Montag, 4. Februar 2013

Erklärung der letzten Tage, da es einige Missverständnisse gab

Okay, ich blogge zu viel wirres Zeug im Moment. Es tut mir Leid. Deshalb kommt jetzt die schnörkellose Zusammenfassung der letzten Tage. ich glaub, jetzt gerade sehe ich klarer.
Gestern Abend habe ich A. angeschrieben, was er so für sonntag plant. Und das einzige, was zurückkam, war, ob ich diesen Sonntag meine. Und auf meine Zustimmung kam keine Antwort. Und keine Antwort war für mich auch eine Antwort, nämlich ein dickes, fettes NEIN. Begleitet von einem: Lass mich endlich in Ruhe.
darauf hin sah ich das Ende, wollte mein Anti-Schneiden-Projekt abbrechen. So abhängig und krank es klingt, ich fühlte mich verlassen von jemandem der nie mein Freund war. Emotionaler Untergang eben, wenn man denkt, dass man endgültig alle Hoffnungen auf der Welt verloren hat bei der wichtigsten Sache. Dementsprechend war auch die Nacht. 1 Stunde schlaf um 10 Uhr morgens. Vorher 2 Schmerztabletten. Davor ne halbe Packung Schokolade, die ich versucht habe auszubrechen, was natürlich nicht funktioniert hat. Um bulimisch zu werden, ist mein Körper nicht gut genug. Okay, ich weiß, grundsätzlich ist das was positives. Und um das klarzustellen: geschnitten habe ich mich auch nicht. Das im letzten Post war nur metaphorisch. Die Hoffnung hat versucht sich umzubringen, nicht ich. Scheiß Rhetoriker, ich. Sorry!
Gerade war ich dann bei Skype online, wie immer eigentlich. Und T. und M. rufen mich an, also Konferenzgespräch. Und M. hat so ein neues Headset, wo man die Stimmen verstellen kann und das fand er unglaublich witzig. Und dann meint M. plötzlich: "Wir laden jetzt A. ein. Der hat auch so'n Headset." Ich hätte kotzen können. Ich wollte seine Stimme nicht hören, auch nicht, wenn sie verzehrt ist. Und dann war er drin und mir gings besser. Kranke Abhängigkeit, ich weiß. Plötzlich fragt A.: "Und D. [ich], was gibts neues?" Dass du ein Arschloch bist und es anscheinend auch noch ziemlich witzig findest? "Nicht viel, A. Weißt du doch. Schule und so." Ich höre ihn atmen, obwohl andere Menschen reden. Sein Atem beruhigt mich und dennoch war jeder Atemzug von ihm 100 Gramm Salz, die jemand in die Wunde reibt. T. und M. gehen schlafen. A. und ich sind alleine in der Konferenz. Ich höre wie er sein Spiel im Hintergrund schließt. Wir atmen um die Wette. Er erzählt was davon, dass er sich diesen Monat seine Spinne kauft. Er redet über tausend unwichtige Fragen. Er fordert heraus, dass ich nachfrage. Ich weiß in solchen Momenten genau was er denkt. Er weiß, dass er den Fehler gemacht hat. Und er möchte dennoch, dass ich frage. Er sagt, dass er schlafen geht. Ich habe Tränen in den Augen. "Nicht noch so eine Nacht, bitte. Ich halte das so lange nicht aus", ruft die gute Stimme in mir. "A." sage ich. "Ich habe eine Frage bevor du gehst." Ich höre ihn lächeln. ich kann vor mir sehen, wie er weiß, was kommt. "Ich hab zuerst eine, Liebes." Hör auf mich Liebes zu nennen. Mach es nochmal. Tausendmal. Ich: "Welche?" Er: "und was hast du dir für Sonntag überlegt?" Ich. "was?" er:"ja willst du nicht mehr oder was?" ich: "äh, äh ich dachte du willst nicht." er:"doch klar. Nur ich bin schlecht in ideen.." ich:"deshalb habe ich dich ja gefragt was du machen willst. Du bist der schwierigere Mensch". Er:"Ich? haha, witz" ich: "Doch klar." er."okay ich bin schwierig. Kino?" Ich: "von mir aus." er: "sonst können wir auch nochmal wann anders darüber reden". ich: "dann geht das eh wieder verloren. Und du zockst sonntags und ich mach irgendetwas trübseliges." er: "wir hören auf jeden fall von einander. wir können doch gar nicht ohne." ich: "du kannst nicht ohne mich, meinst du." er: "und du nicht ohne mich. Das wissen wir beide." ich schlucke. Wir wechseln das Thema. Er will irgendwann wieder schlafen gehen. Ich: "Du bist ein Arschloch, das weißt du oder?" Er: "Ich bin nur ein weiterer Mann mit Problemen auf dieser Welt." ich: "Ist das die neue Bezeichnung für Arschloch?" Er: "Nein, ich bin irgendetwas zwischen Traumkerl und Arschloch. Die schlimme Mischung. Sowas wie die Balance zwischen Wahnsinn und Genie. Nur dass ich von beidem weit weg bin." Ich: "Es reicht ja wenn einer von uns beiden das Genie ist." Er: "und gleichzeitig der Wahnsinn. Und ja, das war eine Art Kompliment mit dem du nicht umgehen kannst." ich: "hör auf so nett zu sein." Er: "Denise", flüstert er in so einem schuldbewussten Ton. "Die sitzt hier.", sage ich, so wie er jedes mal, wenn ich seinen Namen sage. "Wir hören von einander, diese Woche und sehen uns auch."
Er geht schlafen. ich weise mich in die Klappse ein. Gestern wollte ich mich umbringen, heute ist wieder alles wie immer. Dieser Junge kann mich retten und töten zugleich. Und das nur mit seinen Worten. Sagt mir ruhig, dass ich verrückt bin, das weiß ich schon lange.
Somit wird das Schnittfrei-Projekt weitergemacht. Und ich versuche in nächster Zeit mal nicht so verwirrend zu schreiben.

4 Kommentare:

  1. Schön, dass es dich interessiert :) Ich kann es dann aber erst einstellen, wenn ich es wieder zurückbekommen habe; ich muss es morgen abgeben!

    Freut mich, dass es dir besser geht, wobei es objektiv gesehen nicht gut ist, dass du deine Stimmung (unbewusst) so sehr von ihm abhängig machst. Aber ich kenne das auch sehr gut, d.h. ich darf eigentlich nichts dazu sagen ;)

    Liebe Grüße
    Kathrin

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  2. Es freut mich, dass es nicht wirklich so schlimm war, wie ich dachte, dass es wäre.
    Ich weiß nie wirklich, was ich schreiben soll ... Aber ich wünsche Dir auf jeden Fall sehr viel Glück für das Treffen mit A. :)

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    1. Und gerade seh ich noch Dein Kommentar bei mir.
      Wirklich vielen Dank. Ich musste gerade lächeln. c:

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