Freitag, 18. August 2017

In Nischen an Tischen in schmutzigen Küchen.

Dienstagmorgen sagt M. das Treffen zwischen mir und Philipp ab. Er sei krank, sagt er. Bestätigt aber weiterhin sein Interesse an diesem Treffen und hofft, dass er schnell gesund wird. Er hat ja keine Ahnung, was ich alles hoffe.
Wir verschieben das Treffen auf heute. M. geht sogar soweit und nennt es "Date", was ich ein bisschen witzig und ein bisschen verstörend finde. Aber vor allem macht es mir Hoffnungen, was nicht gut ist.

Ich komme am Hbf an und niemand ist da. Ich stelle mich nach draußen. Ich sehe großartig aus. Und wenn ich sowas sage, dann wisst ihr vermutlich, was das bedeutet. Ich trage einen schwarzen Rock, eine schwarz-weiße Bluse und Strumpfhosen. Natürlich Sneakers dazu, weil ich nicht anders kann. Ich schaue kurz nach oben und sehe im Augenwinkel M., der einen blauen Anzug und Chucks dazu trägt.
Philipp sagt darüber später, dass wir typisch gekleidet seien. M. sagt dazu nur: Na klar du trägst schwarz, ich würde es auch gern. Schwarz ist die beste Farbe. Und während Philipp erklärt, dass Schwarz keine Farbe ist, wissen M. und ich bescheid: es ist mehr eine Einstellung, ein Leben. Eines das wird gemeinsam Leben wollen?

Wir unterhalten uns den Abend lang so gut über Philosophie, dass ich denke, dass man gar nicht studieren muss, solange es solche Abende gibt. Dass ich denke, dass Kneipenphilosophie von den richtigen Menschen sehr sinnvoll ist. Dass Philosophie vom Menschen kommt und nicht von oben.

M. sagt, er muss seine Bahn bekommen und da ich die gleiche nehmen kann, schließe ich mich an. Wir reden noch ein wenig über Abend. Leider muss ich nach fünf Minuten aufsteigen, weshalb er mir versichert zu schreiben sobald er zuhause ist. Da ich es nicht aushalte, schreibe ich nach 15 Minuten nach der Endstation der Bahn eine Nachricht, ob er gut angekommen ist und lade ihn zu zwei Terminen des Theaterfestes ein, für das ich arbeite. Er lehnt bedingt durch seinen Urlaub ab: "Aber nachdem ich nun weiß, dass du dort arbeitest du zudem theatheraffin bist, sollte es nicht so schwer sein, gemeinsam in eine Veranstaltung zu gehen. Hoffnung!!" Ich stocke. Ich zittere. Ich rieche Betrug, Was mache ich eigentlich hier? Und wieso redet er als wäre er der wundervollste Mensch der Welt? Und wieso liegt er gerade nicht neben mir. Und wieso vermisse ich M. und sonst niemanden? Nichtmal das Nichts. Das Nichts ist still und weiß, dass ich schlimmeres anrichte als es selbst je könnte.

1 Kommentar:

  1. Du schreibst wieder so viel. Ich freue mich darüber, aber es macht mich auch traurig. Wobei traurig der falsche Ausdruck ist. Eher unruhig. Denn es bedeutet, dass viel in deinem Kopf vorgeht und es dir womöglich nicht so gut geht. Ich wünsche dir, dass es dir gut geht. Du hast es verdient, dass es dir gut geht <3

    Aber ich weiß nicht, was ich von all dem halten soll. So wie du von M erzählst,trau ich ihm nicht über den Weg. Aber ich kenn ihn nur von deinen Worten, vielleicht ist er ja anders.

    Ich war schon immer Team Maxi - auch wenn ich von deinem jetztigen Freund und von dem was du von Beginn an über ihn erzählt hast, erfreut war. Er hat dich so glücklich gemacht zu Beginn.

    Ich kann mich noch soo genau erinnern, als du das erste Mal von Maxi gschrieben hast. In der Schule =) es war nur ein Moment, der sich jetzt in so viele Jahre gezogen hat und deinen Werdegang wesentlich beeinflusst hat. Zumindest seh ich das so (oder lese es so).

    Wegen deiner Bacc.Arbeit. Ich weiß, wie perfektionistisch du da sein kannst. Aber betrachte es Mal positiv. Deine Bachelorarbeit ist nur die Vorspeise für deinen Master. Sie macht Lust und Hunger auf mehr, da bin ich mir sicher =)

    Ich schicke dir ganz viel Kraft und Liebe. Ich freue mich immer von dir zu lesen - Eigentlich schau ich meistens nur auf Blogger rein um zu sehen, ob du etwas Neues gepostet hast =)
    (Ich kam nur leider die Tage nicht zum Antworten)

    In Liebe, Nanouk.

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