Am Wochenende wurde ich gefragt, wie sehr ich A. vermisse. Ich wusste darauf keine richtige Antwort. Denn vermissen tut man Menschen, die im Urlaub sind. Menschen, die man einige Tage nicht gesehen hat. A. ist aber nicht im Urlaub, er ist nicht nur ein paar Tage fort, sondern für immer und das nicht bei einem tränenreichen, melancholischen Abschied mit Sätzen wie: "Ich melde mich. Ich schreibe dir eine Postkarte". Nein, das gab es nicht. Es war mehr ein: "Ich gehe fort, aber nur von dir. Bitte versuch mich nicht wiederzusehen". Also vermisse ich A. nicht, seine Existenz wurde einfach aus mir herausgeschnitten. Mein Herz kam an die Luft, verfiel zu schwarzem, trockenen Staub. Jede Erinnerung an ihn, wurde eine Scherbe, manche eine ganze Messersammlung und sie trafen alle im selben Moment. Und nun stecken sie in meinem Körper, von innen und jede Sekunde, jede Minute rutschen sie ein Stück tiefer und weiter nach unten. Solange bis sie am Boden angekommen sind - und ich auseinander falle. Aufgelöst, umgebracht, zerfallen.
Vermissen ist etwas melancholisches. Etwas, beinahe gutes, denn man hofft jeden Tag auf ein Wiedersehen, einen erneuten Glücksmoment. Man hat Hoffnung. Ich hab sie nicht. Wenn ich A. wiedersehe, rutschen die Erinnerungen wieder nach oben, suchen sich eine neue Einstichswunde und fahren immer weiter nach unten. Ihr glaubt mein Körper wäre außen kaputt; ich glaube niemand würde das innere ertragen. Der Wunsch ihn nicht zu sehen ist eine Depression. Es ist der Tiefstand, das Elend, die Sinnlosigkeit und die Aussichtlosigkeit zugleich. Als würde sich der Weltschmerz in mir vereinen. Ob ich A. vermisse? Nein, aber die Zeit als die Erinnerungen noch nicht die schlimmsten Wunden in mir setzten.
Nun, die Scherben... Meiner Meinung nach ist es nicht so, dass sie immer tiefer einstechen. Es ist eher so, dass sie tief in unserem Inneren entstehen, und sobald sie dort keinen Platz mehr haben, nach außen drängen. Dabei hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung in unserem Inneren... Aber jeden Zentimeter, den sie durch uns schneiden, nähern sie sich der Oberfläche. Bis sie dann... einer nach dem anderen... einfach herausfallen.
AntwortenLöschenAuch wenn das Monate dauern kann, auch wenn diese Scherben offene Wunden und später Narben hinterlassen, irgendwann verschwinden sie einfach.
Was bleibt, sind die Narben. Damit kennst du dich wahrscheinlich aus... Narben, die man kaum spürt, Narben die schmerzen. Hässliche Narben, aber dennoch irgendwie schöne Narben.
Und noch etwas wird bleiben, neben den Narben.
Das bist du.
fühl dich mal gedrückt.
AntwortenLöschenVermissen ist schrecklich. Doch du siehst ihn sicher wieder. Lieber vermissen mit dem Gewissen, ihn wiederzusehen, als zu wissen, dass man jemanden verloren hat. (:
AntwortenLöschenWie lieb von dir, und vielen Dank!
AntwortenLöschenMeine Arbeit wird bald weniger. Momentan sind viele weg und krank also umso mehr Arbeit...aber macht Spaß. Nur die Prüfungen müssten nicht sein - meine ist am Donnerstag. Kommen aber noch 4.
In letzter Zeit weiß ich gar nicht, was ich dir sagen kann, um dir zu helfen. Du hast eine so tolle Persönlichkeit und dann kommt so ein Typ mit solchen Handlungen. Manchmal Männer sind solche...
Ich mag dir eine Umarmung da lassen.
AntwortenLöschenGib auf dich Acht ! ♥