Bevor ich euch von meinem wunderbaren Samstagabend erzähle, muss ich kurz etwas zu Freitag loswerden: Ich war auf einem Festival und Chakuza ist ein Gott. Da schmachtet man so dahin. Und nebenbei muss ich sagen, auch wenn sie mir nicht glauben wird, dass ich die wunderbare Blackrose gesehen habe, nur ganz kurz, dann war sie in der Masse verschwunden und ich hätte mich eh nicht getraut sie anzusprechen. Aber und das sage ich hier ganz offen und ehrlich und direkt an dich gerichtet: Du bist in Natura noch viel schöner und dünner als auf Fotos und du hast gelacht, das hat mich sehr erfreut. Bevor du denkst ich stalke dich: Ich hab gerade auf deinem Blog das Foto gesehen und bin mir somit sicher, dass du es warst. Haha, ich bin mir nämlich ganz oft nicht sicher bei Menschen und so. Mach dich auf jeden Fall nicht selbst fertig, du bist hübsch wie du bist. Außerdem ist mir aufgefallen, wieviele Menschen offen ihre Narben zeigen und ich finde das gut, wenn man dazu stehen kann und sich den Blicken der Menschen aussetzt. Ich habe den Mut nicht wirklich. Und deshalb habe ich vor jedem Menschen Respekt. Auch wenn es mich immer traurig macht zu sehen, wieviele Menschen soviele Narben haben. Die Welt ist nunmal am Ende.
Aber ich nicht. Momentan zumindest nicht. Und das ist die positive Nachricht. Gestern Abend, Schaumparty. Vortrinken Bei Li. Dreimal dürft ihr raten, wen ich zuerst in die Arme laufe.. Benny steht vor mir. Ich bin etwas fertig von den 40 Minuten Fahrradfahren um bei Li anzukommen, sehe ihn an und könnte kotzen. Betrunken sind Menschen einfach schöner. Wie oberflächlich das jetzt klang, egal. Er guckt weg, was ziemlich unnett von ihm war. Ich begrüße P. und all meine üblichen Saufkompanen und schütte mir erstmal eine 35-65 Mischung Asbach-Cola ein und denk mir: Abschuss! Nach drei Gläsern wurde die Laune besser, nach fünf Gläsern gingen wir dann auch wirklich zur Schaumparty. Durch den Wald, durch das Dorf. Herrlich. Micha schaut mich an. "Ich bin eigentlich voll der Arsch." Ihr müsst wissen, ich habe Micha schon einige Male gesehen, aber nie, wirklich nie hat er mit mir geredet. "Wieso?", frage ich nach. "Ich bin oberflächlich. Ein Mädchen kann noch so nett sein, wenn die keinen guten Körper hat, will ich die nicht." Ich bin irritiert. "Aber deshalb müssen doch deine Exfreundinnen nicht alle Verlogen und betrügerisch sein, weißt du. Es gibt auch nette, dünne Mädchen." Er bleibt abrupt stehen. "Verlogen und betrügerisch?", fragt er. Wir reden über seine mir bekannten Exfreundinnen und irgendwann stimmt er mir zu.
Auf der Party selbst halte ich mich vom Schaum fern. Meine Shorts sind so kurz, dass ich manchmal überlege, ob man meine Narben sehen kann, ein paar auf jeden Fall und alle unter keinen Umständen. Wir stehen draußen, ich rauche mit B. eine Zigarette nach der anderen. "Und wann wirst du endlich glücklich?", fragt er mich. "Niemals. Denn Glück gibt es nicht. Es gibt immer irgendetwas, das einen am Boden hält." B. schüttelt den Kopf. "Schwachsinn. Ich liebe Li und wir sind glücklich. Soll die Welt neben uns untergehen, ist mir doch egal." Er lächelt und ich glaube es ihm unfreiwillig. "Genau da is das Problem, weißt du. Mich kann man nicht lieben. Und vielleicht kann ich nichtmal jemanden lieben." "Du bist liebenswert auf eine komische Art und Weise zwar, aber trotz anfänglicher Schwierigkeiten zwischen uns beiden, bist du mir eine der liebsten Freundinnen von Li. Und irgendwann wird es einen Jungen geben, der dich liebt." Er hält mir seinen Whisky hin und ich trinke weiter.
Micha lehnt an der Wand, ich stelle mich neben ihn. "Mein Handgelenk tut weh. Denise, mach was dagegen." "Was hast du denn gemacht?" - "Dornenbusch auf dem Hinweg. Das wird voll dick und rot." - "Vielleicht wirst du zum Zombie und rottest alle Menschen aus!" - "Ist das deine Form von Mitleid?" - "Ich kann mit Weicheiern nicht umgehen, sorry." Wir müssen lachen. "Okay, dann halt anders", beginnt er, "Hey Mädchen, meine Hand fällt bald ab, aber das stört mich nicht. Ich bin so männlich, ich brings auch nur mit einer", mit versucht cooler Stimme fährt er fort. Ich muss lachen. "Du bist ein Spinner. Aber auf Machos stehe ich auch nicht." Er runzelt die Stirn. "Worauf stehst du dann?" - "Auf echte Menschen, die sind wie sie sind ohne sich zu verstellen. Ich hab da großen Respekt vor." Er schaut mich an, eine kurze Weile. "Und wie bist du wirklich?" Ich schmunzele. "Was glaubst du denn?" - "Eher nicht so der Partymensch, dafür bist du nicht offen genug. Irgendwo zwischen dem Wunsch zu sein wie alle anderen und sich selbst nicht zu verlieren. Irgendwo zwischen du weißt, du kannst eine Menge, aber dem Gedanken, dass hier mindestens 100 hübschere Mädchen sind." Ich schaue ihn erschrocken an. "Woher.. Wie machst du das?" - "Ich bin kein Macho oder Weichei, ich weiß einfach alles. Das ist mein unglaublicher Charme."
Irgendwann gehen wir zurück zu Li, morgens 4 Uhr sind wir dort angekommen. Ich setze auf den Sessel, Micha auf das Sofa gegenüber. Und ich spüre seinen Blick auf mir. Nicht dauerhaft, aber häufig, auch dann wenn ich mich mit L. unterhalte oder einfach nur dasitze. "Ey Denise, wenn du heute Nacht neben mir schläfst, dann sind meine Wunden morgen bestimmt weg." Er muss selbst lachen, bevor er den Satz beendet hat. "Ich schlaf doch nicht mit dir auf dem Sofa, wenn ich ein eigenes Bett habe!" - "Oh, also gehen wir zusammen in dein Bett?" Wir lachen und wissen, dass es nur Spaß ist. Es ist ein angenehmes Gefühl, ohne jede Bedrängnis, einfach irgendwie nett. Es gibt zwei Arten von Blicken, die Kerle haben, wenn sie dich wollen. Die, die dich als Beute ansehen und dich knallen wollen und den, den Micha gestern hatte. Überrascht darüber, dass man sich so gut versteht. Erfreut darüber, dass nicht wirklich alleine ist. Und dennoch sicher, dass nichts passiert. Wobei, beim letzten wäre ich mir nicht so sicher, denn eigentlich wollten Wir Tobias suchen gehen, der meinte er kommt nach und dann nicht wusste, wo er ist. Und ehrlich gesagt, würde ich nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass wir alleine durch den Wald gelaufen wären, naja ihr wisst schon. Was solls, ist ja nicht passiert. Und bevor ihr denkt, ich sei irgendwie gestört: Mein Herz habe ich nicht an Micha verloren, das sitzt woanders fest. Aber die Welt besteht manchmal nicht nur aus einem Menschen, auch wenn man es gerne so hätte.
Ich hatte auch schon das Glück Chakuza live zu feiern, haha ich hab sogar ein Bild mit ihm gemacht (Schande über mich). Er ist sooo gut! Dein Wochenende hört sich richtig spaßig an- und dein letzter Satz rundet die Sache wieder perkfekt ab. Ablenkung tut immer gut.
AntwortenLöschenP.s. du hast mir so ziemlich das allergrößte kompliment gemacht, das ich je irgendwie gehört habe, unglaunlich.
Du bist die Wundervolle. Danke ♥
huhu :)
AntwortenLöschenich lese deinen Blog schon seit längerer Zeit und freu mich immer wieder was neues von dir zu lesen!
Kommentiert habe ich allerdings noch nie ;) Nun habe ich aber eine Frage an dich. Darf ich deinen letzten beziehungsweise die letzten Sätze 'klauen'?
Es beschreibt einfach so wunderbar meine Situation zurzeit. Ich hoffe du hast nichts dagegen, aber ich wollte eben Fragen bevor ich es poste (sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen) ;)
Ich mag deinen Blog wirklich gerne und bewundere dich!
Ohgott du warst auf dem Olgas Rock! Verdammte Kacke ich war da und ich hab dich nicht gesehen :O Ich war mit meiner Freundin, die feiert Chakuza genauso, ihr absoluter Lieblingsmusiker, ein Gott!
AntwortenLöschenIch könnte mir gerade in den Hintern beißen weil ich dich nicht gesehen hab :/
Tja, Schaukelweltmeisterin kann halt echt nicht jeder werden. Ja, an sowas hatte ich auch gedacht, bloß mir fehlen halt echt die Freunde dafür. Traurige Sache, haha.
AntwortenLöschenHehe, immer diese anonymen Leute hier :D
AntwortenLöschenJ.
hab dich gern.
AntwortenLöschenDanke :) Mal wieder eine tolle Überschrift hast du^^ Und Micha hat offenbar eine ganz gute Menschenkenntnis. :O
AntwortenLöschenLeider muss ich die nächsten zwei Wochenenden arbeiten :/
AntwortenLöschender letzte satz ist wahnsinnig gut gewählt und leider so verdammt wahr.
AntwortenLöschendanke für den absatz, den du über mich geschrieben hast. ich war so krass glücklich, als ich das gelesen habe, das kannst du dir gar nicht vorstellen. ich danke dir so, so sehr.
sag mal, was hast du auf dem festival getragen? denn ich glaube, ich habe dich auch kurz gesehen.
ich danke dir echt von ganzem herzen <3
das wäre wunderschön
AntwortenLöschendiesen tag mit dir würde ich nur zu gern erleben.
ich hoffe wir schaffen es diesen wunschtag uns zu erfüllen.
Ach du kacke ich war auch auf dem Festival hab dich aber nicht gesehen! Hätte ich das gewusst :( chakuza hat mich so ungehauen. Ich war hin und weg von dem. Und ich bin grad so schockiert du warst da und ich hätte dich sehen können vielleicht hast du mich ja gesehen und wusstest nicht dass ich es bin O: haha sorry bin bisschen aufgedreht
AntwortenLöschenwow ich bewundere immer wieder, was für ein wundervoller und erlicher Mensch du bist.
AntwortenLöschenIch beneide dich um die erhlichkeit mit der du mit manchen menschen redest.
zu deinem Kommentar..
Die wahrheit ist, dass ich ihn hasse und doch immernoch Gefühle für ihn habe. Dass ich ihm zwar etwas bedeute, er aber nie auch nur versucht hat, mein wirkliches ich kennenzulernen oder zu verstehen.
♥
ok, dann hab ich dich doch nicht gesehen :D
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