Montag, 30. Juni 2014

Du weißt, wir müssen weiter ziehen und es scheint als wären wir. Ich entschuldige mich für alles, was ich in Trümmern hinterlies. Aber nicht für meine Bildung. Es ist ein gutes Gefühl zu sagen wir kennen uns noch in 10 Jahren.

Samstagabend. Abiball meiner alten Schule. Abiball von der wundervollen S. Abiball von einem Lk von Herrn A. Und ich irgendwo dazwischen. Ich sehe wie Herr A. sich mit drei Vollidioten aus S.' Stufe unterhalten muss. Während ich mich dann mit irgendwem unterhalte, sehe ich wie er mich erkennt und mir winkt. Höflich wie er ist, beendet er das Gespräch mit einer Floskel wie: ich komm gleich wieder, ich muss nur eben jemanden begrüßen. Sekunden später steht er neben mir und reicht mir die Hand. "die männliche Gesellschaft hier ist nicht zum Aushalten. Nur am trinken." ich muss lachen. "Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten aber nüchtern sind Sie auch nicht mehr." Er schüttelt den Kopf. "Ach, Denise. Lieber du trittst mir zu nahe als irgendwer anders hier."

"Hast du deine Hausarbeit denn fertig?" ich nicke. "Ich hab Ihnen die Mail vor mehr als 3 Monaten geschrieben. Ich hab sogar schon die Note und eine weitere im Blick." Er lacht. "Ich bin so ein schlechter Mensch." Energisch schüttele ich den Kopf. "Vielleicht ein langsamer Emailschreiber, aber sicher kein schlechter Mensch."

Später stehen S. Und ich zusammen und wie gefühlt den ganzen Abend kommt Herr A. Zu einem von uns. "hach. Meine Lieblingsschüler. Jetzt sind beide weg.." Fast synchron weisen S. Und ich darauf hin, dass er bloß nicht melancholisch werden darf weil wir sonst beide nicht klar kommen. "Aber macht euch doch nichts vor. Mir fallen solche Genie Abschiede doch viel schwerer. Ich sitze nächstes Jahr wieder dort in den Räumen und unterrichte und niemand beantwortet mir meine Fragen wie ich es gern hätte. Niemand weist mich darauf hin, dass ich einen Fehler gemacht habe, wenn ich die Aufmerksamkeit der Schüler bei tafelbildern suche. Niemand erhellt mir meinen Tag, wenn ich über den Gang laufe weil ich die Leute im Lehrerzimmer weniger unterhaltend finde Als einen von euch." Jeder in der Halle hätte den Klos von mir und S. Im Hals gesehen. Die Dunkelheit verhinderte, dass sowohl S. Als auch ich dabei ertappt wurden, heimlich zwei Tränen zu verlieren. "Aber ihr", setzt Herr A. Fort "ihr geht raus und erlebt Abenteuer, beeindruckt neue Leute und irgendwann vergesst ihr mich, sobald ein neuer Abschnitt startet.." Es klang als wäre auch ihm zum heulen zumute. S. Sagt sie könne sich nicht vorstellen, dass die Sehnsucht zur schule irgendwann mal vorbei gehen könne. Heimlich dachte sie an die Sehnsucht an Herrn A. "Wissen Sie eigentlich, dass Denise und ich uns nie ohne sie kennen würden?", fragt S.. Er schüttelt den Kopf. "Ich musste Literatur wählen und dann wurde mir gesagt, dass ich doch mal die besten der anderen Kurse Fragen solle. Und naja wir wissen beide, wieso dabei Denise rauskam." Beide grinsen. "Noch heute bin ich verrückt nach deinem Kurzkrimi", stimmt Herr A. S. In meine Richtung zu.

S. Geht und lässt uns beinahe verlorenen Seelen allein. "Ich glaub Sie wissen noch was nicht.", flüstere ich so gut wie möglich. "Was denn?" - "Ohne Sie würde ich jetzt nie Philo studieren. Ohne Sie würde ich vermutlich irgendwas mit Informatik machen, mit dem man gut verdient aber was man nicht liebt. Nicht so sehr wie die Philosophie." - "Niemals", sagt er ziemlich schockiert. "Ich wollte Philo abwählen, bevor ich wusste, dass ich einen neuen Lehrer bekomme." Ich glaube, er glaubt mir bis heute nicht. Sofern er sich das überhaupt gemerkt hat. Wir reden noch darüber, dass ich in der Uni seinen Unterricht erneut mache. Kant, Hobbes, Locke, als könne ich die nicht auswendig. "So gut sind die da? Machen einfach meinen Unterricht nach?", fragt er und lacht.

Nachdem er von anderen zu geschwafelt wurde, verkündeter dass er jetzt nach Hause geht. Ich sehe wie er S. Zum Abschied umarmt und dem Rest die Hand schüttelt. Mir streckt er die Hand auch entgegen. Ich grinse spöttisch. "Hast ja recht." Er umarmt mich und nachdem er noch schnell versprach, dass er sich bald per Mail meldet, geht er. Und es fühlt sich schon wieder nach meinem Abschied an. Als würde erneut alles zerreißen obwohl das hier nicht mein Abiball ist, sondern nur das Leben, was ich mir jeden Tag aufs neue wünsche. 

S. Und ich laufen Sekundenschnell zusammen. "er hat mich umarmt."- "mich auch." -"Können wir jetzt zusammen sterben gehen?" -"Naja immerhin hat Herr A. Seine Nähe Schäden überwunden." - "Ob wir das auch mal schaffen?" - "hoffentlich.", spreche ich den Wunsch aus

2 Kommentare:

  1. genau deswegen sah ich auch einen unvereinbaren nachteil im lehrersein, was is mit den schülern, die du magst und die nur alle paar jahre hervorkommen; abschied, der is unerträglich. dann wieda aufs neue die motivation finden, andere für seine leidenschaft zu begeistern, was aus vielen gründen scheitern kann(wird)..

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  2. Abschied. Schon das Wort zu schreiben, fällt schwer. Prinzipiell kann ich nur Otze zustimmen. =( Bitte bleibe stark, ja? Ich denke an dich und sende dir viel Stärke. Du bist nicht allein.

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