So schlimm ist das doch gar nicht etc. aber das will ich nicht hören, nicht lesen. Das Bild ist von Freitagabend, absolut aktuell also. Wenn man dieses Mädchen auf dem Bild nicht kennen würde, man wüsste nicht, dass sie gut 9 Stunden später an der selben Stelle sitzt und sich mit einer Rasierklinge die Beine aufschneidet. Wenn man dieses Bild sieht, würde man vielleicht denken, dass sie glücklich ist. Aber dieses Mädchen weiß gar nicht, was Glück ist. Soweit hat sie es nie kommen lassen, hats wohl immer wieder versaut. Ich wünschte, ich wäre nichts dieses Mädchen. Wünschte, dass es dieses Mädchen nicht mehr gebe, am meisten nie gegeben hätte. Aber die Vergangenheit ist nicht mehr zu ändern. Alles was bleibt, ist nunmal dieses Mädchen, bin ich. Und ob ich eine Zukunft habe, weiß ich nicht. ich weiß, dass es die Möglichkeit gibt, dass es tausende Möglichkeiten gibt. // Das ganze Wochenende einfach schon übelst am Fressen. Das ist so nervig. Nur damit meine Eltern nichts merken, unter der Woche merken sie ja eh nichts. Dann gestern Eis, normales Mittagessen, 2 Brötchen, grr. Ich bekomm die Krise. Ab Morgen gibts nur noch Tee/Kaffee und 2 Scheiben Brot pro Tag. Immerhin habe ich nächstes Jahr meinen Abschluss, wenn ich bis dahin überleben sollte.

Samstag, 17. November 2012

Wärme im Winter

Ich weiß war nicht so richtig wo ich anfangen soll, muss ich zugeben. Gesternabend war eigentlich ganz gut. Es floß Alkohol, was man jetzt auf meinen Beinen deutlich erkennt, aber es war nicht so, dass ich gedankenlos und betrunken geworden bin. Leider, ist nämlich meistens einfacher. Heute, am nächsten Morgen, habe ich weder Kopfschmerzen noch Übelkeit, dennoch traue ich mich nicht auf die Waage zu steigen, bestimmt sieht die Waage das Fett an meinem Bauch genauso wie ich. Sie fühlt es immerhin, wenn der Elefant sich auf sie drauf stellt.
Naja, gesternabend, es waren viele Leute da mit denen ich nicht wirklich was anfangen konnte, aber eben auch meine Freunde, deren Wert ich lange verringert habe, damit es einfacher ist. Einfacher abzuschließen. Aber in Wirklichkeit haben sie mein Herz. Bestimmte von Ihnen. So kam L. zu mir. "Denise, darf ich etwas tun was ich schon lange nicht mehr getan habe?" "Was denn?" "Dich umarmen." Sie wartete nicht auf meine Antwort. Ich mag Körperkontakt eigentlich nicht, aber ich akzeptierte es, fühlte die Wertschätzung, die in der Geste steckt.
Später war ich mit P. eine betrunkenere Person nach Hause bringen. Auf dem Rückweg, entstand ein merkwürdiges Gespräch:
Er: Du und A. Was läuft da eigentlich? Läuft da überhaupt was?
Ich: Nee. Wieso?
Er: Ach, das wirkt so. Manchmal.
Ich: Weißte da mehr als ich oder was?
Er: Nee, nee. Als ob A. mit irgendwem redet. Doch mit mir. Manchmal.
Ich: Er ist kompliziert hier und da.
Er: Ich kenn ihn seit der 5ten Klasse und er ist immernoch fast ein Fremder. Auch Fremde können Herzen stehlen.
Ich: Ja es wäre einfacher, wenn er etwas anders wäre. Aber dann wäre er eben auch nicht er.
Er: Vielleicht klappt das ja auch so mit euch.
Ich: Was? Nein, so war das doch gar nicht gemeint.
Er: Denise, ich kenn dich auch seit über 2 Jahren. Ich kann deine Gedanken lesen. Er lacht, so frei.
Auf kalter Straße legt er den Arm um mich und so laufen wir bei Minusgraden durch die dunkelen Straßen. Ich spüre die Kälte nicht. Von Innen heraus füllt sich mein Körper, mein Herz - mit Wärme.

Mit A. habe ich an dem Abend auch geschrieben. ich: "Was hälst du eigentlich von mir? Ich werd nicht schlau aus dir." Er: "Das kann ich nicht sagen." Ich: "Wieso nicht?" Er:"Keine Ahnung" [...] Ich: "Du hast mir mal gesagt, dass ich dich irgendwann erklärt bekomme." Er: "Dein Leben ist noch lang." Ich: "haha, Witzbold." Er: "Tja, da musst du wohl durchhalten bis ich es dir erklärt habe oder googlen. Ich hab gehört, Google weiß alles." Ich: "Habe ich schon versucht, immer wenn ich die Anleitung für dich suche kommt: Keine Suchergebnisse. Und das andere ist Erpressung."
Was ich zu dem Abend zu sagen habe? Er ist vorrüber. Meine Beine schmerzen und es bleibt eine wundervolle Erinnerung, endlich mal wieder.

Dienstag, 13. November 2012

The past had made her blind to the way she'd turned the pain into a way of life.

Ich bin in dieser Phase. Ihr kennt diese Phasen bestimmt. Mein Bett ist meine Höhle, die mich schützt vor der bösen Welt dadraußen. Die Wärme, der Decke erdrückt mich zwar, aber sie sorgt dafür, dass ich nicht auseinanderfalle, während die Vergangenheit mich einholt. Die Vergangenheit, die an mir hochkriecht und jeden Centimeter Haut ergreift. Ich versuche die Schatten abzustreifen, versuche mich von Ihnen zu befreien, doch ist es unmöglich. Wie bei Einnahmen von starken Schmerzmitteln, wie die kleinen Käfer, die man plötzlich auf der Haut spürt, liegen diese Schatten auf mir. Sie kitzeln nicht, sie lachen unaufhörlich. Sie lachen ganz leise, beinahe flüsternd. Die Decke dumpft das Kichern. Ich fliehe kurz aus meiner Decke um euch zu sagen, dass ich nich tot bin, nicht tot in dem lebendigen Sinne. Sondern tot im lebhaften Sinne. Manchmal muss man sein Leben zurückstellen, um seine Persönlichkeit zu retten. Was aber rettet man, wenn man das Leben nicht will und die Persönlichkeit längst nichts mehr wert ist? Sein Herz, das benarbenste Organ, das die großen Schmerzen erleidet, die Gefühle erst entwickelt. Das einzige, was man dann noch erhalten, noch retten kann. Die Decke wärmt mich, lässt mich kalt. Sie schützt mich, ist aber zu weich dafür. Ich liege unter ihr, dachte ich wäre ein gefühlsloser Stein, dabei bin ich aus festem Sand und bei jedem Steinschlag bröckelt ein anderer Teil von mir, aber niemals erreiche ich den Zustand an dem ich mich wieder vergrößern kann. Ich bleibe klein, unwichtig, bedeutungslos. Solange bis ich nur noch der letzte Sandkorn bin, der irgendwo im Wind verflieht, während ihn solange alle für Selbstverständlich gehalten haben.
"Sometimes I remember the darkness of my past, Bringing back these memories I wish I didn't have. Sometimes I think of letting go and never looking back, And never moving forward so there'd never be a past."

Montag, 12. November 2012

Abwärtsspirale

Ich habe vor circa 3 Jahren Teilen meiner Freunde eine Nachricht geschrieben. Dass ich mit meinem Leben nicht klar komme, dass ich es in Alkohol ertränke, den ich von meinem Bruder klaue. Ich war damals 15, meine Oma gut 2,3 Monate tot und mein Leben ein Desaster. Ich war Schnittfrei und Abnehmwahnfrei. Ich habe keine Kalorien gezählt, keine Schnitte geliebt, nicht mein eigenes Blut wie Gott verehrt. Wie ich darauf komme? La. hat mich vorhin angeschrieben. Ich war ein Unmensch zu ihr und das weiß meine Stimme jeden Tag, ich denke oft an sie, auch wenn ich sie als Person heute nicht mehr leiden kann. Aber wir haben eine Vergangenheit. Sie hat mir vor 3 Jahren gesagt, dass ich zur Therapie gehen sollte, sonst wird es schlimmer. Ich hielt mich für gesund, solange meine Freunde da wären. Sie versprach mir da zu bleiben, ich ließ mich von anderen Menschen verführen, vertrieb sie, verbannte sie, zerstörte sie. Sie erzählte mir gerade, wie schwer es für sie war, all ihre Freunde zu verlieren, mich zu verlieren. Dabei verlor auch ich mich ein Stück mehr. Auch meine beste Freundin davor verlor ich, weil ich sie belogen habe. Belogen, damit ich was besseres wäre und sie nicht gehen würde. Sie wusste, dass ich lüge und ist gegangen. La. war zwar nie meine beste Freundin, aber sie wusste, was passieren würde. Sie hat das kranke schon damals gesehen. Und als Dank habe ich einen Teil ihres Lebens zerstört, nicht allein, aber aus purer Verlustangst. Entweder verliere ich eine Freundin, oder alle anderen. Mit 15 entscheidet man sich für Quantität und achtet nicht darauf, was wichtig ist. Heute hat sie alles wieder aufgerollt. Wieso ich so zu ihr war, wieso wir nicht mehr befreundet wären. Sie fragte mich, ob ich jemals in Therapie gegangen sei, ich antwortete ihr mit Nein. Sie fragte mich, ob das die richtige Entscheidung gewesen sei, wieder verneinte ich. Am Ende, nach vielen traurigen Worten, schlimmen Wahrheiten und rührenden Entschuldigungen, fragte sie mich folgendes: Wenn du heute nochmal dieselbe Situation hättest, was würdest du heute tun? - Ich würde mein Leben frühzeitig beenden - Ich würde den Zusammenhalt suchen, nicht die Konfrontation.

Vorwürfe

Zitate aus den Sms, die ich heute von Antonia bekommen habe: "Es scheint als wär dir alles egal!"; "Ich musste mich anderen Freunden zuwenden, das war meine Entscheidung als ich darüber nachdachte." ; "Du redest mit jedem, aber mich pampst du nur an"; "Du hast keine Ahnung, was es heißt da alleine zu sitzen"; "Wenn du das lächerlich findest, dein Problem, hast ja schon lange keine Ahnung mehr von den Gefühlen anderer"; "Es geht dich nichts an mit wem ich mich treffe oder zähle ich bei dir wie oft und besonders mit wem du dich triffst." ; "Aber es lohnt sich nicht mit dir zu diskutieren, verstehen tust du es schon lange nicht mehr."; "Hauptsache man vergräbt sich."
Darf ich erwähnen: Der typische Vorwurf. Ich bin kalt, gefühlslos, selbst Schuld an allem, völlig unfähig emphatisch zu sein, nehme ja sowieso nichts ernst und bin allgemein ein Unmensch. Aber wisst ihr, ich hab da keine Lust mehr drauf. Ich zieh mir nicht jeden Schuh an, den ich vorgesetzt bekomme. Ich bin kalt und gefühlslos? Aber doch nur, weil mein Umfeld mich dazu gemacht hat. Ich bin unfähig Mitgefühl zu zeigen? Doch nur, weil es auch nie jemanden gab, der sich für mich interessiert hat. Ich nehme nichts ernst? Weil mein Umfeld sich Probleme erfindet, damit das Leben lustiger ist. Bestes Beispiel ein Mädchen aus meiner Klasse, die sich rote Striche auf den Arm malt. Als ein Junge sie darauf ansprach, kam der Satz: "Quatsch, ich ritz mich doch nicht, ich bin doch nicht Emo, aber ich wollt mal gucken, wieviele Kerle mich dann immernoch wollen würden." Ich wollte ihr mitten ins Gesicht spucken, ihr sagen, was für ein Miststück sie ist. Ich blieb ruhig, ließ wieder ein Gefühl mehr von mir sterben, damit ich mir endlos die gleichen Vorwürfe anhören darf. Damit ich nur eine von vielen bin, keine die auffällt. Und dabei bin ich völlig anders und keiner merkts. Merkt es nicht, weil mich niemand kennt. Deshalb wirft sie mir Dinge vor, die teils wahr sind, wie ich das mich vergrabe, aber falsch sind, weil sie denkt, dass ich das wegen ihr tue. Ich tue das, nur um die Welt davor zu schützen etwas zu vermissen, was geplanter maßen nur noch bis zum Ende des Jahres vorhanden ist.

Samstag, 10. November 2012

I say, I hate you, we break up, you call me, I love you

Sms von Anna: "Ü. ist da. Selbst Schuld, dass du nicht da bist."
Sie befand sich auf der Schulparty, ich zu Hause vor dem Fernseher. Ich fühlte mich wohl dabei, mir egal, was Ü. macht. Aber da es ja angeblich mit F. "nichts geworden" ist, meint Anna jetzt, dass ich auf Ü. stehe bzw. mich mit ihm beschäftigen sollte. Nicht, dass ich jemals F. oder Ü. so richtig in betracht ziehen würden. Aber da niemand mehr daran denkt oder es nie wusste, dass es da A. gibt in meinem Herzen, naja, rätseln alle, was so in meinem Köpfchen vorgeht. Ist mir aber ziemlich egal, sollen sie denken was sie wollen.
Wisst ihr, was mir heute beim Duschen aufgefallen ist? Mein Duschkopf Boris, ja so habe ich ihn heute getauft, ist eigentlich ein ziemlicher Traummann. Ich meine, er behandelt mich immer gleich, egal ob ich jetzt 2 Kilo mehr oder weniger habe. Er geht nicht nach dem Aussehen. Ich kann vor ihm singen, ohne dass er meckert. Er ist ein sehr guter Zuhörer. Beschwert sich nicht, wenn ich mal länger brauche. Er kann einfach immer, wenn ich Lust habe. Und wenn ich mal total fertig bin, baut er mich wieder auf, indem er mir den Kopf freier macht. Leider ist er nur ziemlich untreu, aber jeder hat seine Fehler.
Und sowas denk ich mir beim Duschen aus, ich bin einfach total verrückt. Tut mir Leid, aber was ernsthaftes werdet ihr heute nicht mehr von mir hören, glaube ich. Nächstes Freitag könntet ihr möglicherweise mal meine wahrhaftige Identität sehen, also danach, weil Anna ja da feiert und dann müsste ich mich eigentlich schick machen, also mach ich da vielleicht Fotos, aber da A. nicht kommt, ist das auch nicht wirklich wichtig. Naja, dann sehe ich ihn wie geplant Ende Dezember und vielleicht sollte ich dann wirklich die Sache zwischen uns endgültig klären. Was meint ihr? Wahrheit würde uns am meisten helfen, vielleicht.

Donnerstag, 8. November 2012

Versprechen werden nicht gebrochen

Vor einiger Zeit kündigte ich an, dass ich für mein Abibuch ein Kinder- bzw.  Babyfoto von mir brauche, also habe ich die schwere Entscheidung zwischen zwei. Bei einem bin ich klein und mach mir ständig in die Hose und bei dem anderen trage ich mein legendäres Hein Blöd T-shirt. Ich kann mich nicht entscheiden. Ihr müsst wissen, ich war 2 und einen halben Monat zu früh, sodass ich kein wirklich Neugeborenen Fotos nehmen kann, weil ich nem Glaskasten und mit Schläuchen darumröchelte.
Es wäre also sehr lieb, wenn jeder von euch, der mein jüngeres und sehr gesundes (widersprüchlich zur Frühgeburt, ich weiß) Ich anschaut sagen würde, welches ihr besser fändet um in ein Abibuch zu drucken. Ihr könnt natürlich auch was anderes drunterschreiben, ist ja eure Entscheidung, aber es wäre einfach ziemlich nett.

Ich hätte euch auch das akuelle fürs Abibuch gezeigt, aber das ist noch nicht fertig, kann meine Visage momentan nicht fotografieren, bin nämlich erkältet und habe ne rote Nase. Aber so könnt ihr euch ja schonmal denken wie ich heute aussehen könnte. Fantasie, Leute.

Mittwoch, 7. November 2012

Du bist gar kein Maßstab!

Ich entspreche nicht der Norm. Ich bin zu dick, zu hässlich, zu depressiv, zu eigen. Ich lese zu viel, denke zu viel, vermisse zu viel. Ich schlafe zu wenig, esse zu wenig, fühle zu wenig. Ich blocke zu oft, ich schneide zu oft, ich verachte zu oft. Das zumindest meinen die Menschen, die diese Norm gestellt haben, sie sogar bilden. Ich bin von allem zu wenig, auf jeden Fall falsch. An den meisten Tagen würde ich Ihnen sagen, dass sie Recht haen. Aber heute ist mir nicht danach. Ich bin vielleicht anders, entspreche nicht der Traumvorstellung von irgendwem und bin kein Hingucker, aber irgendetwas muss ich an mir haben. Irgendetwas, was nur wenige Menschen sehen. Vielleicht zeige ich es auch nur den wenigen Menschen. Doch den Gedanken kann ich verwerfen, alle Menschen kennen andere Seiten von mir, unterschiedlich viel. Und als mir heute Jemand gesagt hat, dass ich kein Maßstab in Deutsch wäre, dachte ich mir: Du hast Recht, ich bin kein Maßstab, denn ich habe eure verdammte Norm gesprengt. Ja, ich bin besser als ihr alle. Besser als mein ganzer verfluchter Kurs. Und ich will auch gar nicht an ihrem Maßstab gemessen werden, weil mir nichts so egal ist, wie der Gedanke von denen an mich. Sie sollen denken was sie wollen, aber sie sollen es für sich behalten, es ist mir egal. Ich habe meinen eigenen Maßstab und glaubt mir, wegen meinem Perfektionismus liegt der weit, weit über eurem und wird wohl niemals zu erreichen sein.
Ich hab mich heute seit gut 11 Tagen wieder geschnitten. 11 Tage, an denen ich mal kurz daran gedacht habe, aber dann was anderes gemacht habe. Heute ging es nicht mehr. Es stört mich aber nicht wirklich. Nächstes Wochenende feiert Anna Geburtstag. A. ist nicht eingeladen. Kann mir mal jemand sagen, wie ich das dann ertragen soll? Vorallem weil La. da ist. Aber wenigstens muss ich mich dann nicht dauernd anstrengen, dass ich nicht krüppelig laufe oder so. Trotzdem vermisse ich ihn. ich glaub ich vermisse einfach Wärme. Nein, nur ihn.

Dienstag, 6. November 2012

Chaostag und Abi-Finanzierung

Sie [Mädchen aus meiner Stufe, die im Finanzkomitee ist und ich nicht leiden kann, so ne typische Tusse.]
Ich [ja halt wie immer gegen alles, vorallem gegen mich selbst]
Er [Der Absolut-heiße Referendar von der Kursfahrt, der einfach mega nett ist]
Szene [Ich laufe über den menschenvollen Gang meiner Jahrgangsstufe und werde von ihr angeredet. Mein Referendar steht in der Nähe und kramt in seiner Tasche und mischt sich ein.]

Sie: Ey, Denise, du musst 30 Euro für den Chaostag bezahlen!
Ich: Auch schön dich zu sehen, mach ich irgendwann.
Sie: Unterbrich mich nicht. Du musst noch 5 Euro Strafe bezahlen?
Ich: Wieso?
Sie: Das ist so die Regel.
Ich: Ich finanziere mit Sicherheit nicht deinen täglichen Friseurtermin.
Sie: Das Geld ist für unseren Jahrgang und unsere Feten.
Ich: Ja und? 5 Euro sind ein halbes gutes Buch oder ein halber Arztbesuch oder eine ganze Stadionkarte. Und die soll ich dir geben, nur weil ich zu spät bin? Was heißt überhaupt zu spät? Wir machen in gut einem halben Jahr unser Abi, wie soll das jetzt dann zu spät sein?
Sie: Denise, das ist für UN-SER-EN Jahrgang.
Ich: UN-SER Jahrgang ist mir aber E-GAL.
Sie: Kein Wunder, dass du keine Freunde hast, die cool sind.
Ich: Wow. Beleidigt mich das. Coolness ist alles im Leben, total. Ich steh auf Bildung und Ausdruck und Kreativität.
Sie: Du überweist 35 Euro oder wir verraten das den Lehrern.
Er: Was ist mit den Lehrern? [Er lächelt mir zu, der halbe Gang ist am Ausrasten.]
Sie: Denise hält sich nicht an Regeln.
Er: Hat sich Columbus an Regeln gehalten? Oder Galilei? Gandhi hat sich gegen alles gewehrt. Ich find gut, dass Denise sich nicht daran hält. Das zeigt wieviel Biss sie hat. [Der ganze Gang ist am Ausrasten.]
Und ach, übrigens: ich bezweifele, dass irgendein Lehrer gegen Denise spricht.
Sie: Doch Herr A. hat sie letztens ziemlich nieder gemacht. [Herr A. hat mich niedergemacht? Hihi, klar mein Lieblingslehrer hasst mich tooootal.]
Ich: Klar, geh zu Herr A. der hasst mich.
Er: Herr A. lobt Denise im Lehrerzimmer, wo er nur kann. Niemals. Aber viel Spaß dabei Denise dazu zu zwingen, ich glaube nicht, dass sie weich wird. Das Mädchen ist aus Stahl mit Messerscharfem Verstand. [Er geht weg, ich flüchte ebenfalls, habe Angst davor, dass die Stufe mich aus Eifersucht versucht umzubringen.]

Schade nur, dass die Schule mehr zu Hause für mich ist als mein Heim. Schade nur, dass ich dort mehr nette Worte höre als in meinen eigenen Vierwänden. Nicht von den Schülern, aber von den Lehrern und naja, von meinen ach so uncoolen Freunden.

Montag, 5. November 2012

Lachen = Sex ?

Die Welt um uns herum ist kaputt. Wir könnten das jetzt abstreiten und sagen: Gar nicht. sieh mal wieviele Menschen lachen. Aber: Sagen wir, wir sehen am Tag gute 50 Menschen lachen, dann lachen 25 davon, so wie ich früher gelacht habe: Ich lachte, damit die Menschen denken, dass es mir gut geht. 15 andere Menschen lachen, obwohl sie den Witz nicht verstanden haben, aber da sie cool sein wollen, lachen sie mit. 7 weitere lachen, weil sie selbst den Witz erzählt haben und die anderen so zum Lachen animieren wollen. 2 Leute lachen einfach weil sie psychisch krank sind. Und nur eine Person lacht, weil sie lachen will, weil sie fröhlich ist, Spaß hat.
So ist es auch heutzutage auch mit Sex. 25 Menschen haben Sex, nur um des Sex willens und um ihre Laune aufzubessern. 15 andere haben Sex, um vor Freunden damit anzugeben. 7 Menschen schlafen mit jemandem, weil sie sich selbst für die geilste Person halten und das unterstreichen wollen. 2 Menschen haben Hypersexualität (Sexsucht). Und eine Person macht Liebe, im wahrsten Sinne. Sie fickt, entschuldigt den Ausdruck, nicht durch die Gegend, sondern sucht ihren Partner nach ihrem Herzen aus.
Und während ich so darüber nachdenke, kann ich eigentlich nur sagen, dass wenn ich zu der einen Person gehören will, die wirklich lachen kann am Tag, muss ich nur an die 47 Menschen (Nicht 49, da man über kranke nicht lacht) im Unteren Teil denken und es funktioniert. Denkt mal drüber nach.

Sonntag, 4. November 2012

Wahrheit

"Wie würdest du dich denn selbst so einschätzen?", fragt mein Lieblingslehrer. "Ne schöne 4+ mündlich?", antworte ich während ich auf den Boden starre. Ich schäme mich für die Leistung dieses Quartal. Er antwortet nicht. Er radiert seine Note aus und schreibt 4+ dahin. "Okay, dann der nächste bitte." Ich schaue ihn verwirrt an. "Die wolltest du doch, oder?" Er lächelt. Allein sein Blick drückt eine Wärme aus, die unmenschlich ist. Keine, vor der man als Mädchen Angst haben muss, sondern eine 'Komm aus deinem Loch raus, nur für den Moment'-Wärme, wenn ihr versteht was ich meine. "Aus reinem Interesse, was hatten Sie denn vorher dastehen?" "Eine 2-, aber wenn du die nicht willst, kein Problem. Ich verteile gerne schlechtere Noten an meine Lieblingsschüler.". "2-? Jetzt mal ehrlich, die habe ich doch gar nicht verdient. 70% des Unterrichts sitze ich da und starr die Wand an und die anderen 30% verbringe ich damit einen Text wiederzugeben, den alle anderen auch gelesen haben." Er starrt mich verwundert an, weiß nicht recht, was er sagen soll. "Denise, ich weiß ja nicht wie dein Gedächtnis so ist, aber du hast gerade von mir die mit Abstand beste Klausur aus dem Kurs wiederbekommen. Du hast in der ersten Aufgabe, die im Abitur, die wichtigste sein wird, eine 1 und hättest auch eine noch bessere Note als eine 2 in der Klausur, wenn du die Bereiche bei 3 konkret benannt hättest, aber du bist jedem, jedem in dem Kurs alleine gedanklich vor der Stunde schon 20 Kilometer voraus. Und während der Stunde sprintest du weiter, während die anderen locker wandern." Er macht eine Pause. "Du kannst gerne denken, dass ich dich so gut benote, weil ich dich sehr mag. Bitte denk jetzt nichts falsches. Aber ich bin streng, ich bin ein ernster Lehrer und wenn ich nicht wüsste, dass du ein Talent für Philosophie hättest und deine Leistungen bringen würdest, hättest du keine 2 von mir bekommen." Ich schaue ihn an, mein Atem ist fort, selbst die Leere hört auf zu stören. "Habe ich was falsches gesagt?", fragt er, denn inzwischen weiß er, dass ich auf alles merkwürdig reagiere. "Nein, haben sie nicht. Das war wohl nur beinahe das Netteste, was ich in den letzten 3,4 Wochen so real gehört habe." Er schaut mich mitfühlend, beinahe mitleidig an. "Ach übrigens, wussten Sie schon, dass ich den zweiten Schreibwettbewerb auch verhauen habe? Nur damit Sie nicht weiterhin glauben, dass ich schreiben kann." Er lacht. "Denise, bevor ich an deinem Talent zweifele, verfluche ich jede Jury der Welt. Wann machst du denn bei dem nächsten Wettbewerb mit?" "Am besten nie, wieso?" "Das erlaube ich dir nicht. Ich brauch was zu lesen. Ist so langweilig, bevor ich schlafen gehe und deinen Krimi habe ich schon zu oft gelesen." Er lacht wieder. Und während wir in den Klassenraum treten, weiß ich genau, dass er jedes dieser Worte ernst meinte. Weiß ich, dass ich es niemals glauben werde.
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Falls jemand den Text für den Wettbewerb lesen möchte:
Macht Nichts - Wettbewerb
Edit (5.11) : Jetzt sollte man den Link auch wirklich benutzen können, tut mir Leid.

Donnerstag, 1. November 2012

Ich will nur... dich.

Mit jedem deiner Worte wird es wärmer in mir. Vom Herzen aus breitet es sich in meinem Körper aus. Jedes Wort, was von dir kommt, ohne dass ich darum beinahe gebettelt hätte, ist wie ein kleines Stück Zuneigung. Nicht, dass ich glaube, dass du mich liebst, aber dass ich glauben kann, dass ich dir nicht egal bin. Und du mich vielleicht sogar manchmal brauchst, mich gar vermisst. Diese unglaubliche Sehnsucht, die mich ergreift, wenn du nicht da bist, wenn ich deine Stimme nicht höre, kein Wort von dir lese, ist verflogen, weil du von alleine zu mir kamst. Ich bin naiv, ich weiß. Es wird wieder wehtun, wenn du dich abwendest. Es wird wieder wehtun, wenn du dich wochenlang nicht meldest, ich nicht weiß wo du bist, wie leicht dein Atem ist und ob dein Herz oft genug schlägt. Aber in diesem Moment, in diesen Momenten tut es nicht so weh. Der Schmerz weicht von mir, die Wärme breitet sich aus bis in den großen Zeh. Ich muss nicht zittern vor dem was der nächste Moment bringt, weil ich weiß, dass ich die nächsten drei Momente mit Gedanken an den mit dir verbringe. Die Welt kann über mich einfallen, solange ich noch deinen Geruch in der Nase, deine Stimme in meinen Ohren und die letzten Worte vor Augen habe, ist alles in mir warm und fällt nicht zusammen.
"Versteck mich wo du mich nicht findest,
damit auch du mich mal vermisst.
Hab mich seit Wochen nicht gemeldet,
und frag mich ständig wo du bist.
Ich will nur dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb.
Und dass es am Ende auch keine andere gibt,
Die mich so vollendet,
Die mich so bewegt.
Ich zeig dir, dass ich dich nicht brauche,
und dass ich gehen kann wann ich will.
Weißt du eigentlich wie viel ich rauche, seitdem du weg bist?
Und wenn du fragst, dann bin ich still.
Ich will nur dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb.
Und dass es am Ende auch keine andere gibt,
Die mich so vollendet,
Die mich so bewegt."

Zerbrechlich - Jodi Picoult

Ich hab erst 143 Seiten dieses Buches gelesen und habe schon 5 Vermerkte Stellen. Das ist selten. Es ist das erste Buch, was ich von ihr lese, wobei sie ja schon länger bekannt ist, aber meistens halte ich mich von bekannten Autoren immer fern, weiß nicht wieso. Vielleicht weil ich unbekannteren Autoren immer eine Chance geben will.
Direkt auf der ersten Seite steht etwas, das wir alle wissen: "Ständig brechen oder zerbrechen irgendwelche Dinge. Gläser, Geschirr und Fingernägel. Autos, Schallplatten und Kartoffelchips. Man kann ein Pferd brechen oder einen Vertrag. Man kann das Eis brechen. Stimmen brechen; Schweigen wird gebrochen, und Tag und Nacht brechen an. Versprochen werden gebrochen. Und Herzen." Und das, meine lieben Leser, steht schon im Prolog. Ich hätte es niemals in so schöne Worte bringen können, wie Jodi Picoult. Sie hat das Feeling dafür, das Herz oder vielleicht die Gabe. Ich weiß nicht, woran es liegt, so talentiert zu sein. Genetisch ist das ja auf jeden Fall nicht, glaube ich.
Zweite Stelle, die mich irgendwie erfreut hat: "Hier mal eine Botschaft an die Damen, an alle, die glauben, wir Männer wollten nur welche wie Angelina Jolie, die bloß Haut und Knochen sind: In Wahrheit drücken wir lieber jemanden wie Charlotte an uns, eine Frau, die sich weich anfühlt, eine, die den ganzen Tag einen Mehlfleck auf dem Rock hat und die das nicht kümmert, nicht einmal, wenn sie zum Arzt geht, eine, die nicht wie ein exotischer Urlaub ist, sondern die das Heim ist, zu dem wir immer wieder zurückkehren." Ich werde nichts weiteres dazu sagen, jedes Wort würde den Zauber zerstören. Ich würde mir wünschen, dass ich auch mal so eine Magie in meinen Worten hätte.

Montag, 29. Oktober 2012

Umschwung.

Ich wollte was ganz anderes bloggen. Ja ehrlich, ich wollte euch erzählen von meinem super-heißen Referendaren, der meine Laune in Englisch gesteigert hat. Und wie toll das Gespräch mit meinem Lieblingslehrer war, aber dann gehe ich bei Skype online, weil S. was mit mir klären wollte, keine Ahnung was und wer schreibt mich an, eine Sekunde nachdem ich online bin? Nein, nicht S., sondern A.. Weiß er eigentlich wie lange ich darauf gewartet habe? Weiß er wie oft er es mir versprochen hat? Ich wollte dich vergessen und ich war so wunderbar gefühlslos, was mich zwar noch kaputter gemacht hätte mit der Zeit, aber es war so ruhig in mir. Und jetzt atme ich schneller, obwohl du nur geschrieben hast. Jetzt hoffe ich, dass du auf jeden meiner Sätze antwortest, damit das Gespräch nicht endet und ich meine Gefühle wieder in den Müllsack sperre. Er fragt, wie es mir geht. Ich antworte ihm, dass es mir gerade etwas besser geht. Und es ist nicht gelogen. In dem Moment ist es die Wahrheit. Wir reden darüber, dass er bald Urlaub hat. Dann schickt er mir ein Video, weil er mir mitteilt, was er macht. [siehe Unten]. Ich lese den Titel und schlucke. Ja, klar, mach mit nur einem Link alles wieder schlimmer. Verdammt, A., ich dachte wir wären damit durch? ich dachte, ich könnte endlich was neues finden, auch wenn es der Tod wäre. Und jetzt werfe ich wieder alles über den Haufen, weil du mir schreibst, weil du mir von deinem Wochenende ohne Pläne erzählst. Willst du eigentlich, dass ich hier sitze und mir sage: "Er hat bestimmt kurz darüber nachgedacht, was mit mir zu machen" und am Ende doch zum Entschluss komme, dass es Schwachsinn ist. Willst du das? A., ich hab so sehr gehofft, dass wir schon weiter sind. Dass wir, nein, dass ich über den Status hinweg wäre.

 

Sonntag, 28. Oktober 2012

Nichtmal Leere bleibt.

Ein Gefühl, das man mit Leere nicht annähernd beschreiben kann, ist in mir drin. Ich sitze vor dem Pc, starre auf das leere Weiß. Ich habe keine Worte, die ausdrücken, was ich nicht denke, was ich nicht fühlen kann. Ich denke nicht, ich fühle noch weniger. Ich dachte immer, dass es das schlimmste sei, jemanden so sehr zu vermissen, dass Sehnsucht es nur minderwertig beschreibt. Dass es das schlimmste sei, wenn das Herz immer wieder zertreten und erquetscht wird. Wenn man seine eigenen Gefühle hasst.
Ohne Gedanken, wie in diesem Moment. Ohne Gefühle, wie seit einigen Tagen. Es ist keine Leere. Es ist was schlimmeres. Eine Gehatlosigkeit, ein Stumpfsinn des Abgrundes, der in sich verschlossen ist. Nichtmal Blut hilft mir, eigentlich ist sogar zu viel Aufwand. Ich spüre keinen Schmerz, ich atme nicht auf, nichts. Ich verschwende nur Taschentücher, die etwas aufsammeln, das sich eh neu in meinem Körper produziert und oft versaut es meine Klamotten. Mehr ist da momentan nicht hinter. Mein Leben ist ein Mangel an Lebendigkeit. Es ist keine Sehnsucht, keine Zuneigung, nichtmal Trauer da. Alles um mich herum ist grau und farblos. Keine Kälte keine Wärme. Nicht trocken nicht nass. Von allem nichts ganzes, aber von allem etwas, irgendwie.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Raus, Raus, Raus.

"Wir müssen raus hier, hier darf man nicht mehr rauchen an der Bar - die Welt geht vor die Hunde, Mädchen, traurig aber wahr!"
Also gehe ich Freitagnacht raus. Raus aus der Stadt, Raus aus Nrw. Nicht allein, doch nur zu Zweit. Raus, Raus, Raus. Ich verlasse, was mir nicht lieb ist, ich verlasse die Vergangenheit. Die Erinnerung bleibt hier, soll mich doch erst erfassen, wenn ich zurückkehr. Kehre ich zurück? Ja, leider. Doch mit schwerem Herzen. Am Samstag werde ich wieder Freiheit spüren. Vielleicht sogar ein Stück Leben finden, ich wüsste zumindest, was mich einengt, was mich festhält. Ich habe viele Fehler in meinem Leben gemacht, das steht außer Frage. Ich will keine Zukunft haben, aber das Leben zwingt sie mir auf, auf komische Weise, aber das ist gar nicht mein Thema. Irgendwie ist das ein sehr verwirrender Post, tut mir Leid. Samstag gehts nach Karlsruhe. Hach, wie ich die Stadt liebe und ich empfinde nichtmal gegen soviele Menschen Hass dort. Liegts daran, dass es weit weg von dem ist, was mir schmerzen bereitet? Fürs Abibuch brauche ich 2 Fotos von mir. Eins von mir als Säugling bzw. Kindergartenkind und eins von jetzt. Das erste geht vielleicht, auch wenn ich ein kleines hässliches Mongo-Kind war, aber naja. Und das andere ist ne unmöglichkeit. Ich hasse mich. Das bleibt allen in Erinnerung, das ist unmöglich. Mal schauen, vielleicht zeige ich euch das Kinderfoto irgendwann mal.

Geh doch weg, dauernde Erinnerung an die Vergangenheit

Ich lief heute verloren wie immer durch die Schule, auf der Suche nach irgendeinem Menschen, um nicht mit meinen Gedanken allein zu sein. Ich treffe S, rede mit ihr und einem mir fremden Mädchen. Dann kommt A's Schwester. Sie hat ziemliche Ähnlichkeit mit ihm, man sieht eben dass die Geschwister sind, nur, dass sie mehr lächelt, zumindest erscheint mir das immer so. Eigentlich reden wir nie miteinander. Manchmal lächeln wir uns zu, manchmal gehen wir aneinander vorbei wie Fremde, reden tun wir beinahe nie. Ich sitze also da mit S. und dem Mädchen und sie kommt und fängt an zu reden, fragt was über Mathe. S. und das Mädchen können ihr die Frage nicht beantworten. Ich wollte weglaufen. Weglaufen, weil sie mich an A. erinnert, aber da ich meinen sozialen Moment hatte, erklärte ich es ihr. A's Schwester: "Das ist mega nett von dir. Ich bin total am verzweifeln gewesen. Kannst du zufällig auch gut zeichnen?" Ich: "Ich hab Kunst erfolgreich abgewählt, aber du kannst doch selbst ziemlich gut zeichnen, habe ich gehört." Ich schluckte. Nicht anfangen zu heulen. Alles ist cool. "Woher..?" Sie brach ab. "Ach, er lobt mich echt? Mir gegenüber würde A. sowas nie sagen." Mir gegenüber auch nicht. Immerhin ist er auch nie nett zu mir. Aber er ist ein Familienmensch. Er mag dich. du bist seine Schwester. Halt dein Maul, Stimme. Ich: "Er hats mal erwähnt, weiß gar nicht mehr wieso, hatte es nur so im Hinterkopf. Was musst du denn zeichnen?" Sie: "Mich in alt. Das ist total schrecklich, soll ich mir Striche ins Gesicht malen, weil meine Haut mal krass hängen wird und ich wie ein Zombie aussehe?" Ich: "Vielleicht hälst du dich ja auch wie deine Mutter und siehst mit 40 aus wie 30." Ich lache vorgetäuscht. "Wegen Mathe, wenn ich da nochmal Probleme habe, darf ich da fragen oder ist das nicht so gut?" Merkt sie es? Haben etwa alle in der Familie die Gabe zu wissen, in welchen Momenten ich kaputt gehe? Welche Gespräche ich nicht führen will? Oder erzählt A. sowas seiner Schwester? Nee, dann müsste er ja verstehen, was ich denke. Niemals. "Klar, kannst du fragen, wieso auch nicht? Ich mag Mathe, du nicht, passt doch." Ich mag deinen Bruder, er mich nicht, passt doch.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Berührt.

"I wish i didn't have to say it, but all's not well. There's nothing you can say to take her pain away.She was so young, we had so much hope. Nothing you say will ever make this right. So now i go out and do anything to forget all the things i never said, but i can't shake this regret. Nothing you say can take away my pain"
Four hundred ninety-thousand babies will be born today. Each of them unique, and each one of them a link in the greater human chain. And the moment their umbilical cord is severed, they'll become an individual with their own hopes, dreams and desires. But, in fact, each one of us is actually made up of a dozen systems which, in turn, comprise sixty-trillion cells, and those cells house countless proteins, DNA organelles.


When two points are destined to touch, an indirect connection is impossible. It is only the shared emotional experience that makes the world seem less random. It's called prayer, the collective request sent up in unison. A shared hope. Every desire you fulfill has an impact far greater than you can imagine.

Seven billion people on a small planet, suspended in the vastness of space and we are alone. The meaning of all this is the great mystery of our fragile existence.
The universe will always find another way.