Samstag, 29. Dezember 2018

Wenn im komplett vollen Leben noch Platz für Sehnsucht ist.


Du fehlst mir. Du fehlst mir. Du fehlst mir. So sehr, dass es mich nicht loslässt. Bei jedem Einatmen wirkt es wie eine Blockade, die den letzten Hauch von Luft nicht in meine Lungen lässt. Bei jedem Frühstück fehlst du auf dem Platz gegenüber von mir. Dabei haben wir nicht einmal zusammen gefrühstückt. Dafür müsstest du ja auch erstmal überhaupt über Nacht bleiben. Dabei hast du das zweimal getan: bist zweimal neben mir eingeschlafen und zweimal neben mir aufgewacht. Ich habe das noch nie getan. Ich bin noch nie bei dir liegen geblieben, habe mich bei dir eingenistet, zumindest für wenige Stunden, für ein kleines Stückchen Leben. Ich möchte nicht in einigen Monaten Tränenüberströmt in meinem Zimmer sitzen und denken: „Wieso habe ich dies und das nie getan?“ Ich möchte in diesen einigen Monaten dort sitzen, mit diesen vielen Tränen, die du verdient hast, die du dir verdient hast und denken: „Das war der vielleicht schönste Teil meines Lebens.“

Es fehlt mir, dass du ohne zu fragen zwei Gläser Wein auf den Tisch stellst, weil du weißt, dass ich auch allein trinken würde, wenn du nicht hier wärst. Dabei verurteilst du mich keine Sekunde. Es fehlt mir, dass du dich seit deinem ersten Eintreffen hier fühlst und benimmst als wärst du zuhause. Du gehst an meine Schränke, kochst uns Essen und versuchst dabei doch zu wenig von mir zu nehmen wie du kannst.

Jede Nachricht, die du mir schreibst, nachdem du wohl gespürt haben musst, wie grausam meine Schicht war, macht irgendetwas in mir lebendig. Lässt mich wieder etwas mehr an die grausame Menschheit glauben. Einem Glauben, den ich vor so langer Zeit aufgegeben habe.

Du fehlst mir. Mir fehlt das Uns. Das Uns, das nichts ist. Wir führen keine Beziehung, auch wenn es so viele Dinge, so viele Nanomomente gibt, die was anderes behaupten. Jeder, der unsere Geschichte ganz hört, weiß, nein, glaubt ganz fest an uns. An ein wahres Uns. Vielleicht werde ich die ganze Geschichte hier einmal veröffentlichen. Keine pure Sex-Geschichte, die für beide Seiten keine Rolle spielt. Keine bloße Lustbefriedigung, sondern fast sowas wie echte Gefühle, die natürlich keiner von uns haben darf: immerhin haben wir ja nur Sex, nicht wahr? Und Sex, ja unser Sex fehlt mir am wenigsten.

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Es tut mir Leid, dass ich mich ewig nicht gemeldet habe. Ewig kein Zeichen von mir habe hören lassen. Aber es gibt Zeiten da fällt es mir schwer. Und momentan ist da so viel Arbeit, überall ist diese Arbeit und so wenig Leben und so wenig Zeit. Dabei denke ich an so viele von euch so oft und frage mich, was ihr tut. Und dann stell ich mir vor, dass ihr glücklich seid und gerade herzhaft lacht und dann hoffe ich das einfach so sehr.

4 Kommentare:

  1. Ich weiß nicht, was momentan mit meinem account los ist, aber es scheint so, als würde ich damit keine Kommentare schreiben können, also falls doch was durchgekommen ist, dann gibt’s das jetzt eben doppelt.

    Ich verstehe das mit dem zu wenig Leben und noch weniger Zeit. Komm einfach immer her, wenn dir danach ist und du deine Geschichte erzählen möchtest. Ich bin jedenfalls hier und werde sie mitlesen.

    - Benjamin
    (bin-was-ich-bin.blogspot.com)

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  2. Schön von dir zu lesen.
    Ich freue mich immer, wenn du uns Geschichten schreibst.
    In welchen Job arbeitest du jetzt?

    Ich wünsche dir alles Gute, und dass dein Kummer vergeht.

    In Liebe...Nanouk

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  3. Hab an dich gedacht. Denke viel an dich.

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  4. Deine Worte fehlen mir. Hoffe das Leben ist gut zu dir, während es nicht zulässt, dass du zum Schreiben kommst.
    liebe Grüße.

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