Montag, 11. Juli 2016

Wenn "Ich denke, also bin ich" gilt, wieso sind dann soviele Menschen auf dem Planeten?

"Gefriendzoned", was ist das eigentlich für ein Wort? Wer kam auf die Idee die Sprache zu entstellen? Mal ganz ehrlich: wenn man schon einen Anglizismus benutzen muss, dann doch bitte ohne ihn zu entstellen. Friendzone, okay, von mir aus. Und FALLS, wirklich nur FALLS man es wirklich muss, dann doch bitte richtig: gefriendzont oder wird bei euch im Deutschen schonmal ein Verb auf  "-ed" beendet?

Sprache hat verflucht viel mit Denken zu tun und da ist das Problem: die meisten Menschen fangen damit nichtmal an. Die machen einfach. "Denken ist überbewertet". Dann seid doch alle die glücklichen Schweine, ich bleibe der unglückliche Sokrates. Fragt mal Nietzsche wieso er allein war: weil man nur so zu Höchstleistungen bereit ist. Ohne Ablenkung, dem asketischen Ideal nachstrebend und vor allem unabhängig. Nicht gebunden an irgendwelche Regeln der Beziehung oder an Rücksichtnahme auf den Partner. So ist das nämlich. Ohne Gefühle, ohne Glück bin ich einfach noch intelligenter.

Jetzt muss nur noch jemand etwas erfinden, wie man Intelligenz für weniger Einsamkeit nutzen kann. Wie ihr am latent aggressiven Unterton des Posts merkt: heute war scheiße. Philipp hat eine Freundin, zumindest sofern mein Hirn mir keine Streiche spielt. Wir haben über das Kaffeetrinken gar nicht geredet, weil ich nicht konnte und er es vergessen oder ignoriert hat. Was weiß ich. Ich möchte schon im Juli "meine Freundin" zum Unwort des Jahres küren.

Ich versteh das nicht. Ich meine, ich suche nichtmal. Dann quatschen mich Kerle an, sind mega aufgeschlossen, machen widersprüchliche Zeichen und sind trotzdem vergeben. Wollt ihr mich eigentlich verarschen? Steht naiv auf meiner Stirn? (Ja, leider schon). 

Wisst ihr was? und trotzdem werde ich Philipp am Freitag nochmal auf den Kaffee ansprechen und ich werde mit Tim noch etliche Male Kaffee trinken gehen und noch hundertmal mit Maxi ins Kino gehen. MIR DOCH EGAL. Weil Menschen können leben bereichern. Und irgendwo in mir drin lebt diese abnormal romantische Hoffnung, dass selbst in dieser obszönen Zeit aus Freundschaft noch mehr werden kann. Nicht, dass ich jederzeit für jeden bereit wäre. Aber irgendwann wird die Welt bereit sein. Bereit sein dafür, dass es jemand gibt, der mich erträgt.

3 Kommentare:

  1. Oh, ich weiß genau, was du meinst. Bei mir soll es momentan auch einfach nicht sein. Aber was soll's. Ganz ehrlich. Mit Herzschmerz bin ich eh viel kreativer.

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  2. Hammer Post! Ich mag deinen Schreibstil =)
    Und ja Sprache erschafft Wirklichkeiten wie man seit Benjamin Lee Whorf weiß :D Das macht es ja so interessant.
    LG <3

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  3. alle großen dichter und denker waren sogesehn "unglückliche sokrates", ob du oscar wilde nimmst, arthur 'schopi' schopenhauer, whomever - gut, goethe vll. ne^^
    aber die gute nachricht für dich: versicherungsjournal heute eine studie rezitiert nach der akademiker älter werden als weniger gebildete schichten...

    "Fragt mal Nietzsche wieso er allein war: weil man nur so zu Höchstleistungen bereit ist. Ohne Ablenkung, dem asketischen Ideal nachstrebend und vor allem unabhängig. Nicht gebunden an irgendwelche Regeln der Beziehung oder an Rücksichtnahme auf den Partner. So ist das nämlich. Ohne Gefühle, ohne Glück bin ich einfach noch intelligenter." dann müsste ich ja den höchsten intelligenzquotient in deutschland, und im oberen drittel in der welt, haben^^
    ernsthaft: ich stimme dir in diesem kontext zu. ronaldo, um im zeitgeist zu bleiben, zeigt man kann auch ohne beziehungslosigkeit erfolgreich sein. wiewohl er natürlich auch hochdiqzipliniert und asketisch is, au wenn man es seiner show auf dem feld wenig abzulesen vermag.. gewisse parallelen zeichnen also do erfolgreiche aus.

    solche worte wie die deinen in den letzten 2 absätzen aus deiner feder, ich hätte es kaum für möglich gehalten! also doch: die welt dreht sich! wie sie es auch tut, hier hinterlässt sie inspiration und überraschung! und da ist er doch noch, der unterschied: bin genauso als junger student mit "es sind die begegnungen mit menschen, die das leben lebenswert machen" gestartet, dann kam das leid, ähnlich wie bei dir, wobei eine frau genügte :D (ok, eher ne lustig), nur hast du dir die maxime (welch ein wortspiel^^) bewahrt, ich nicht. das ist der grund, warum du zukunft hast. <3

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