Mittwoch, 5. Dezember 2012

homo homini lupus

Mauern des Schweiges umgeben mich. Ich werde meiner Vorstellung von mir nie die das Wasser reichen können. Wie soll ich mein Traumgewicht erreichen, wenn es immer mein aktuelles Gewicht Minus Drei ist? Wie soll ich Bestnoten haben, wenn in meinem Kopf kein Platz mehr ist? Wie soll ich schön sein, wenn Schönheit nie definiert wurde? Wann ist mein Ausreichend klug? Ist das Wissen begrenzt? Sollte ich Dinge aus meinem Kopf streichen, damit wichtigeres Platz findet? Und für wen soll ich überhaupt dünn sein? Fett kann man abtrainieren, Charakter nicht. Die Welt dadraußen denkt, dass sie das Recht hat, Werte und Normen zu definieren. Aber das hat sie nicht. Schon Ernst von Glasersfeld hat gesagt, dass eine objektive Einschätzung nur dann entstehen kann, wenn viele, möglichst alle Menschen bei einem Anblicken einen Objektes dasselbe empfinden und wahrnehmen. Sehen wir uns die Menschen an. Denkt an eure Mutter, z.B. manche werden sie nett finden, andere mögen sie nicht, anderen ist sie egal. Es gibt also keine Norme, keinen absoluten Wert, was ein guter Charakter ist. Über schlechte Eigenschaften sind sich die meisten Menschen einig. Aber es gibt Menschen, die finden Knochen widerlich. Es gibt Menschen, die gerne all ihre Knochen unter ihrer Hand spüren wollen. Es gibt Menschen, die leiden, wenn sie solche Menschen sehen. Aus Sehnsucht oder aus Angst. Es gibt kein Dünn, kein Dick, solange es gesund ist. Es gibt kein zu schlau, kein zu ungebildet, solange man weiß zu überleben. Wissen und Aussehen, Charakter und Haltung besitzen keine Norm. Sie haben Werte, Richtlinien an die Mauern gesprayt bekommen gegen die sich niemand wehrt, denn niemand kann sie erreichen. Niemand kommt mit dem eigenen Wasser so hoch, sie abspülen. Diese Anforderungen, diese Wertungen, diese Zerstörung der eigenen Gesellschaft.

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