Die Nacht nicht geschlafen, wie die vergangenen Sieben. Ich finde keine Ruhe. Aber diesmal war es eine andere Unruhe. Nervosität. Das grausamste Gefühl, wenn man schlafen will. Ich wollte Maxi nicht wiedersehen. Ich verhielt mich als hätten wir den ganzen Abend rumgemacht und würden jetzt wieder aufeinandertreffen. Wir haben nur geredet. Es war ein gutes Gespräch, aber bei Gott nur ein Gespräch. Um 9:30 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Schule. Montags ausschlafen ist ein Traum. "Sehen werde ich Maxi erst in 2 Stunden, also ruhig bleiben.", beruhige ich mich selbst. 2 Minuten nachdem ich meine Haus verlassen habe und an den Fahrradständern der Schule vorbeilaufe, sehe ich einen Jungen. Dunkele Jacke, Mütze tief ins Gesicht gezogen, merkwürdiger Gang. Und zwischen Jacke und Mütze ein riesiges Lächeln. "Nicht Umdrehen", verwarne ich mich innerlich. ich laufe weiter und stolpere. ich fange an zu lachen, vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. "Du kannst mich doch nicht aus der Ferne so anlächeln. Siehst du, was du tust? ich kann nicht mal mehr laufen", rufe ich ihm zu. Wir stehen uns gegenüber. Ruckartig umarmt er mich. "Nicht schreien oder wegspringen", sagt meine innere Stimme. Er sieht mich an. "Aber nicht, dass du jetzt gleich hinfällst oder so?" Er lächelt. "Nee, ich glaube, das habe ich gerade eben verkraftet." Ich lächele. Er fährt nach Hause, ich zur Schule mit dem Gedanken, dass ich ihn in Mathe wiedersehe. Warum beginnt eigentlich nicht jeder Morgen so?
In Englisch saß ich und dachte darüber nach, dass das alles bald ein Ende hat. Schule, Mitschüler, Lehrer. Und so sehr ich mir auch einrede, dass ich diese ganzen "idioten" hasse und froh bin sie loszusein, werde ich einen großen Teil von Ihnen vermissen. Und ich werde jeden der letzten Wochen einatmen und in mir bewahren, bis ich etwas gleichwertiges gefunden habe.
In der Stadt traf ich eine alte Nachbarin. Sie blieb nur kurz stehen und sagte einen einzigen Satz: "Ich habe heute morgen noch zu meiner Mutter gesagt, was für ein wirklich schönes Mädchen du geworden bist, unglaublich, echt."
Eine Freundin meinte gerade zu mir, dass Freitag und teilweise auch heute so gut waren, weil ich belohnt werde. Ich habe nicht verstanden, was sie meint. Sie erklärte es so: Dadurch, dass ich dem Schneiden und sonstigen zerstörerischen Aktivitäten fernbleibe, bekomm ich vom Schicksal gute Momente. Belohnung dafür, dass ich mich benehme, obwohl ich es eigentlich nicht will. Also, wenn das echt so einfach ist, bleibe ich brav bis zum Lebensende. Gut, das war gelogen, verdammt.
Hey, was hab ich gesagt? :)
AntwortenLöschenIch freu mich für dich, Liebes, so echt. Und ich bin stolz auf dich.
Lass weitermachen, ich habs bisher auch geschafft <3
Oha, danke! ♥ Jetzt hab ich einen Ohrwurm wegen deinem Titel. :D
AntwortenLöschenOh man. Diese Ausdrücke. "Benehmen", "brav sein". Das hätten sie wohl gerne. Das man sich der Gesellschaft anpasst, nicht kritisiert, nicht gegen den Strom schwimmt. Sagen wir es so: Wenn es dir gut tut und du vom Schneiden wegkommst, ist das toll, aber ich kann diese Unterteilung in "gut" und "böse" nicht ausstehen und du scheinst dem, soweit ich das erkennen kann, auch kritisch gegenüber zu stehen. "Böse" ist man doch nur, wenn man den anderen Menschen nicht so passt, wie man ist. Ich muss dabei immer an Menschen denken, die sich über Selbstmörder auf den Gleisen aufregen, weil diese Menschen ja so egoistisch sind und sie wegen ihnen zu spät zur Arbeit kommen! Ja genau: Wir sollten selbst im Selbstmord noch angepasst und "lieb" sein! Was für eine wunderbare Welt...
AntwortenLöschen"He gazed up at the enormous face. Forty years it had taken him to learn what kind of smile was hidden beneath the dark moustache. O cruel, needless misunderstanding! O stubborn, self-willed exile from the loving breast! Two gin-scented tears trickled down the sides of his nose. But it was all right, everything was all right, the struggle was finished. He had won the victory over himself. He loved Big Brother."
Die guten Tage
AntwortenLöschenwerden wir trocknen
die wecken wir ein
die verkorken wir
in schönen Flaschen
wie einen seltenen Wein
Dann kannst Du
deiner Seele
in schlechten Zeiten
ein Essen aus Hoffnung
Liebe und Glück
zubereiten.
<3 :-)
♥. du hast es verdient, weißt du..
AntwortenLöschendu bist ein wunderschöner Mensch.
Ich sag ja, alles wird gut! (: Eine wahre Philosophie :>!
AntwortenLöschenDanke. Wirklich, einfach nur ein riesengroßes Dankeschön!
AntwortenLöschen