Donnerstag, 28. Februar 2013

Woher wollt ihr wissen was gut ist wenn nichts schlecht ist wenn nichts schön ist bin ich auch nicht hässlich

"Ist das für die Nachschreibeklausur morgen wichtig?", fragt Nadia Herrn A. Ein kurzer, unauffälliger Blick zu mir, ein schmunzeln. "Es kann nicht schaden, es zu lernen.", antwortet er trocken. Ich weiß es und er weiß es: Kant wird in der Klausur nicht einmal erwähnt. Man kann Paralellen ziehen, aber die sind nur Zusätze. Ich sitze dort, spare mir die weiteren Antworten meiner Mitschüler, schweife ab. Schönheit. Ästhetik. Bin ich nach Kants Urteil schön? Mein Lebensgefühl bei der Betrachtung meiner Selbst ist Unlust, aber das kann trotzdem schön sein. Check. Meine Existenz ist ohne jede Interesse, somit bin ich völlig unparteilich. Check. Mit der Betrachtung erfülle ich keine weiteren Bedürfnisse. Check. Können andere das, was ich über mich denken bestätigen? Kein Check, obwohl wenn ich an meine Stufe denke: dickes, fettes Check. Mein Urteil unterliegt keinen Regeln und kommt vom Verstand. Da mein Verstand versaut ist und Regeln relativ sind: Check. Kunst soll Lust bzw. Unlust erzeugen. Ohja! Schöne Kunst bin ich natürlich nicht, ich bin ja kein Bild. Innerlich muss ich lachen. Ich bin also Ästhetisch, zwar negativ ästhetisch für mich, aber ich kann mich selbst bewerten. "Denise, was sagst du dazu?", spricht Herr A. mich an und lacht. "Ich denke, dass Kant auf den guten Willen herausmöchte." Er sieht mich an, schüttelt den Kopf. "Wo hast du das denn bitte her? Und vorallem ich wollte, dass du etwas zu Naomis Meinung sagst." Ich mache eine kurze Denkpause. "Sie müssen mal zwischen den Zeilen lesen. Das steht doch da. Freiheit, Moral, das ist immer der gute Wille. Und was Naomi gesagt hat, habe ich nicht ganz mitbekommen." Herr A. schüttelt weiterhin den Kopf. "Du hast ja Recht mit deinem guten Willen, aber wir sind da noch gar nicht. Du hast sozusagen gerade das komplette Tafelbild, welches ich vorhatte, aufgelöst. So kann man Stunden natürlich auch schneller beenden." Er lacht. "Und achja: Naomi hat gerade indirekt Schopi beleidigt." Ich gucke entsetzt. "Und dann fragen sie noch nach meiner Meinung? ist doch wohl absolut klar, was ich davon halte. Nichts. Absolut gar nichts." Er schreibt das Tafelbild an, ich schweife wieder ab, aber diesmal in die Zukunft, in den Abgrund. Deshalb sollten Menschen mir nie wichtig werden.

6 Kommentare:

  1. Schade, dass du nicht nach Freiburg zum Studieren kommst ;) Würde mich gerne mal mit dir unterhalten .

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  2. Die überschrift ist von sido, nicht war?
    Ich liebe die Stelle, aber ich hab den namen vom lied vergessen

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  3. Ich liebe es wie du schreibst. Deinen Gedankengängen zu folgen ist echt faszinierend :)

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  4. Es tut mir gut deine komentare auf meinem blog zu lesen. Es tut gut wenn jemand einen richtig versteht. Es tut mir einfach gut etwas von dir zu lesen, weil ich weiß das nichts gelogen ist und das nichts hintenrum ist ich wünschte ich könnte dir auch etwas gutes tun. Fals du mit mir schreiben willst. Fals du mit jemanden reden möchtest dann melde dich bei mir. Ich glaub an dich und hab dich lieb (obwohl ich dich nicht kenne) du bist einfach ein s liebenswerter und wertvoller mensch <3 du gibst mir immer ein kleinen wenig kraft ich danke dir so sehr dafür

    pass bitte auf dich auf

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  5. Hallo, ich habe dir einen Blogaward verliehen. Auf meinem Blog steht auch wieso.
    Gib niemals auf.

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