Dienstag, 30. Dezember 2014

Wir sind gekommen das Böse zu besiegen. Das Jammern wegzukriegen. Das Selbstmitleid benennen. Und als Satan zu erkennen.

Hallo Welt. Hallo Ihr. Hallo Alle.
Ich würde euch gerne soviel erzählen. Es ist nur leider bereits Minuten später so, als wäre nichts passiert. Als hätte ich es nicht erlebt. Als würde ich nur eine Rolle im Film spielen und der wird vorgespult.
Der erste Satz als ich Weihnachten nach Hause kam war: "Oh, du wirst auch immer dicker", von meinem Vater, nicht anders zu erwarten. Aber wenn er das sagen muss, dann soll er das. Ich wusste, ich hab an dem Tag nichts anderes zu mir genommen, als einen EiWeiß-Shake und eine Mandarine. Auch, wenn ich durch familiäre Beschaffenheiten die Mehrzunahme von Essen nicht verhindern konnte, so blieb meine Tageszunahme bei unter 1500 Kalorien. Dick, von wegen.
Ich habe in meinem Handy herumgescrollt und einen Verlauf gefunden, der mich mitten in der Bahn zum Weinen gebracht hat. Es war der Tag nach der Zulassung als Anna (meine heutige Mitbewohnerin) auf den Kopf gefallen war, auf der Party. Der junge Mann, der die vermeindliche Schuld trug, da er sie huckepack nehmen wollte, schrieb mich an. Aber lest selbst.

"Wie gehts Anna? Ich hab gehört sie liegt im Krankenhaus?! Ist es schlimm? Wies mir geht ist egal, auf jeden Fall zu gut"
Ich: "Ja tut sie. Sie hat wie erwartet eine Gehirnerschütterung und muss bis Montag zur Beobachtung drin bleiben. Und sonst gehts ihr ganz okay, meint sie. Und hör auf dich deswegen fertig zu machen bitte. Das musst du nicht. Es ist nicht deine alleinige Schuld. Das hätte jedem passieren können. "
Er :"Trotzdem, denkst du, ich sollte vorbeifahren? oder will sie mich gar nicht sehen?"
Ich:"Sie darf gar keinen Besuch bekommen. Ich darf da auch nicht hin. Und ich glaub nicht, dass sie dir die Schuld gibt. Jetzt geh nich kaputt daran. Bitte."
Er: "Ich versuchs aber bis jetzt bin ich nicht sehr erfolgreich."
Ich:"Dann mach dir klar, dass es nicht deine Schuld ist."
Er: "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass jemand auf meiner Seite ist, hätte ich mir doch nur drei Finger gebrochen oder so. Besser als wenn du Anna echten Schaden hat. Ich versink schon nicht mehr in Selbstmitleid, danke."
Ich: "Dann hätte es zwei Opfer gegeben, das hätte auch nicht mehr gebracht. Ich glaub, dass was du tust ist ähnlich schmerzhaft wie Annas Kopf. Es gibt bei der Sache keine Seiten, denn niemand klagt hier irgendwen an, außer du dich selbst."

Aus irgendeinem Grund hat mich dieses Gespräch berührt. Vielleicht weil ich damals noch Mut hatte. Mut zu zeigen, dass ich diese Gedanken bestens kenne. Dass ich weiß, wie es ist, wenn man sich selbst als Feind hatte. Heute spiele ich selbst Ra. die beste und ausgereifste Rolle meines Lebens vor und das ist verflucht traurig.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch, guten Start ins neue Jahr. Passt auf euch auf.

P.s. Ich hab Castival-Tickeeeets, wuuuuh :D

1 Kommentar:

  1. inwiefern spielsu ihm eine rolle vor? hatte den eindruck gewonnen, bei ihm zeigtest du ein ehrliches gesicht - eher weniger vor dir selbst-, warum also vize versa?

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