Freitag, 16. Mai 2014

Ich brauch mehr Platz und frischen Wind. Ich muss schnell woanders hin. Vergesst, wer ich war. Vergesst meinen Namen. Es wird nie mehr sein, wie es war.

Ich hatte in den letzten Tagen soviele verschiedene Anfänge für diesen Post. Dieser war keiner. Dieser entspricht der Leere, die sich momentan immer wieder bei mir einschleicht. Die fundamentale Frage, die ich mir seit Tagen stelle, ist: Wieso kann ich nicht einfach glücklich sein? Habe ich nicht alles? Ich studiere mittelmäßig Mathe, jeden Tag darf ich neue Aspekte der Philosophie betrachten, ich habe einen Freund, der mich liebt, der alles für mich tun würde. Ich bin gesund, schnittfrei seit fast 1,5 Jahren(!). Es gibt immer wieder Tage an denen ich am liebsten den ganzen Tag nichts essen würde, aber sie sind weniger geworden, wenn auch immernoch zuviel. Also wieso bin ich nicht einfach glücklich? Tausende Menschen würde für meine Lage morden.

Wieso tut es mir so weh, dass Herr A. es nicht schafft, mir zu antworten und das schon seit Monaten? Wieso tut es weh, dass es so schien, dass ich Maxi egal bin, seit er seine Freundin hat. Kaum hatte ich heute morgen den Gedanken zu Ende gedacht, kam er an und will heute abend was trinken gehen. Wie auch immer er das immer macht. Seine Freundin möchte mich unbedingt kennenlernen und er mich wiedersehen. Ein Gruppending mit noch ein paar Freunden von ihm. Und wie passe ich darein? Wieso möchte ich sooft alleine sein und sage das Ra. auch so? Möchte ich, dass er leidet wie ich es mein ganzes Leben musste? Nein, das möchte ich nicht. Nur manchmal ertrage ich diese ganze Liebe nicht. Die Küsse nicht. Das Anfassen. Dann möchte ich auf meinem Sofa sitzen, an die grüne Wand starren und mich vergewissern, dass ich noch atme. Dass ich existiere. Versteht das jemand? Vermutlich nicht.

Ich möchte Geschichten, Bücher, ganze Werke schreiben. Und dabei bin ich froh, wenn ich irgendwo zwischen Cosinus und Sinus, zwischen Kugelumgebungen und Transformationsmatrizen, ein einziges Lied hören kann, bevor ich mich wieder der Mathematik zuwenden muss. Nichtmal ein einfaches Essay bekomme ich geschrieben. Tests werden online morgens um halb fünf geschrieben. Einfach so. Mit dem Wissen, dass es nicht das ist, was man weiß, sondern das einzige, was man kraftmäßig noch schafft. Bevor man im Stuhl zusammensackt, um wenigstens eine Stunde Schlaf zu bekommen bis der Wecker um Vier Uhr klingelt, denn um 10 Uhr ist Abgabe des Matheblattes. Tagein, Tagaus.

Vermutlich denkt jeder: Was hat die eigentlich? Sie hat alles. Wieso ist mir dann ständig danach, dass ich tagelang weinen könnte? Wieso ist alles so komisch, so falsch? Nur weil sie keine Zeit hat? Zeit ist das seltenste Gut, also was beschwert sie sich. Sie ist doch mitten in ihrem Traum. Und vielleicht ist "sie" das, aber ich, ich bin hier falsch. Ich weiß nur noch nicht, inwieweit.

6 Kommentare:

  1. "Nur manchmal ertrage ich diese ganze Liebe nicht. Die Küsse nicht. Das Anfassen. Dann möchte ich auf meinem Sofa sitzen, an die grüne Wand starren und mich vergewissern, dass ich noch atme. Dass ich existiere." - Ich kenne das nur zu gut und du tust das bestimmt nicht unbewusst, um ihm wehzutun oder so; zumindest tue ich das bei meinem Freund auch nicht. Was das sich-falsch-anfühlen angeht, kann ich leider nichts sagen. Ich kenne das zwar auch, aber ich weiß nicht wie es weggehen soll, vielleicht liegt es daran, dass man seinen Platz noch nicht gefunden hat; ich weiß es nicht.

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  2. und ob, ich verstehe dich auch nur zu gut!
    bei mir isses sogar so krass in den letzten jahren gewesen, dass ich angst habe mich zu verlieben, meine zeit mit jmd anderes zu teilen, ich will das alleinsein auf keinen fall aufgeben, will slebst sehr restiktiv bestimmen wann ich mich der "öffentlichkeit" anschließe und das läuft auf wneiger als 1x pro woche hinaus - also beziehungsunmöglich.. von daher hast du es schon sehr viel weiter geschafft als so manche(r) hier von uns - da bin ich mir sicher! und ja, dieses ich möchte mich lieber bei der nachwelt durch literatur verewigen, meine ganzen gedanken, als das erfahrene, erflektierte und gelesene zu papier bringen, dieser drang is so groß, nur dür sich slebst sozus im stillen kämmerlein wie wirs aus der uni bib kennen - viel größer als zeit mit anderen menschen zu "vergeuden" - traurig! und ja erstens zu zeit is das kostbarste gut und zweitens, alles is eben aus unserer eigens definierten perspektive relativ - ich sags ja au imma wieda auf meinem blog :D
    also du bist scho sehr weit gekommen, 'denise' - das darfste au ne vergessen und klein reden! =)

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  3. Ich weiß wie du dich fühlst, das hatte ich auch immer bei Alex..aber das vergeht mit der Zeit, vertrau mir :)
    Und wenn du jemanden zum Reden brauchst, du weißt ja, ich bin für dich da ♥

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  4. Hallo Liebes <3
    Ich bin endlich mal dazu gekommen, wieder auf deinen Blog zu sehen. Ich hoffe, Du kennst mich noch ....
    Ich glaube, ich verstehe dich sehr gut. Das mit Herrn A. tut mir leid, ich weiß, wie wahnsinnig viel er dir bedeutet. Und dass Du inzwischen einen Freund hast, finde ich super. Ich kann auch gut nachvollziehen, dass er dir manchmal in gewisser Weise "zu viel" wird.
    Ich glaube, wenn man psychisch krank ist und sich das Leben dann irgendwann dazu entscheidet, mal nicht ganz so behindert zu laufen wie sonst, kann man gar nicht glücklich darüber sein. Man versucht es, man weiß, dass man es sein sollte und dass zur Zeit ja alles gut ist (zumindest besser als sonst), macht sich Vorwürfe, dass man das nicht einfach mal genießen kann und denkt, man reagiert bei jeder Kleinigkeit, die nicht gut läuft, über. Ich kenne das selber zu Genüge. Aber denk mal drüber nach ... für dich war dein Leben Jahrelang ein Trip durch die Hölle und ganz plötzlich wirst Du ohne Vorwarnung in etwas geworfen, was lebenswert und gut erscheint. Klar überfordert das. Klar macht das Angst. Man traut dem nicht. Und man kennt es nicht. Man hat verlernt, zu genießen. Ich glaube, das geht jedem Menschen so.
    Wenn Du drüber reden magst, meld dich ruhig. Ich bin jetzt wieder öfter am Pc.

    Alles Liebe <3

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  5. Du bist so weit gekommen, du solltest wirklich stolz auf dich sein.
    Ich glaube glücklich sein ist eines der schwierigsten Dinge auf dieser Welt. Es ist verdammt harte Arbeit und braucht eine Menge Zeit.
    http://opalescent-souls.tumblr.com/post/84306081230/i-actually-attack-the-concept-of-happiness-the
    Das ist ein Post, den ich auf tumblr gefunden habe, der meine Meinung über glück ganz gut zusammenfasst. In unserer Gesellschaft ist es zu einem Zwang geworden, nach einem perfekten Glück zu streben. Doch es gibt Zeiten, in denen man nicht wirklich 1000% glücklich ist. Und diese Zeiten werden einem etwas beibringen. Solange man nicht aufhört an den Dingen, die einen unglücklich machen zu arbeiten.
    Liebe Grüße und pass auf dich auf ♥

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