Montag, 13. Juni 2016

Schön dich wieder mal zu sehn. Gib' mal deine Nummer eben. Lass uns nächste Woche mal'n käffchen trinken gehn. Ja genau, Ja genau!

Du betrittst den Seminarraum und schaust dich um. Der Raum ist bereits gut gefüllt und ich frage mich, ob du einen Stuhl oder mich suchst. Du schaust nach vorne und schaust nach hinten. Nach rechts und nach links. Vor dir ist ein unbesetzer Stuhl. Ich halte mich an, nicht zu viel hinein zu interpretieren. Doch dann siehst du mich, grinst und setzt dich in Bewegung. Neben mir ist ein eher unangenehmer Platz frei, weil dieser genau vor der Säule im Raum ist. Du quetscht dich an sechs Leuten vorbei und setzt dich genau dort hin. Direkt bricht es aus mir heraus: "Okay, ich muss dich fragen, wie du heißt. Mir passiert es einfach zu oft, dass ich nach Monaten nicht weiß, wie die andere Person heißt und das ist dann merkwürdig." - "Philipp", sagst du und ich fühle mich erleichtert. So als wäre es lebensnotwendig, als wäre ein Name schon ein Schritt in die richtige Richtung. Du fragst auch nach meinem Namen und irgendetwas daran beruhigt mich.

"Bist du denn noch gut nach Hause gekommen?", fragst du. "Ja, ganz gut." - "Hast du deine Bahn noch bekommen?" - Ich verziehe die Mundwinkel: "Nicht so wirklich" - "Oh man. Das tut mir ehrlich Leid." - "Kann doch jedem passieren. Bist du denn gut nach Hause gekommen?" - "Ja, ich habe meine Bahn noch bekommen, weil die Verspätung hatte, das macht mein Gewissen nicht besser". Wir reden noch ein wenig, nichts wirklich wichtiges, eher etwas verklemmt. Bei dem Gespräch fällt mir was auf: Ich habe Angst. Angst davor, dass ich mich zu sehr in etwas reinstürze. Angst davor, dass ich mich zu sehr zurückhalte. Angst davor, dass es mir wichtig ist, ob du eine Freundin hast. Angst davor, dass du eben eine hast. Angst davor, wieder als Idiot dazustehen.

Während des Seminars werfen wir uns ein paar Blicke zu, obwohl das, wenn man direkt nebeneinander sitzt, schwieriger ist. Nach dem Seminar fragst du, ob ich auch nach Hause fahre. Ich verneine, da ich noch weitere sechs Stunden Uni habe. Du verabschiedest dich, vielleicht ein wenig enttäuscht, mit einem "Bis nächste Woche". Und selten habe ich gehofft, dass eine Woche schneller vorbeigeht, als ich denken kann. Was wohl als nächstes passiert?

4 Kommentare:

  1. Ich danke dir für deine lieben Worte.
    Ach du redest ja was, ich bin auch so schlecht in Kontakt halten. Ich wünschte, wir hätten mehr Kontakt. Du kannst mir einfach bei facebook schreiben und dann kann ich dir meine Nummer geben. In Whatsapp fällt einen ja oft leichter kontakt zu halten.

    Ich denke auch ganz oft an dich .

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  2. Liebe Traumtänzerin (ich mag diesen "Namen" sehr.) Erstmal danke für deine Kommentare, ich hoffe du hast die Antwort auf meinem Blog gesehen. ♥ Philipp klingt nett, er klingt wie einer, mit dem man viele gute Stunden verbringen kann. Dass du Angst hast, ist mehr als verständlich. Gegen Gefühle kann man allerdings nichts tun und das sollte dir bewusst sein. Genieß einfach die Zeit die du mit ihm hast. Lern ihn kennen. Hör ihm zu. Sieh ihn an. Du wirst merken und spüren, was er denkt. Was er fühlt. Du bist sensibel genug um in Menschen hineinzusehen. Hab keine Angst, sei du selbst! Liebst, Ziska.

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  3. quak, ne alle studenten haben eine freundin, außerdem hats in deutschland ja 10% mehr männer in dem cluster, also rein statistisch chance gut, dass er keine hat... aber beeindruckend, kann mich im hörsaal an keine solche geschichte erinnern, also neben kommilitoneninnen sitzen freilich scho, aber die haben sich (au) mea für den dozenten interessiert, als für die peripherie, zumindest ne für mich :D vll wars doch der falsche studiengang^^ wobei anglistik is ja so ähnlich strukturiert wie philosophie und sogar extrem frauenlastig, aber selbst da nein - so viel zum thema fehler bei sich selbst suchen ;( viel erfolg, anyway!

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  4. Liebe Traumtänzerin. Ich hoffe, dass du Phillip wiedergesehen hast und dass ihr vielleicht weitere gute Gespräche hattet. Hab keine Angst. Sich lächerlich zu machen ist nicht so schlimm wie es überhaupt nicht zu versuchen. Ich denk an dich.
    Foxi.

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