Das elendigste aller Jahre atmet seine letzten Züge. Ich bin froh darüber, dass es noch atmet, dass ich noch atme. Nennt mich naiv, zu hoffnungsvoll oder gar optimistisch, aber morgen endet das Jahr so wie ich es wollte. So wie ich es immer wollte. Sofern die Selbstheilungsgöttin auf meiner Seite ist, wird A. gesund sein und zu uns kommen. Zwar später, aber er kommt. Aber bevor wir zum letzten Tag des Jahres kommen, muss ich euch von gestern erzählen. T. und K. haben Geburtstag gefeiert, alles ganz nett und so. Ich hatte mal wieder nichts besseres zu tun, als mit A. zu schreiben. Und er war ganz nett und so, aber nichts wirklich spektakülares. Dann sind die Familien und nicht zur gruppe gehörenden Freunde gegangen und wir haben ne Runde geredet. Als ich mit M. und Lu. (beide gute Freunde von A.) draußen rauchen war, wurds ziemlich lustig. "Wenn ein Junge auf einer Lan während alle das Lieblingsspiel des Jungen zocken, lieber mit einem Mädchen per Facebook schreibt und deshalb verliert und das einfach hinnimmt, ist das nicht nur Freundschaft. Das tut man nichtmal für die Freundin, nichtmal für die eigene Mutter, verdammt." klärt Lu. mich auf. M. ergänzt: "Du und A. seid eh voll dicke. Ihr schreibt ständig. Immer. Wenn ich frag, was A. macht, kommt immer: Mit Denise schreiben." Ich lächele bis zu beiden Ohren. Innerlich verwirrt es mich. Sooft schreiben wir nur in letzter Zeit, weshalb auch immer. Aber die Ursache ist mir egal, solange die Wirkung dieselbe bleibt. M. geht rein, weil T. ihn ruft. Ich schaue Lu. an. "Was hält er wirklich von mir?", flüstere ich. "Du bist einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben und die einzige, mit der ich ihn teilen würde, liebste Ex-Info-Partnerin. Ob das jetzt intensive Freundschaft ist oder eine Herzensangelegenheit, kann und wenn möchte ich dir auch gar nicht sagen. Das musst du herausfinden, Sherlock Holmes", er legt den Arm um mich. "Lu, wir machen viel zu wenig." Er lacht bereits bevor er spricht: "Also sind wir uns nicht nah genug, oder was? Ich weiß, dass du auf mich stehst, aber ich nehme echt nicht jede". "Du bist gar nicht mein Typ, man.", rufe ich und gehe einige Schritte von ihm weg. "Stimmt, dein Typ ist eher so ähnlich wie mein bester Freund, was?" Erstaunt schaue ich ihn. "DU hast Freunde!?" ich lache. Friedlich, schmerzlos, befreit. Nach dem Abend färbte sich mein Herz für kurze Zeit rot und hörte auf zu klagen. Der Schmerz fiel von mir, wie Federn eines Vogels.
"Meine kleine Reise geht vom Kopf zu meinem Bauch.
Es sind Körperteile, Galaxien sind es auch.
Abermillionen kleine Zyklen nehmen ihren Lauf.
Abermillionen kleine Lügen nehmen wir in Kauf.
Du bereicherst mich
denn ohne Dich fühl ich mich leer und verbraucht.
Du bereicherst mich
Bist Du bei mir spür ich die Wärme im Bauch."
Ich habe lange überlegt, ob ich einen Kommentar schreiben soll. Ich habe eine seite nach der anderen gelesen und mich gefragt, ob das, was ich zu deinen Posts zusagen hätte, in einen Kommentar zu packen ist. Und ob das, was ich sagen will, überhaupt bestand hat - oder ob du es einfach abschmettern kannst. Ich kenne dich nicht, ich habe über deinen Blog nur einen klitzekleinen einblick in dein Leben bekommen.
AntwortenLöschenAber ich möchte dir trotzdem sagen, das ich mir für dich wünsche, das du "das ganze", das Leben, in den griff bekommst. Ich wünsche dir, das du glücklich wirst. Mag jetzt ziemlich überheblich, vielleicht kitschig oder heuchlersch klingen, ist mir aber egal.
In diesen Gesprächsausschnitten, die du von deinem Lieblingslehrer und dir postest, bist du irgendwie ein ganz anderer Mensch. Oder es stellt sich zumindest so dar.
Ein, zweimal musste ich wirklich lachen, weil du so schlagfertig, witzig, fast schon offen rüberkamst. Ich finde es super, das dein Lehrer dich ermutigt und an dich glaubt.
Und dann laß ich den nächsten post, einen von denen, in denen klar wird, das dieser A. anscheinend die Sonne ist, um die du dich drehst.
Ich finde das wirklich schade! Es macht mich, eine außenstehende, fremde Person, wütend, zu lesen, wie dein Vater mit dir redet. Und das er dich so enorm verletzt und es igm egal ist.
Genau so schade finde ich aber auch, wie enorm du auf A. fixiert bist. Das es in deinem Leben nur durch ihn (und vielleicht die Schule?) einen Grund gibt, weiter zu machen. So kommt es zumindest durch das, was du schreibst, rüber.
Jetzt mal völlig unabhängig von allem, was in deinem Leben falsch läuft: Das ist nicht gut. Man sollte sich niemals so abhängig von einem anderen Menschen machen.
Ja. Ich hab leicht reden, ich klinge wie ein klugscheißer - ist mir bewusst. Aber mir ist das auch schon passiert.
Man chattet mit IHM und hofft so sehr, das er diesunddas schreibt. Er tut es nicht, man möchte heulen. Er meldet sich nach Wochen wieder von sich aus, man "rastet fast aus" vor fröhlichkeit. Man würde sich den rechten arm abhacken, wenn ER dafür diesunddas tun würde.
Ich kenne das und ich kann nur nochmal sagen: Auch wenn er ein Lichtblick in deinem Leben ist, du musst, zumindest etwas, von ihm loskommen. Diese Art zwischenmenschlicher beziehung kann einen nur kaputt machen. Weil sie so schrecklich unausgeglichen ist. Ich zumindest habe damals ziemlich gelitten.
Lange rede kurzer Sinn.
Ich hoffe wirklich, das du wieder auf die Beine kommst. Ich glaube, du kannst das schaffen.
Ach, und nur nebenbei: Ich bin 21, und habe auch schon den ein oder anderen dreck mitgemacht in meinem Leben. Ich wünsche dir, das du stark genug bist, um wieder glcklich zu sein.
Liebe Grüße,
Nessa
ich habe es so gehofft, dass du endlich eine positive rückmeldung bekommst, die mit A. zutun hat.
AntwortenLöschenist der letzte abschnitt,
dieser wundervolle text
von dir?