Sonntag, 25. November 2012
Wie ich mich selbst verkaufte
Ich sitze am Bahnhof. Der Wind weht meine Haare durcheinander. Ich fühle mich als hätte jemand meinen Magen zerrissen. Ich bin nicht betrunken genug. Ich blicke auf die vergangene Nacht zurück, während meine Freunde neben mir sich bereits ihren Träumen zuwenden. T. und P. waren beim Tanzen ziemlich aufgeschlossen. Aufgeschlossen ist untertrieben. Der schlimmste Moment war wohl als T. mir von hinten an den Bauch gefasst hat, beim Tanzen. Wie kann er nur meinen hässlichen, fetten Bauch anfassen? Beim Gespräch danach meinte er, er hätte meine Beckenknochen oder Rippen spüren können. Ich würde zu dünn werden, wenn ich so weitermache. Schwachsinn, was redet der da eigentlich? Das schlimmste war, dass er meinte, ich sei dünner als seine Freundin. Alle Menchen sind dünner als ich. Alle. Sowohl P. als auch T. sind in einer Beziehung. Ich würde sie umbringen, wäre einer von ihnen mein Freund. Ich würde sie umbringen, wenn ich mit einem von ihnen zusammen wäre. Gottseidank bin ich das nicht. Gottseidank bin ich mit niemandem zusammen. Weil mich will sowieso niemand. L. hat mit drei verschiedenen Typen rumgemacht. Soviele Typen hatte ich noch nicht in meinem ganzen Leben. Will ich auch gar nicht. Ich hätte das nie getan, ich kann ja nichtmal mit jemandem reden ohne ihn etwas beobachtet zu haben. Aber Küssen? Nee, dafür bin ich wohl zu stumpfsinnig. Dafür bin ich vielleicht einfach zu trist. Oder es ist nur eine Ausrede für meine Hässlichkeit und meinen fetten Körper. Ich esse nie wieder etwas. Ich hasse es feiern zu gehen, in der Öffentlichkeit zu sein. Diese dünnen Körper, die förmlich über die Tanzfläche schweben mit dem besten Taktgefühl der Welt. So wie ich nie aussehen werde. ich werde immer fett bleiben. Und ich als Elefant im Porcellanladen. Egal, wie ich mich bewege ist es falsch. Egal wie ich tanze, man sollte nicht tanzen nennen. Aber ich hatte es versprochen. Meinen Körper für eine Nacht an meine Freunde verkauft und meinen Willen zerstört. Mein ganzes Leben ist wohl neben dem Takt. Außerhalb des Taktes. Ich sehe nur Taktlosigkeit. Geschmacklosigkeit. "Du bist taktlos,taktlos. Bring mich aus dem Takt bloß. Sing mir keine Lieder. Deine Lieder sind geschmacklos"
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Oh ich kenn das nur zu gut. Aber hey ich glaube es gibt einfach Menschen die nicht für Tanzflächen geschaffen sind ! :D und das liegt nicht an Dummheit langweiligkeit oder hässlichkeit höchstens an einem eher gerigeneren Maß an Selbstbewusstsein und das ist auch nichts schlimmes. Man muss nicht mit Typen rumgemacht haben um "cool" zu sein die meisten werden dann sowieso nur als schlampe abgestempelt.
AntwortenLöschenMach dir keine Kopf du bist wahrscheinlich ein besserer Mensch als die Mädchen die kreischend auf einer Tanzfläche herumhüpfen :) und wenn dir Leute sagen dass du dünn bist ist das ein Grund ihnen zu glauben!