Erstmal zur Beruhigung: Das zwischen Tim und mir ist wieder okay. Okay innerhalb der Grenzen der Verdrängung und des Stillschweigens. Wir haben irgendwann angefangen wieder normal zu reden. Und gerade komme ich von einem Date, von einem Treffen mit ihm und Jan. Was so gar nicht geplant war, aber in unserer misslichen Lage vielleicht sogar besser.
Ich habe heute Mittag den Entschluss gefasst, dass ich Tim frage, ob wir heute abend etwas machen. Und wie zu erwarten, hatte er nach seiner Klausuraufsicht Zeit. Dann fragt er so gegen 20 Uhr plötzlich, ob ich was dagegen hätte, wenn Jan mitkommt. Und ich saß dort und fragte mich, ob ich sollte. Ich verbringe soviel Zeit mit ihm allein, vielleicht tut es uns mal gut. Nicht diese Nähe, sondern die Freundschaftsatmosphäre und dennoch Nähe. Also sahen wir uns ab 21 Uhr und wollten eigentlich in "unsere" Kneipe. Da war es aber leider so voll. Dann hat er Jan geschrieben, dass wir in die Innenstadt, ins Kneipenviertel fahren. Tatsächlich war es einer der lustigsten Abende seit einer Ewigkeit. Wieviel Stuss ich geredet haben muss, möchte ich gar nicht so genau wissen. Auf dem Weg zur Bahn hat Tim mich gefragt, ob ich ihm nochmal ein Buch leihen kann. Und er möchte mir unbedingt Eines zeigen. Ein Geben und Nehmen. Nette Vorstellung, in vielerlei Hinsicht. Nur, dass ich meinen Trumpf ("Der Tor und der Tod") schon ausgespielt habe.
Plötzlich erzählt Tim, dass N. ab Dienstag im Urlaub ist. Noch eine Woche. Und dann ist sie vorübergehend weg? Einfach weg? Irgendetwas in mir reagiert panisch, da er noch mittags meinte, dass er ab nächster Woche, auch wegen den Klausuren, mehr Zeit für Dinge hat. Für mich? Für mich und dich? Für uns? Eigentlich wünsche ich mir nichts sehnlicher.
Ich glaube, wer Freunde wie Jan hat, kann kein schlechter Mensch sein. Jan ist großartig. Nicht, dass ich mit irgendeiner Faser meines Körpers daran glaube würde, dass Tim schlecht sei. Ich glaube, Tim versteht mich nicht. Ich ihn ja auch nicht, aber ich glaube, er weiß nicht, was ich fühle. Das Problem hatte Maxi damals schon und bei ihm war es um Meilen offensichtlichter. Gerade beim Verabschieden sagte Tim zu mir, dass er nie weiß, was ich vom Abend halte, weil ich immer so süffisant am Grinsen bin. Und manchmal wüsste er nicht, ob ich über ihn lache oder ob ich mich einfach freue. Er wüsste nicht, wie er mich einschätzen muss. Und vielleicht interpretiere ich schon wieder viel zu viel darein, aber was ist, wenn er es wirklich nicht versteht? Wenn er wirklich glaubt, dass ich ihn nicht in Betracht ziehe? Ich war schon immer noch zurückhaltend, wenn ich mich schon für mutig hielt. War ich jemals mutig? Muss ich es diesmal sein?
die sprache der liebe ist eindeutig
AntwortenLöschenDas klingt alles so verwirrend...und doch gleichezitig so klar. Hast du schon darüber nachgedacht all deinen Mut zusammenzukratzen und ein Risikio einzugehen? Oder wirst du noch abwarten?
AntwortenLöschenIn Liebe...Nanouk
Hey du.
AntwortenLöschenes braucht dir nicht leid tun und ich danke dir für deine Worte. Und macht dir keinen Kopf - niemand von uns hat noch Worte. Manchmal sitzen wir einfach nur da und starren uns an. Für solche Situationen gibt es keine Worte, weil so gewalitge Gefühle man nicht beschreiben kann. Und du bist alles andere als emotional nicht intelligent genug. Du bist wunderbar. Aber kein Mensch ist diesem Etwas nach dem Leben gewachsen. Weil es halt Dimensionen an Leben und Weiterleben gibt, für die es keine Worte mehr gibt. Dafür gibt es nur noch Gefühle, Tränen, Berührungen, Blicke. Aber keine Worte mehr. Ich kanns hier auch gar nicht so recht beschreiben was ich meine - vor allem, weil meine Gefühle noch immer so kontrolliert und unterdrückt sind. Ich bin traurig, wahnsinnig traurig. Und alles um mich herum ist taub, solange ich alleine bin. Aber ich kann nicht weinen, kann nicht schreien, kann nicht klagen. Und ich kann auch nicht erklären, was genau in mir vorgeht. Ich glaube das kann man nie, wenn man trauert oder liebt.
Ich wünsche dir alles erdenklich gute <3
In Liebe...Nanouk